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Steve Kerr erklärt, warum heutige NBA-Spieler dem Rampenlicht nicht entkommen

Die NBA hat sich nicht nur taktisch und sportlich weiterentwickelt. Laut ESPN FC sprach Golden State Warriors Cheftrainer Steve Kerr kürzlich darüber, wie sehr der heutige Medien- und Social-Media-Druck den Alltag von Profisportlern verändert hat.

Im Gespräch mit dem ehemaligen NBA-Star Steve Nash zog Kerr einen Vergleich zwischen seiner aktiven Zeit in den 1990er-Jahren und der Realität, mit der heutige Spieler konfrontiert sind, einer Welt, in der Privatsphäre kaum noch existiert.

Eine Liga mit mehr Freiraum

Kerr, heute NBA-Trainer und Minderheitsbesitzer des spanischen Fußballklubs RCD Mallorca, erklärte laut ESPN FC, dass das Leben in der Liga früher deutlich entschleunigter war. Nachrichten verbreiteten sich langsamer, und Spieler konnten öffentlicher Kritik entgehen, indem sie schlicht keine Zeitungen lasen oder den Fernseher ausschalteten.

Dieser Abstand habe es den Teams ermöglicht, interne Probleme intern zu klären und Vertrauen aufzubauen, ohne ständige Einmischung von außen.

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Als Konflikte intern blieben

Im Interview kam auch eine bekannte Trainingsauseinandersetzung zwischen Kerr und Michael Jordan aus ihrer gemeinsamen Zeit bei den Chicago Bulls zur Sprache. Laut ESPN FC scherzte Kerr darüber, dass Jordan nach dem Vorfall mehr Respekt vor ihm gehabt habe, betonte jedoch, dass der Moment ihre berufliche Beziehung letztlich gestärkt habe.

Entscheidend sei gewesen, dass der Vorfall über ein Jahr lang nicht öffentlich bekannt wurde. Diese Verzögerung habe dem Team die nötige Ruhe gegeben, um intern weiterzuarbeiten und Stabilität zu bewahren.

Leben unter permanenter Beobachtung

Kerr stellte diese Erfahrung dem heutigen Alltag von NBA-Spielern gegenüber. Laut ESPN FC sagte er, soziale Medien sorgten dafür, dass Athleten rund um die Uhr mit Meinungen, Kritik und Reaktionen konfrontiert seien.

Durch Smartphones und sofortiges Teilen könne nahezu jede Situation aufgezeichnet und innerhalb von Minuten verbreitet werden. Anders als früher sei es heute fast unmöglich, sich der öffentlichen Wahrnehmung zu entziehen.

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„Ignorance is bliss... it was much easier for a team to operate with some privacy“, sagte Kerr im Interview.

Vom Flüstern zur viralen Aufnahme

Zur Verdeutlichung verwies Kerr auf einen jüngeren Vorfall bei den Warriors zwischen Draymond Green und Jordan Poole. Laut ESPN FC wurden Details des Konflikts nahezu sofort öffentlich, kurz darauf tauchte auch Videomaterial auf.

Für Kerr zeigt dieser Vergleich, wie schwierig es inzwischen geworden ist, Konflikte hinter verschlossenen Türen zu lösen. Ständige Öffentlichkeit erschwere den Teamaufbau und mache es zunehmend kompliziert, Vertrauen innerhalb einer Mannschaft zu erhalten.

Quellen: ESPN FC

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