Xabi Alonsos Trainerkarriere nimmt eine unerwartete Wendung
Noch vor Kurzem schien Xabi Alonso auf direktem Weg zur Trainerelite Europas zu sein. Heute steht der ehemalige Weltmeister ohne Verein da und überlegt, wie sein nächster Karriereschritt aussehen soll nach einem rasanten Aufstieg und einem ebenso abrupten Rückschlag.
Alonsos Ruf als Trainer wurde in Deutschland aufgebaut, in Spanien auf die Probe gestellt und steht nun in England wieder im Fokus. Seine nächste Entscheidung könnte darüber entscheiden, ob seine Karriere erneut Fahrt aufnimmt oder weiter ins Stocken gerät.
Eine historische Saison in Deutschland
Alonsos Ansehen stieg während seiner Zeit bei Bayer Leverkusen rasant an. Dort leitete er eine der bemerkenswertesten Spielzeiten in der Geschichte der Bundesliga. In der Saison 2023/24 gewann Leverkusen die Meisterschaft, ohne ein einziges Spiel zu verlieren eine Leistung, die Alonso zu einem der meistbewunderten jungen Trainer Europas machte.
Der ehemalige spanische Nationalspieler, der 2010 als Spieler Weltmeister wurde, wurde für seine taktische Disziplin und seine ruhige Autorität weithin gelobt. Unter seiner Führung entwickelte sich Leverkusen zu einer geschlossenen und dominanten Mannschaft, die sowohl national als auch international die Spiele kontrollieren konnte.
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Angesichts dieses Erfolgs erwarteten nur wenige, dass Alonso noch lange in Deutschland bleiben würde.
Eine schwierige Rückkehr zu Real Madrid
Der nächste Schritt folgte im Sommer 2025, als Alonso zu Real Madrid zurückkehrte dem Verein, für den er während seiner aktiven Karriere 236 Spiele bestritten hatte. Die Verpflichtung wurde allgemein als Heimkehr und logischer Karriereschritt wahrgenommen.
Doch laut Berichten mehrerer Medien erfüllte dieser Wechsel nicht die Erwartungen an Stabilität. Alonso soll mit mehreren Führungsspielern darunter Vinícius Júnior und Jude Bellingham aneinandergeraten sein, während sich hinter den Kulissen Spannungen aufbauten.
Die Situation eskalierte schnell, und seine Amtszeit endete vorzeitig. Was als prestigeträchtige Verpflichtung galt, wurde letztlich zu einer belastenden Unterbrechung seines positiven Laufs.
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England bleibt eine Option aber noch nicht jetzt
Trotz der Enttäuschung in Madrid bleibt Alonsos Ruf in Europa weitgehend unbeschädigt. Laut The Times sei er „an einem Wechsel in die Premier League interessiert“, eine Liga, die er aus seiner fünfjährigen Zeit als Spieler beim FC Liverpool gut kennt.
Es wurde auch über eine mögliche Rückkehr nach Anfield spekuliert, auch wenn Liverpools aktueller Cheftrainer Arne Slot derzeit nicht unter Druck steht. Wichtig ist: Alonso strebt keine überstürzte Rückkehr auf die Trainerbank an.
Dem gleichen Bericht zufolge möchte er „eine Pause einlegen und Angebote ab Juni prüfen“ eine Haltung, die die Gerüchte über eine baldige Anstellung etwas abgekühlt hat.
Unruhe bei Tottenham aber vorerst kein Platz
Alonsos Verfügbarkeit fällt mit wachsendem Unmut bei Tottenham Hotspur zusammen, wo Trainer Thomas Frank nach einer Serie schwacher Ergebnisse unter Druck geraten ist. Die Spurs haben nur drei ihrer letzten 15 Spiele gewonnen und stehen derzeit auf Platz 14 der Premier League.
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Allerdings will die Vereinsführung offenbar keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Laut The Times und GOAL.com ist Tottenham „entschlossen, Frank Zeit zu geben“ und zeigt Verständnis für Herausforderungen wie Verletzungen, Kaderungleichgewichte und interne Umbrüche.
Intern ist man sich zudem bewusst, dass Interimslösungen dem Klub in den letzten Jahren wenig gebracht haben was die Sorge verstärkt, eine falsche Entscheidung könnte die Probleme weiter verschärfen.
Vorerst spielt Alonso keine Rolle in den kurzfristigen Überlegungen von Tottenham und es scheint, dass er bewusst bereit ist zu warten.
Eine Pause kein Schlussstrich
Trainerkarrieren verlaufen selten geradlinig, besonders bei ehemaligen Topspielern. Alonsos Weg vom ungeschlagenen Meister zum vereinslosen Coach war ungewöhnlich schnell, könnte sich jedoch eher als kurze Umleitung denn als endgültiger Rückschlag herausstellen.
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Was als Nächstes passiert, hängt nicht nur von der Gelegenheit ab, sondern auch vom richtigen Timing und davon, ob Alonso Geduld der Eile vorzieht, wenn er seine Rückkehr plant.
Quellen: The Times, GOAL.com
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