Zusammenstoß auf dem Trainingsplatz erhöhte den Druck, bevor Amorim entlassen wurde
Manchester Uniteds schwierige Saison war nicht nur von inkonsistenten Ergebnissen geprägt, sondern auch von Anzeichen innerer Spannungen. Neue Berichte deuten auf eine Auseinandersetzung auf dem Trainingsgelände hin, die sich wenige Wochen vor der Entlassung von Rúben Amorim ereignet haben soll.
Während die Leistungen auf dem Platz und öffentliche Äußerungen den Trainer bereits unter Druck gesetzt hatten, lassen Aussagen aus Carrington darauf schließen, dass auch intern die Spannungen zunehmend schwerer zu kontrollieren waren.
Auseinandersetzung in Carrington
Amorim wurde am Montagmorgen entlassen – weniger als 24 Stunden nach dem Unentschieden gegen Leeds United in Elland Road. Seine Abberufung folgte auf eine Serie wechselhafter Auftritte und Pressekonferenzen, die verstärkt Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten.
Laut einem Bericht von The Athletic reichten die Probleme über die Spieltage hinaus. Das Medium berichtete, dass es im Dezember während einer Trainingseinheit zu einer Konfrontation zwischen Amorim und Abwehrspieler Lisandro Martínez gekommen sei. Die Szene wurde als „intensiv“ beschrieben.
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Dem Bericht zufolge fühlte sich Martínez in dieser Phase bei der Aufstellung übergangen, was schließlich zum Streit geführt habe. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall wurden nicht veröffentlicht.
Kapitänsrolle als zusätzlicher Faktor
Trotz des Vorfalls wurde Martínez in den letzten beiden Spielen unter Amorim zum Kapitän ernannt. The Athletic merkte an, dass der Trainer die Intensität und das Engagement des Verteidigers schätzte – was darauf hindeutet, dass das Verhältnis trotz der Auseinandersetzung funktional blieb.
Die Episode um Martínez war jedoch nicht der einzige gemeldete Konflikt während Amorims Amtszeit. Der Journalist Samuel Luckhurst von der Manchester Evening News hatte zuvor berichtet, dass Mittelfeldspieler Kobbie Mainoo gegen Ende der vergangenen Saison in eine lautstarke Auseinandersetzung mit dem portugiesischen Trainer verwickelt war.
Solche Spannungen auf dem Trainingsplatz sind bei großen Vereinen nicht ungewöhnlich – besonders in schwierigen Phasen. Wenn solche Vorfälle jedoch nach dem Abgang eines Trainers öffentlich werden, verstärken sie oft den Eindruck, dass der Teamzusammenhalt bereits bröckelte.
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Der Blick richtet sich nach vorn
Darren Fletcher wurde vorübergehend als Interimstrainer eingesetzt, während United nach einer dauerhaften Lösung sucht. Die Verantwortung liegt nun bei Sir Jim Ratcliffe und INEOS, den Klub zu stabilisieren und eine weitere kurzfristige Entscheidung zu vermeiden.
Die Tabellensituation lässt noch Spielraum für eine Wende: United liegt auf dem sechsten Platz der Premier League, nur drei Punkte hinter den Champions-League-Rängen, und hat die Qualifikation für das internationale Geschäft noch in der Hand.
Eine konstante Erfolgsserie könnte die Aufmerksamkeit rasch wieder auf die Leistungen auf dem Platz lenken – statt auf interne Unruhen. Ob das gelingt, hängt ebenso stark von der nächsten Trainerentscheidung ab wie von der Reaktion der Mannschaft in den kommenden Wochen.
Quellen: The Athletic, Manchester Evening News
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