Zinedine Zidanes Bedingungen für die Übernahme bei Manchester United nach Amorims Rücktritt
Manchester United stellt erneut seine Führungsstruktur um – nach einem weiteren Trainerwechsel herrscht Unsicherheit über die kurzfristige Kontrolle und die langfristige Ausrichtung im Old Trafford.
Die Entscheidung folgte auf wachsenden Druck in Bezug auf Ergebnisse und Leistungen. Trotz vorheriger Signale der Geduld entschieden sich die Führungskräfte letztlich zum Handeln.
Abschied bestätigt
Rúben Amorim wurde am Montag nach 14 Monaten im Amt entlassen und beendet damit eine turbulente Zeit, die von Inkonstanz und zunehmender Kritik geprägt war.
Die 1:3-Niederlage bei Brentford am Samstag verstärkte den Druck auf den portugiesischen Trainer. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung rangierte der 13-fache Premier-League-Meister auf dem 14. Tabellenplatz, hatte in sechs Spielen lediglich sieben Punkte geholt und elf Gegentore kassiert.
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Amorim verlässt den Verein, während United aktuell auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung steht. Sein letztes Spiel war ein 1:1-Unentschieden auswärts gegen den Rivalen Leeds am Sonntag. Nach dem Spiel sagte er, dass er bei seiner Ankunft vereinbart habe, „Manager und nicht Trainer“ zu sein.
Trotz dieser Unterscheidung bezeichnete das offizielle Vereinsstatement ihn als Cheftrainer – den Titel, den er während seiner gesamten Amtszeit führte – was eine Diskrepanz zwischen Amorims öffentlichem Rollenverständnis und der internen Sichtweise des Vereins unterstreicht.
Übergangslösung
Darren Fletcher, derzeit Trainer der U18-Mannschaft von United, wird nach Amorims Abgang vorübergehend die Verantwortung übernehmen.
Laut BBC Sport ist jedoch nicht geplant, dass Fletcher den Posten bis zum Saisonende behält. Stattdessen wird erwartet, dass United in den kommenden Wochen einen Interimstrainer ernennt, bevor im Sommer eine dauerhafte Lösung gefunden werden soll.
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Nach Angaben von Simon Stone (BBC Sport) hatte Minderheitseigner Sir Jim Ratcliffe ursprünglich vorgesehen, Amorim den Rest der Saison zu überlassen, nachdem er ihn während des Sommer-Transferfensters unterstützt hatte. Dem Vernehmen nach war der Verein fest davon überzeugt, dass keine Nachfolger vorbereitet wurden.
Dennoch sah sich der Verein angesichts der in der Premier League schwindenden Toleranz gegenüber Formkrisen letztlich zum Handeln gezwungen, da die Ergebnisse ausblieben.
Die Entscheidung wurde von der sportlichen Leitung getroffen, darunter Geschäftsführer Omar Berrada und Sportdirektor Jason Wilcox. United hatte bereits eine Abfindung für die Trennung von Erik ten Hag gezahlt, was die finanziellen Belastungen durch einen weiteren Trainerwechsel zusätzlich erhöht.
Top-Kandidaten
Der Fokus richtet sich nun auf mögliche Nachfolger. Oliver Glasner, Enzo Maresca und Gareth Southgate zählen zu den aussichtsreichsten Kandidaten für eine dauerhafte Lösung.
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Maresca, der Chelsea am Neujahrstag verlassen hat, und der frühere englische Nationaltrainer Southgate sind derzeit vereinslos. Glasner hingegen befindet sich in den letzten sechs Monaten seines Vertrags bei Crystal Palace – eine Konstellation, die es United ermöglichen könnte, eine Verpflichtung ohne hohe Ablösesumme zu verhandeln.
Zidane-Frage
Zinédine Zidane bleibt ein spekulativer, aber immer wieder genannter Name. Der ehemalige Trainer von Real Madrid ist seit seinem zweiten Abschied vom Bernabéu im Jahr 2021 ohne Verein und sagte im November, er rechne mit einer baldigen Rückkehr ins Trainergeschäft.
In den letzten Jahren wurde Zidane mehrfach mit United in Verbindung gebracht. Türkische Medien berichteten Anfang des Monats, Zidane habe sich mit Fenerbahçe auf ein Engagement geeinigt – letztlich ging der Posten jedoch an Domenico Tedesco.
Zidane hatte zuvor die Sprache als Hürde genannt und 2022 gegenüber L’Équipe erklärt, dass seine mangelnden Englischkenntnisse ihn davon abgehalten hätten, einen Job im englischen Fußball anzunehmen. Außerdem wurde er als möglicher Nachfolger von Didier Deschamps bei der französischen Nationalmannschaft nach der WM 2026 ins Spiel gebracht.
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Im Jahr 2024 erklärte sein früherer Teamkollege Emmanuel Petit, dass ein möglicher Wechsel zu Manchester United von klaren Zusicherungen abhängig sei.
„Im Moment ist das Umfeld bei Manchester United seit Jahren nicht gut“, sagte Petit.
„Die Instabilität auf der Trainerbank, das Leistungsniveau der Spieler – die Erwartungen an den Klub sind nicht mehr das, was sie einmal waren.
„United ist immer noch ein großer Verein, aber nicht mehr auf dem Platz. Und Zizou ist sich dessen sehr bewusst… Wenn er den Job bei Manchester United annimmt, dann nur, weil er Lösungen hat.“
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Für United bleibt die Herausforderung bestehen: Stabilität wiederherzustellen in einem Umfeld, in dem Geduld rar ist und Erwartungen gnadenlos bleiben.
Quellen: BBC Sport, L’Équipe
