Von Protesten zur Politik: Hamiltons wiederholte Kritik an Donald Trump
Die Kritik von Lewis Hamilton an Donald Trump begann nicht erst mit den jüngsten Debatten über Diversitätspolitik. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister hat sich im vergangenen Jahrzehnt wiederholt kritisch über den US-Präsidenten geäußert, insbesondere zu Themen wie Rassengleichheit und politischem Protest.
Mit dem Beginn der neuen Formel-1-Saison rücken Hamiltons frühere Kommentare zu Trump und Diversitätsinitiativen erneut in den Fokus.
Der britische Fahrer, der weithin als einer der erfolgreichsten Rennfahrer in der Geschichte des Sports gilt, nutzt seine Plattform zunehmend, um gesellschaftlichen Wandel zu fördern. Durch Projekte wie die Stiftung Mission 44 setzt sich Hamilton für eine stärkere Repräsentation im Motorsport und in anderen Branchen ein.
Diversitätspolitik und politischer Druck
Hamilton äußerte sich erneut zu diesem Thema, nachdem Donald Trump Anfang 2025 für eine zweite Amtszeit ins Weiße Haus zurückgekehrt war.
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Laut The Express sprach Hamilton in einem Interview mit dem Magazin TIME über das politische Klima rund um Diversitätsinitiativen, nachdem Trump Executive Orders unterzeichnet hatte, die darauf abzielen, unternehmerische Programme für „Diversität, Gleichheit und Inklusion“ zurückzunehmen.
Dieser politische Kurswechsel erfolgte nur wenige Monate nachdem Formel-1-Teams und Fahrer eine Charta unterzeichnet hatten, die Diversität im gesamten Sport fördern soll.
Hamilton machte deutlich, dass die politischen Veränderungen seine eigenen Bemühungen um mehr Gleichberechtigung nicht beeinflussen würden.
„Ich werde nicht ändern, was er tut oder was die Regierung tut“, sagte Hamilton.
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„Alles, was ich tun kann, ist zu versuchen sicherzustellen, dass ich in meinem Umfeld und in meinem Bereich versuche, Menschen zu fördern und ihnen Auftrieb zu geben.“
„Es wird auf dem Weg Kräfte geben, die das aus welchen Gründen auch immer nicht wollen – Gründe, die ich nicht nachvollziehen kann. Aber das hält mich nicht auf. Es ist ein Kampf, den wir einfach weiterführen werden.“
Das Thema hängt auch mit Hamiltons persönlichen Erfahrungen in der Formel 1 zusammen. Nachdem er zu Ferrari gewechselt war, deutete er an, dass ihn der Schritt an seine frühen Jahre im Sport erinnerte, als die Teams deutlich weniger vielfältig waren als das Umfeld, das Mercedes während seiner titelreichen Zeit dort schrittweise aufgebaut hatte.
Kritik während der Black-Lives-Matter-Proteste
Die Spannungen zwischen Hamilton und Trump reichen bis in Trumps erste Amtszeit zurück.
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Im Jahr 2020 löste der Tod von George Floyd während eines Polizeigewahrsams landesweite Proteste in den Vereinigten Staaten sowie international aus. Demonstrationen für Rassengerechtigkeit breiteten sich in großen Städten aus, wobei es bei einigen Veranstaltungen zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei kam.
Damals warnte Trump, er könne das Militär einsetzen, um die Ordnung wiederherzustellen.
Hamilton reagierte auf Instagram, indem er ein Bild des Weißen Hauses mit ausgeschaltetem Licht teilte und es mit einer scharf formulierten Bildunterschrift versah.
„Dieses Bild wird Trump definieren. 100.000 Tote, 40 Millionen Arbeitslose, Städte unter Angriff durch gewalttätige Polizei. Als sein Land eine Führung brauchte, schaltete Donald Trump das Licht aus und versteckte sich in seinem Bunker.“
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Der Beitrag verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und zeigte Hamiltons Bereitschaft, politische Führungspersonen öffentlich zu kritisieren.
Frühere Kontroverse in den sozialen Medien
Die Spannungen zwischen dem Formel-1-Fahrer und Trump waren bereits zuvor sichtbar geworden.
2017 teilte Hamilton online einen kontroversen Beitrag, der sich über den US-Präsidenten lustig machte. Die Nachricht erschien während eines Konflikts zwischen Trump und NFL-Spielern, die während der Nationalhymne gekniet hatten, um gegen rassistische Ungerechtigkeit zu protestieren.
Laut Express Sport wurde der Beitrag später von Hamiltons Social-Media-Konten entfernt, obwohl der Fahrer angab, dieser Entscheidung nicht zugestimmt zu haben.
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Im Gespräch mit Sky Italia sagte Hamilton:
„Ich habe ihn nicht entfernt und ich hätte ihn auch nicht entfernt.“
Mercedes-Teamchef Toto Wolff räumte später ein, dass Hamilton sehr starke Überzeugungen habe, deutete jedoch an, dass Sportler vorsichtig sein sollten, wenn sie sich zu politisch sensiblen Themen äußern.
„Das ist eine sehr kontroverse und polarisierende Geschichte. Ich würde mich nicht in die Politik einmischen wollen“, sagte Wolff.
„Lewis’ Gefühle in Bezug auf Menschenrechte sind sehr stark, und ich denke, er wollte das zeigen. Aber Instagram als Kommunikationskanal ist wahrscheinlich etwas, das er überdenken muss. Trotzdem kann ich seine Gefühle nachvollziehen.“
Quellen: TIME, The Express, Express Sport, Sky Italia
