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Wer ist der Präsident der FIFA: Trump oder Infantino? Blatter erwartet ein Comeback

Laut The Telegraph hat der frühere Fifa Präsident Sepp Blatter in einem Interview aus seinem Wohnort Zürich eine weitreichende Kritik an Gianni Infantino und der aktuellen Ausrichtung des Weltfußballs geäußert, kurz vor der nächsten Auslosung zur Weltmeisterschaft.

Nachdem er Anfang des vergangenen Jahres 2025 von strafrechtlichen Vorwürfen freigesprochen wurde, sagte der 89 Jährige Anfang Dezember, er beobachte die Entwicklungen aufmerksam, während sich die Fifa Führung auf hochrangige Auftritte in Washington an der Seite des US Präsidenten vorbereite.

Eine Rivalität ohne Ende

Blatter sagte gegenüber The Telegraph, dass er den Namen Gianni Infantino inzwischen meide und ihn nur noch als „meinen Nachfolger“ oder „den Führer“ bezeichne. Er beschrieb Infantino als zunehmend entfernt von den zentralen Anliegen des Fußballs und stark auf politische Machtspiele fixiert.

„Er ist verschwunden“, sagte Blatter. „Er befindet sich in einer Sphäre, in der er morgen den Fußball in der Stratosphäre organisieren würde.“

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Blatter kritisierte die Erweiterung der Weltmeisterschaft auf 48 Teams sowie den Trend, Turniere über mehrere Kontinente hinweg auszutragen. Seiner Ansicht nach seien sportliche Logik und sportliche Balance dem globalen Ehrgeiz geopfert worden.

Wenn Politik den Platz betritt

Nach Ansicht Blatters gefährden Infantinos enge Beziehungen zu politischen Entscheidungsträgern die Unabhängigkeit der Fußballinstitutionen. Er betonte, dass es kaum Widerstand aus den nationalen Verbänden gebe.

„Wir haben 211 nationale Verbände und nicht ein einziger Verband stellt sich gegen die Arbeit des neuen Präsidenten, der nur mit Staatsoberhäuptern spricht“, sagte Blatter.

Er warnte davor, dass politische Einflussnahme dazu führen könne, dass Regierungen künftig entscheiden, wo und wie Fußball gespielt werde.

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Trump, Einfluss und verschwommene Führung

Blatter stellte auch Infantinos Verhältnis zum US Präsidenten Donald Trump infrage und deutete an, dass persönliche Allianzen inzwischen über den Interessen des Fußballs stünden.

The Telegraph sprach kürzlich mit Infantinos Vorgänger Sepp Blatter, der dabei eine zugespitzte Bemerkung zur Machtverteilung an der Spitze des Weltfußballs machte.

„Mein Nachfolger, ich weiß wirklich nicht, ob es Trump oder Infantino ist“, sagte der 89 Jährige.

Blatter betonte, dass Freundschaften zwischen führenden Politikern und Sportfunktionären nicht grundsätzlich falsch seien, er jedoch keinen klaren Nutzen für den Fußball erkennen könne.

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Die Kontroverse um den Friedenspreis

Besonders scharf kritisierte Blatter die Entscheidung der Fifa, einen Friedenspreis einzuführen, der an Donald Trump verliehen werden soll.

„Diesen Preis hätte man nicht vergeben dürfen“, sagte Blatter. „Der Fußball sollte keinen Friedenspreis verleihen.“

Er stellte infrage, warum eine neue Auszeichnung geschaffen werde, anstatt bestehende internationale Institutionen zu würdigen.

Saudi Arabiens wachsende Rolle

Blatter warf Saudi Arabien vor, zunehmend übermäßigen Einfluss auf den Weltfußball auszuüben, nachdem das Land den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2034 erhalten und seine finanziellen Aktivitäten im Fußball massiv ausgeweitet habe.

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„Saudi Arabien hat den Fußball in Gefahr gebracht“, sagte er. „Sie sind die Direktoren des Fußballs.“

Die Fifa erklärte dazu, dass ihre Vergabeverfahren für die jüngsten Weltmeisterschaften transparent gewesen seien und etablierten Standards entsprochen hätten, so offizielle Stellungnahmen des Verbandes.

Disziplin, Spieler und Belastung

Zur Reduzierung der Sperre von Cristiano Ronaldo sagte Blatter, disziplinarische Entscheidungen dürften nicht durch präsidiale Eingriffe verändert werden.

„Das ist ein Prinzip, das nicht akzeptiert werden darf“, sagte er und betonte, dass Disziplinarverfahren unabhängig funktionieren müssten, ähnlich wie Gerichte.

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Zudem unterstützte Blatter die Kritik von Spielern an überfüllten Spielkalendern und der ständigen Einführung neuer Wettbewerbe.

„Es gibt zu viel Fußball auf der Welt“, sagte er.

Ein ungelöstes Vermächtnis und anhaltender Ehrgeiz

Trotz seiner umstrittenen Vergangenheit schloss Blatter gegenüber The Telegraph eine Rückkehr zur Fifa nach Ablauf seiner Sperre nicht vollständig aus.

„Ich bin immer noch der gewählte Präsident“, sagte er und fügte mit Blick auf sein Alter hinzu: „Ich hoffe, ich bin dann noch am Leben.“

Auch wenn die Fifa einen Führungswechsel ausschließt, verdeutlichen Blatters Aussagen die anhaltenden Machtkämpfe innerhalb des Weltfußballs und die offene Frage, wer tatsächlich die Zukunft des Spiels bestimmt.

Quellen: The Telegraph, Fifa Stellungnahmen