Basketball

Trump-bezogener Sprechchor stört US-Nationalhymne bei NBA-Spiel in London

Ein reguläres NBA-Spiel in London wurde kurzzeitig zur Plattform internationaler Politik, als ein Sprechchor mit Bezug auf den US-Präsidenten Donald Trump die amerikanische Nationalhymne in der O2 Arena unterbrach.

Der Vorfall ereignete sich im Rahmen der fortlaufenden Bemühungen der Liga, ihre Präsenz in Europa auszubauen und hochkarätige Spiele einem internationalen Publikum zu präsentieren.

Spielausgang rückt in den Hintergrund

Am Sonntagabend trafen die Orlando Magic und die Memphis Grizzlies in London aufeinander nur wenige Tage, nachdem dieselben Teams das erste reguläre NBA-Spiel in Deutschland bestritten hatten. Laut NBA gewann Orlando das Spiel in Berlin mit 118:111.

In London revanchierte sich Memphis mit einem 126:109-Sieg. Die Grizzlies wurden von Ja Morant angeführt, der 24 Punkte erzielte. Damit belegte das Team den zehnten Platz in der Western Conference. Orlando blieb auf Rang sieben der Eastern Conference, während die reguläre Saison in ihre letzten drei Monate ging, so die Ligatabelle.

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Trotz der sportlichen Relevanz des Spiels sorgten die Ereignisse vor dem Tip-off für größere Aufmerksamkeit.

Hymne wird unterbrochen

Während der Zeremonie vor Spielbeginn sang die Schauspielerin Vanessa Williams die US-Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“, als ein Zuschauer aus dem Publikum einen politischen Slogan rief.

Kurz vor Ende der Hymne war laut Videoaufnahmen und Augenzeugenberichten, die unter anderem von der britischen Zeitung The Guardian und US-Sportmedien veröffentlicht wurden, ein Mann zu hören, der rief: „Lasst Grönland in Ruhe!“ Ein Teil der 18.000 Zuschauer reagierte verwirrt, während andere applaudierten und damit die letzten Takte der Hymne teilweise übertönten.

Die Störung war besonders auffällig, da Nationalhymnen bei US-Sportveranstaltungen, vor allem im Ausland, üblicherweise eine feierlich-zeremonielle Rolle spielen.

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Hintergrund des Ausrufs

Der Zwischenruf bezog sich auf wiederholte öffentliche Äußerungen von Präsident Trump über Grönland. Trump hatte argumentiert, dass die Vereinigten Staaten die Insel erwerben sollten, und erklärte, alles andere als vollständige Kontrolle sei „inakzeptabel“, wie Reuters zuvor berichtete.

Als Reaktion auf Trumps Aussagen veröffentlichten Dänemark und mehrere europäische Verbündete eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre „feste Unterstützung“ der „Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität“ bekräftigten. Die Erklärung wurde von der dänischen Regierung herausgegeben und von Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich unterzeichnet.

Reuters berichtete zudem, dass Trump damit gedroht habe, Zölle gegenüber dem Vereinigten Königreich und sieben weiteren europäischen Ländern zu erhöhen, falls die USA Grönland ein autonomes Gebiet Dänemarks nicht kaufen dürften. Er habe es außerdem abgelehnt, einen möglichen Einsatz von Gewalt auszuschließen, um amerikanische Kontrolle über die Insel zu erlangen.

Strategische Bedeutung

Die geopolitische Relevanz Grönlands steht im Zentrum von Trumps Argumentation. Die Insel beherbergt eine wichtige US-Militärbasis und ist Teil des amerikanischen Raketenabwehrsystems, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

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„Wir brauchen Grönland für unsere nationale Sicherheit und das gilt auch für Europa“, sagte Trump Anfang des Monats laut Reuters. „Wir brauchen es jetzt aus Gründen der nationalen Sicherheit.“

Er fügte hinzu, dass Grönland „sehr wichtig für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten, Europas und anderer Teile der freien Welt“ sei.

Der kurze Ausruf während des Spiels am Sonntag bot einen seltenen Moment, in dem diese geopolitischen Spannungen in einem globalen Sportereignis sichtbar wurden und zeigte, wie internationale NBA-Veranstaltungen mit größeren politischen Konflikten verwoben sein können.

Quellen: Reuters, The Guardian; Erklärungen der dänischen Regierung, NBA, US-Verteidigungsministerium.

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.