Fußball

Warum die Saison von Arsenal langsam historisch wird

Arsenals Saison 2025–26 wirft zunehmend eine Frage auf, die im englischen Fußball nur selten gestellt wird: Kann eine Mannschaft alles gewinnen?

Die Idee klingt noch immer ehrgeizig, doch Arsenal hat sich still und leise in allen vier großen Wettbewerben in eine aussichtsreiche Position gebracht. Wie The Guardian berichtete, könnte der Klub weniger als zwanzig Spiele davon entfernt sein, einen historischen Durchmarsch zu schaffen: den Gewinn der Premier League, der Champions League, des FA Cups und des Carabao Cups – etwas, das noch kein englisches Team erreicht hat.

Schon dieses Stadium zu erreichen, ist bemerkenswert. Arsenal steht nahe der Tabellenspitze der Premier League und ist zu Beginn der entscheidenden Phase der Saison noch in allen wichtigen Wettbewerben vertreten.

Ein plötzlicher Wandel der Erwartungen

Dass Arsenal nun als möglicher Mehrfachtitel-Anwärter gilt, hat viele Beobachter überrascht.

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Der Klub hat seit 2017 nur einen nationalen Titel gewonnen, und in den vergangenen Spielzeiten wurde die Mannschaft häufig dafür kritisiert, in entscheidenden Momenten zu scheitern. Dieser Ruf macht ihre aktuelle Position besonders bemerkenswert.

Unter Trainer Mikel Arteta hat Arsenal jedoch schrittweise eine der ausgewogensten Mannschaften Europas aufgebaut. Das Team verbindet eine starke Defensivbilanz mit einem zunehmend kontrollierten Mittelfeld und einer taktischen Identität, die sich über mehrere Jahre hinweg entwickelt hat.

Trotz dieser Ergebnisse konzentrierte sich die Diskussion über Arsenal oft auf vermeintliche Schwächen. Ein großer Teil der Analyse richtete sich auf ihre Effektivität bei Standardsituationen – insbesondere bei Eckbällen – statt auf die allgemeine Konstanz ihrer Leistungen.

Ein anspruchsvoller Spielplan steht bevor

Die letzten Monate der Saison werden letztlich entscheiden, ob Arsenals beeindruckende Serie historisch wird.

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In der Premier League stehen noch Spiele gegen Everton, Bournemouth, Manchester City, Newcastle, Fulham, West Ham, Burnley und Crystal Palace an. Auch die europäischen Ambitionen gehen weiter, mit einem Champions-League-Duell gegen Bayer Leverkusen, gefolgt von möglichen weiteren K.-o.-Runden gegen andere Titelanwärter.

Auf nationaler Ebene muss Arsenal zudem ein FA-Cup-Spiel gegen Southampton bestreiten und sich gleichzeitig auf ein Carabao-Cup-Finale gegen Manchester City vorbereiten.

Einige dieser Begegnungen wirken auf dem Papier machbar, doch die entscheidendsten Prüfungen werden wahrscheinlich gegen City und in den Endphasen der Pokalwettbewerbe stattfinden.

Erfahrung gegen Gelegenheit

Es gibt gute Gründe, warum ein Vierfach-Triumph weiterhin unwahrscheinlich erscheint.

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Der Gewinn von vier Wettbewerben erfordert sowohl Konstanz als auch Erfahrung, und Arsenal hat noch keine langfristige Titeldominanz aufgebaut, wie sie einige Rivalen vorweisen können. Auch das Management des Kaders wird entscheidend sein, wenn sich der dichte Spielplan weiter zuspitzt.

Manchester City bleibt ein weiterer möglicher Anwärter. Die Mannschaft von Pep Guardiola hat wiederholt gezeigt, dass sie auf mehreren Ebenen gleichzeitig konkurrenzfähig sein kann, und die Tiefe ihres Kaders gibt ihr eine realistische Chance, Arsenals Ambitionen zu erreichen.

Warum ein Vierfacherfolg heute realistischer erscheint

Auch die Struktur des modernen Fußballs könnte solche Erfolge heute plausibler machen als in früheren Jahrzehnten.

Die finanziellen Ungleichheiten zwischen den europäischen Ligen haben es einer kleinen Gruppe von Spitzenklubs ermöglicht, tiefere Kader aufzubauen und dauerhaft erfolgreich zu bleiben. In England hat die wirtschaftliche Stärke der Premier League dazu beigetragen, dass ihre Topteams regelmäßig die späten Phasen internationaler Wettbewerbe erreichen.

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Gleichzeitig zeigt die Instabilität bei mehreren großen Vereinen – darunter Chelsea, Manchester United und Barcelona –, wie schwierig es ist, eine langfristig kohärente Strategie aufrechtzuerhalten.

Artetas langfristiges Projekt

Arsenals Aufstieg basiert auf Kontinuität.

Arteta trainiert den Klub seit fünf Jahren und konnte dadurch ein klares taktisches System sowie einen stabilen Kern von Spielern etablieren. Ein solches Maß an Geduld ist bei Spitzenklubs immer seltener geworden, da viele Vereine ihre Trainer und Strategien häufig wechseln.

Eine klare Identität inmitten der finanziellen Turbulenzen des modernen Fußballs zu bewahren, könnte einer der größten Wettbewerbsvorteile Arsenals sein.

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Im Moment deuten die Wahrscheinlichkeiten noch darauf hin, dass ein Vierfach-Triumph eine außergewöhnliche Herausforderung bleibt. Doch allein die Tatsache, dass Arsenal in dieser Diskussion auftaucht, zeigt, wie dramatisch sich die Entwicklung des Klubs verändert hat.

Quelle: The Guardian

Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.