Wie Argentiniens neue Jugendpolitik Messis Weg hätte verändern können
Die argentinischen Fußballbehörden bereiten die Einführung einer Jugendrichtlinie vor, die darauf abzielt, heimische Vereine davor zu schützen, junge Talente zu früh zu verlieren – ein Schritt, der die Debatte darüber verschärft hat, wie Nachwuchsspieler in einem zunehmend globalisierten Markt gefördert und entschädigt werden sollten.
Die Maßnahme, die ausschließlich für Jugendnationalmannschaften gelten soll, soll Talente davon abhalten, das Land in Richtung Europa zu verlassen, ohne zuvor einen Profivertrag bei einem argentinischen Verein unterschrieben zu haben. Obwohl sich die Regelung auf gegenwärtige und zukünftige Spieler bezieht, hat sie auch Überlegungen darüber ausgelöst, wie ähnliche Beschränkungen die frühen Karrieren früherer Stars wie Lionel Messi hätten beeinflussen können.
Laut One Football plant der argentinische Fußballverband (AFA), keine Jugendnationalspieler mehr zu nominieren, die ins Ausland wechseln, ohne zuvor einen Profivertrag in Argentinien unterzeichnet zu haben. Die Regelung soll die Position lokaler Nachwuchsakademien stärken, die in die Ausbildung investieren, aber oft wenig oder gar keine Entschädigung erhalten, wenn Teenager ins Ausland wechseln.
Die Fußballplattform Rising Ballers erläuterte die Hintergründe dieser Maßnahme in einem Social-Media-Beitrag und konzentrierte sich dabei auf Transfers, die unter elterlicher Autorität erfolgen – in Argentinien als „patria potestad“ bekannt.
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„Argentinien wird keine Spieler mehr für seine Jugendnationalmannschaften nominieren, die nach Europa wechseln, ohne vorher einen Profivertrag in Argentinien unterschrieben zu haben“, schrieb Rising Ballers.
„Spieler, die ablösefrei wechseln, werden aufgrund der ‘patria potestad’, die die Interessen der ausbildenden Vereine schützt, nicht mehr berücksichtigt.“
Messis eigener Werdegang veranschaulicht deutlich, wie eine solche Regelung in der Praxis greifen würde. Als Jugendlicher verließ er Argentinien, um sich dem FC Barcelona anzuschließen, ohne zuvor einen Profivertrag bei Newell’s Old Boys unterschrieben zu haben. Nach dem neuen Regelwerk wäre er damit in einer entscheidenden Phase seiner Entwicklung nicht für die argentinischen Jugendnationalmannschaften spielberechtigt gewesen.
Beobachter führen dieses Beispiel nicht als Kritik an Messis Entscheidung an, sondern vielmehr als Erinnerung daran, dass selbst wohlmeinende Regulierungen weitreichende Folgen für außergewöhnliche Talente haben können.
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Heute 38 Jahre alt, gilt Messi weithin als einer der größten Fußballer aller Zeiten. Seine Karriere umfasst Stationen beim FC Barcelona, Paris Saint-Germain und Inter Miami. Zu seinen Erfolgen zählen mehrere Champions-League-Titel, ein Rekord von acht Ballon-d’Or-Auszeichnungen sowie der WM-Triumph mit Argentinien im Jahr 2022 als Mannschaftskapitän.
Javier Méndez Cartier, Jugenddirektor der AFA, verteidigte die neue Regelung mit dem Argument, dass sie die Nachhaltigkeit der argentinischen Vereine in den Vordergrund stelle.
„Auf Entscheidung unseres Präsidenten und seines Exekutivkomitees hin setzt sich diese AFA-Administration stets dafür ein, die Interessen der Ausbildungsvereine zu verteidigen“, erklärte Méndez Cartier.
„Wer das nicht versteht und sich dazu entscheidet, mithilfe der patria potestad auszuwandern, wird nicht für eine Jugendnationalmannschaft nominiert.“
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Auch wenn die Regel keinen Einfluss auf die Spielberechtigung für die A-Nationalmannschaft hätte, verdeutlicht sie die grundlegende Spannung, mit der Fußballverbände weltweit konfrontiert sind: der Balanceakt zwischen lokaler Talentförderung und den Realitäten eines globalisierten Spielermarktes.
Quellen: One Football, Rising Ballers
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