Warum findet der spanische Supercup in Saudi-Arabien statt?
Als der FC Barcelona und Real Madrid im Januar in Dschidda aufeinandertrafen, bot das Spiel Dramatik auf dem Platz und zeigte einmal mehr, wie weit sich der spanische Supercup von seinen nationalen Wurzeln entfernt hat. Einst ein kurzer Saisonauftakt, ist der Wettbewerb heute ein Event zur Saisonmitte, das tausende Kilometer entfernt ausgetragen wird eine Entwicklung, die im spanischen Fußball weiterhin kontrovers diskutiert wird.
Die Ausgabe 2026 des Turniers fand in Saudi-Arabien statt, wo der Supercup in fünf der letzten sechs Jahre ausgetragen wurde. Lediglich 2021 kehrte der Wettbewerb nach Spanien zurück, nachdem Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie eine Austragung im Ausland unmöglich machten.
Warum das Turnier verlegt wurde
Der spanische Fußballverband schloss 2019 ein Abkommen mit den saudischen Behörden, um den Supercup zunächst für drei Jahre zu verlegen. Diese Vereinbarung wurde später bis 2029 verlängert, und Berichten zufolge laufen bereits Gespräche über eine weitere Verlängerung um fünf Jahre.
Obwohl der Verband keine offiziellen Zahlen veröffentlicht hat, erhält er Zahlungen von der saudischen Regierung für die Austragung des Turniers im Nahen Osten. Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie, die globale Reichweite des spanischen Fußballs auszubauen Kritiker argumentieren jedoch, dass dieser wirtschaftliche Vorteil auf Kosten der heimischen Fans geht.
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Format und Terminierung
Der moderne Supercup umfasst vier Teams: die beiden Erstplatzierten der La Liga sowie die Finalisten der Copa del Rey. Sollte sich ein Verein über beide Wettbewerbe qualifizieren, wird die nächstplatzierte Mannschaft der Liga eingeladen.
Das Turnier besteht aus zwei Halbfinals und einem Finale, die alle am Austragungsort gespielt werden. Es wurde vom Sommer in den Januar verlegt, um Überschneidungen mit der Saisonvorbereitung zu vermeiden und ersetzte das frühere Format mit Hin- und Rückspiel in den Heimstadien der Vereine.
Barcelona gewinnt Clasico-Finale
Der FC Barcelona besiegte Real Madrid im Finale mit 3:2 im King Abdullah Sports City Stadion mit 62.000 Plätzen und sicherte sich die Trophäe nach einem hart umkämpften Clasico.
Barcelona erreichte das Finale mit einem dominanten 5:0-Sieg gegen Athletic Bilbao und erzielte dabei vier Tore in der ersten Halbzeit. Real Madrid qualifizierte sich durch einen 2:1-Erfolg gegen Atlético Madrid es war das zweite Aufeinandertreffen der beiden Rivalen in dieser Saison nach dem Ligaduell im Oktober.
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Sorgen der Fans
Laut BBC Sport empfinden viele Fans den Supercup als weniger bedeutend als La Liga, die Copa del Rey oder europäische Wettbewerbe ein Eindruck, der durch den saudi-arabischen Austragungsort noch verstärkt wird. Fans bemängeln hohe Reisekosten und organisatorische Hürden ein Anhänger von Real Madrid bezeichnete das Turnier gar als „Abzocke“.
Auch Spieler äußerten Kritik. Der Kapitän von Athletic Bilbao, Iñaki Williams, sagte: „Einen nationalen Wettbewerb in ein anderes Land zu verlegen, macht es den [Fans] nicht leicht, mitzureisen und die Spiele zu verfolgen.“ Sein Teamkollege Unai Simón ergänzte: „Jedes Mal werden weniger Fans mitkommen.“
Preisgelder
Laut der spanischen Zeitung Marca beträgt das Gesamtpreisgeld des Turniers etwa 19,9 Millionen Pfund (23 Millionen Euro). Die Ausschüttung erfolgt ungleich, beeinflusst durch Faktoren wie den historischen Erfolg, gewonnene Titel und TV-Einschaltquoten.
Für die Verantwortlichen des spanischen Fußballs bleibt der Supercup eine lukrative weltweite Bühne. Für viele Fans hingegen wirkt der Wettbewerb zunehmend entfremdet auch wenn das sportliche Niveau überzeugt.
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Quellen: BBC Sport, Marca
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