Warum INEOS sich für Carrick als Interimstrainer von Manchester United entschieden hat
INEOS hat sich bei seinem jüngsten Versuch, Manchester United zu stabilisieren, für Vorsicht statt Nostalgie entschieden. Da die Saison in eine entscheidende Phase eintritt, setzt die Klubführung auf eine kurzfristige Lösung, die vor allem Kontrolle zurückbringen soll – und nicht darauf, bekannte Kapitel der Vergangenheit neu aufzuschlagen.
Michael Carrick wurde bis zum Ende der Saison 2025/26 mit der Leitung der Mannschaft betraut. Die Entscheidung spiegelt den Wunsch wider, in Old Trafford nach Jahren der Unruhe seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson wieder Klarheit zu schaffen.
Amorims Abgang beschleunigt den Umbruch
Die 14-monatige Amtszeit von Ruben Amorim endete abrupt nach einem 1:1-Unentschieden gegen Leeds United. Auf das Spiel folgten Aussagen, die intern als Zeichen wachsender Frustration gewertet wurden. Einen Tag später bestätigte der Klub seine Trennung.
Laut von GiveMeSport zitierten Statistiken gewann Amorim lediglich 15 seiner 47 Premier-League-Spiele. Damit kam United während seiner Amtszeit auf weniger als einen Sieg pro drei Ligapartien.
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Darren Fletcher übernahm anschließend kurzzeitig als Interimstrainer, betreute ein Unentschieden gegen Burnley sowie eine Niederlage gegen Brighton, bevor INEOS sich für eine stabilere Übergangslösung entschied.
Warum Carrick INEOS überzeugte
Die Ernennung Carricks wurde kurz darauf bestätigt. INEOS entschied sich bewusst für einen Kandidaten, der bereit war, ein klar umrissenes Übergangsmandat zu akzeptieren. Reuters berichtete, dass United mit Carrick eine Einigung erzielt habe, ihn bis zum Saisonende einzusetzen, während parallel langfristige Optionen geprüft werden.
Diese Klarheit wurde intern als Stärke gewertet, nicht als Einschränkung. Carrick stellte zudem ein neu aufgestelltes Trainerteam vor, zu dem unter anderem Steve Holland und Jonny Evans gehören. Auch The Guardian berichtete über diese Details im Zusammenhang mit den Interimsplänen des Klubs.
Bei INEOS wird intern betont, wie wichtig es sei, kurzfristige Entscheidungen zu vermeiden, die einen umfassenderen Neuaufbau erschweren könnten.
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Warum Solskjaer nicht gewählt wurde
Ole Gunnar Solskjaer genoss weiterhin Rückhalt bei Teilen der Fans, doch die Klubführung scheute davor zurück, die Art und Weise neu aufzugreifen, wie seine vorherige Amtszeit geendet hatte. Zudem bestanden Zweifel an seiner jüngsten Trainererfahrung: Seit seinem Abschied von United hatte Solskjaer nur einen weiteren Posten inne – eine durchwachsene Station bei Besiktas.
Darüber hinaus überzeugte die Idee eines Comebacks mit der Perspektive auf eine dauerhafte Anstellung die Verantwortlichen nicht. Dieser Ansatz stand im deutlichen Gegensatz zu Carricks Bereitschaft, die Aufgabe ausschließlich als Übergangslösung zu übernehmen.
Solskjaers Reaktion
Solskjaer wurde kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe von Carricks Ernennung über die Entscheidung informiert. Zwar zeigte er sich enttäuscht, doch seine Präferenz lag stets in einer Rückkehr mit langfristiger Perspektive.
Wie GiveMeSport unter Berufung auf The Athletic berichtete:
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„Obwohl er naturgemäß enttäuscht war, heißt es aus dem Umfeld, seine Präferenz wäre eine erneute Übernahme des Postens auf permanenter Basis gewesen – mit einem langfristigen Ansatz statt nur für einige Monate bis zum Sommer.“
Trotzdem hat Solskjaer Carrick seine Unterstützung ausgesprochen und den Klubverantwortlichen gegenüber betont, dass Manchester United einen tiefgreifenden Umbruch benötige, um dauerhaft mit den Top-Vier-Teams der Premier League konkurrieren zu können.
Unmittelbare Herausforderungen
Carrick, 44, kehrt erstmals seit seinem kurzen Interimsengagement Ende 2021 an die Seitenlinie der ersten Mannschaft zurück. Viel Eingewöhnungszeit bleibt ihm nicht: Zunächst steht das Manchester-Derby an, anschließend folgt ein Auswärtsspiel beim Tabellenführer Arsenal.
Derzeit scheint INEOS weniger auf Symbolik als auf Stabilität zu setzen – eine pragmatische Atempause in einem Jahrzehnt, das von Unruhe geprägt war.
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Alle Trainerstatistiken stammen von Transfermarkt und sind korrekt mit Stand vom 14. Januar 2026.
Quellen : Reuters, The Guardian, GiveMeSport, Transfermarkt
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