Kommt Solskjaer zurück zu Manchester United?
Die jüngste Trainerkrise bei Manchester United hat altbekannte Fragen in Old Trafford neu entfacht – darunter auch, ob ein ehemaliger Coach erneut kurzfristige Stabilität in einer turbulenten Phase bringen könnte.
Ole Gunnar Solskjær, der den Verein bereits sowohl interimistisch als auch dauerhaft betreut hat, soll grundsätzlich offen für eine Rückkehr als Interimstrainer sein, während United seine nächsten Schritte abwägt.
Amorims Aus löst Trainersuche aus
Die Diskussion wurde durch die Entlassung von Rúben Amorim angestoßen, der am Montagmorgen darüber informiert wurde, dass die Klubführung einen Wechsel beschlossen habe. Die Entscheidung, die intern als widerwillig beschrieben wird, fiel vor dem 1:1-Unentschieden in der Premier League gegen Leeds am Sonntag.
Berichten zufolge hatten sich hinter den Kulissen Spannungen aufgebaut – insbesondere nach einem Treffen zwischen Amorim und Sportdirektor Jason Wilcox über Amorims beharrliches Festhalten am 3-4-3-System.
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United bestätigte, dass Darren Fletcher die Mannschaft im kommenden Ligaspiel gegen Burnley betreuen wird, betonte jedoch, dass seine Rolle ausschließlich vorübergehend ist.
Interimslösung mit Blick auf die Zukunft
Da Manchester United plant, im Sommer einen festen Cheftrainer zu verpflichten, denken die Verantwortlichen nun über eine Übergangslösung nach, die das Team durch den Rest der Saison 2025/26 führen soll. Oliver Glasner, derzeit Trainer von Crystal Palace, gilt als einer der Favoriten für den Posten auf lange Sicht.
Kurzfristig wurden mehrere erfahrene Kandidaten diskutiert, darunter auch Solskjær, der den Klub drei Jahre lang betreute, bevor er im November 2021 entlassen wurde.
Laut Manchester World würde der Norweger Gesprächen über eine befristete Rückkehr offen gegenüberstehen. Auch wenn unklar ist, ob er auf einer offiziellen Kandidatenliste steht, schließt er eine erneute Unterstützung des Klubs nicht aus. Transferexperte Fabrizio Romano bestätigte dies und erklärte, Solskjær wäre „mehr als offen“ dafür, interimistisch einzuspringen.
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Eine vertraute Option
Solskjærs vorherige Interimzeit bleibt im Klub ein wichtiger Bezugspunkt. Nach seiner Übernahme im Dezember 2018 gewann er 14 seiner ersten 19 Spiele – eine Bilanz, die ihm letztlich den Posten als Cheftrainer einbrachte. Insgesamt betreute er 168 Partien mit einer Siegquote von 54 %.
Er hat sich auch öffentlich zu seiner Verbundenheit mit United geäußert. Im Jahr 2024 sprach Solskjær beim Oslo Business Forum über die Gerüchte um ein mögliches Comeback. Vom norwegischen Medium VG zitiert, sagte er: „Wenn dich deine Familie darum bittet, sagst du an jedem Tag der Woche ja. Es fühlt sich falsch an, über Jobs zu sprechen, die andere innehaben. Aber ich sage ja.“
Debatte um Identität flammt erneut auf
Amorims Abschied hat eine breitere Debatte über die strategische Ausrichtung von Manchester United entfacht. Ex-Verteidiger Gary Neville forderte, dass der Klub bei der nächsten Trainerentscheidung eine klare fußballerische Identität in den Vordergrund stellen müsse.
„Manchester United muss Risiken eingehen und offensiven, aggressiven Fußball spielen“, sagte Neville und fügte hinzu, dass sich der Klub nicht ständig an die Philosophie einzelner Trainer anpassen dürfe.
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Egal ob United auf eine vertraute Figur setzt oder eine neue Übergangslösung wählt – die kommenden Wochen werden nicht nur den weiteren Saisonverlauf, sondern auch die langfristige Neuausrichtung des Vereins entscheidend prägen.
Quellen: Manchester World, Fabrizio Romano, VG
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