Verstappen probiert neuen Trick aus, als die Tests für die Formel 1 2026 beginnen
Die umfassende Reglementreform der Formel 1 für 2026 feierte in dieser Woche in Bahrain ihr Debüt auf der Strecke und lieferte erste Hinweise darauf, wie die Teams eine der bedeutendsten technischen Neuausrichtungen des Sports seit mehr als einem Jahrzehnt interpretieren.
Während die Rundenzeiten zunächst im Mittelpunkt standen, richtete sich ein Großteil des Interesses darauf, wie sich die Fahrer an die überarbeiteten Antriebseinheiten anpassen, die deutlich stärker auf elektrische Energie setzen. Zu denjenigen, die experimentierten, gehörte Red Bulls Max Verstappen, der offenbar eine aggressive Herunterschaltmethode testete, um die Energierückgewinnung der Batterie zu maximieren.
Erstes Tempo unter dem neuen Reglement
Der Auftakttag der offiziellen Testfahrten auf dem Bahrain International Circuit brachte eng beieinanderliegende Zeiten hervor. Der amtierende Weltmeister Lando Norris erzielte mit 1:34,669 Minuten die Bestzeit der Session. Verstappen folgte mit 1:34,798 Minuten, Ferrari-Pilot Charles Leclerc kam auf 1:35,190 Minuten.
Obwohl Testzeiten selten ein endgültiger Indikator für die Wettbewerbsordnung sind, bot die Sitzung eine erste Momentaufnahme der Leistungsfähigkeit unter dem überarbeiteten technischen Rahmen.
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Was sich 2026 ändert
Das Reglementpaket für 2026 gestaltet sowohl die Chassis- als auch die Motorenphilosophie neu. Die Fahrzeuge wurden kompakter und leichter gemacht, um die Reaktionsfähigkeit zu verbessern und engere Rennen zu fördern. Auch die aerodynamischen Konzepte wurden weiterentwickelt, um den Luftwiderstand zu verringern und Überholmanöver zu erleichtern.
Die folgenreichste Veränderung betrifft jedoch die Antriebseinheit. Elektrische Energie spielt nun eine deutlich größere Rolle für die Gesamtleistung. Das bedeutet, dass die Fahrer präzise steuern müssen, wie sie die Batterieenergie über eine Runde hinweg zurückgewinnen und einsetzen. Insbesondere die Bremsphasen sind zu entscheidenden Gelegenheiten geworden, um das System aufzuladen.
Die Situation erinnert an die Einführung der Hybridära im Jahr 2014, als jene Teams einen frühen Wettbewerbsvorteil erlangten, die das Energiemanagement am besten verstanden.
Verstappens Ansatz
Laut der Motorsportpublikation The Race experimentierte Verstappen am Mittwoch mit dem, was als „unkonventionelle Herunterschalttechnik“ beschrieben wurde. Die Methode besteht darin, in bestimmten Kurven einen niedrigeren Gang als üblich zu wählen und dadurch kurzzeitig die Motordrehzahl zu erhöhen, um die Energierückgewinnung zu verbessern.
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In langsameren Streckenabschnitten, in denen Fahrer normalerweise im zweiten Gang bleiben würden, wurde beobachtet, wie Verstappen in den ersten Gang herunterschaltete. Das Medium berichtete, dies habe zu „einem deutlichen Drehzahlanstieg“ geführt, was unter dem neuen System möglicherweise die Batterieladung begünstigt.
Beobachter an der Strecke stellten fest, dass er diesen Ansatz über mehrere Runs hinweg konsequent anwandte und „bereits relativ sicher in der Beherrschung“ wirke ein Zeichen dafür, dass Red Bull seiner frühen Reglementauslegung vertrauen könnte.
Gibt Red Bull den Ton an?
Mercedes-Teamchef Toto Wolff deutete an, dass Red Bulls Leistung auf den Geraden in den ersten Sessions besonders stark gewesen sei.
„Sie sind in der Lage, auf den Geraden deutlich mehr Energie einzusetzen als alle anderen. Wir sprechen von einer Sekunde über mehrere aufeinanderfolgende Runden“, sagte Wolff.
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„Auf einer einzelnen Runde haben wir das schon zuvor gesehen, aber jetzt haben wir es über zehn aufeinanderfolgende Runden mit derselben Art von Energieeinsatz auf der Geraden gesehen.“
Er fügte hinzu: „Ich würde sagen, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt, am ersten offiziellen Testtag mit der üblichen Vorsicht, die dabei geboten ist die Messlatte gesetzt haben.“
Während die Teams weiterhin mit Abstimmungen und Softwarekalibrierungen experimentieren, dürfte sich das Wettbewerbsbild noch verändern. Doch der erste Tag in Bahrain deutete darauf hin, dass die Beherrschung der Energierückgewinnung mehr als reine Höchstgeschwindigkeit die neue Ära der Formel 1 prägen könnte.
Quellen: The Race, Aussagen von Toto Wolff während der Tests in Bahrain.
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