Während die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 am 11. Juni mit Mexikos Aufeinandertreffen mit Südafrika im Estadio Azteca starten soll, sieht sich der globale Fußballverband einer erheblichen Herausforderung gegenüber: fehlende Übertragungsrechte-Deals in den riesigen Märkten Indien und China. Obwohl weltweit in 175 Gebieten Vereinbarungen für das erweiterte Turnier mit 104 Spielen und 48 Teams in Nordamerika bestehen, bleiben zwei der bevölkerungsreichsten Nationen der Welt nur wenige Wochen vor dem Ereignis ohne offizielle Berichterstattung, so SPORTbible.
Stockende Verhandlungen in Indien und China
Die Situation in Indien verdeutlicht eine erhebliche Bewertungsdifferenz. Die FIFA soll Berichten zufolge ursprünglich 100 Millionen US-Dollar für die Übertragungsrechte gefordert haben, eine Summe, die sie später gezwungen war zu reduzieren. Ein gemeinsames Angebot von 20 Millionen US-Dollar von Reliance und Disney für Indiens Rechte wurde jedoch von der FIFA als „inakzeptabel“ eingestuft, wie Reuters unter Berufung auf zwei Quellen berichtete. Während Sony ebenfalls Interesse bekundet hatte, reichte es keinen formellen Vorschlag nach, was den indischen Markt in der Schwebe lässt.
Indien zeigte während der Weltmeisterschaft 2022 ein beträchtliches Engagement, wobei lineare, digitale und soziale Inhalte 746 Millionen Menschen erreichten. Ähnlich fehlt auch in China, wo der staatliche Sender CCTV historisch über seine Streaming-Dienste in den Jahren 2018 und 2022 berichtete, noch ein Deal. China war 2022 ein Motor für digitales Engagement und machte erstaunliche 49,8 Prozent aller Sehstunden auf digitalen und sozialen Plattformen weltweit aus. Die Inhalte der letzten Weltmeisterschaft erreichten in China 1,16 Milliarden Menschen über lineare, digitale und soziale Kanäle.
Zusammen trugen Indien und China beachtliche 20,6 Prozent zur globalen TV-Reichweite der vorherigen Weltmeisterschaft bei, was ihre entscheidende Bedeutung für FIFAs Zuschauerzahlen und kommerzielle Strategie unterstreicht.
Lesen Sie auch: LIV Golf steht vor ungewisser Zukunft, da die Finanzierung durch den saudischen PIF nach der Saison 2026 enden soll
Digitale Reichweite und Piraterie-Bedenken
Trotz der drohenden Übertragungsprobleme hält sich die FIFA bezüglich der Einzelheiten der laufenden Verhandlungen bedeckt. „Die Gespräche in China und Indien bezüglich des Verkaufs von Medienrechten für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 laufen und müssen zu diesem Zeitpunkt vertraulich bleiben“, erklärte die FIFA zu der Situation.
Das Fehlen von Deals in diesen Schlüsselmärkten wirft Bedenken auf, die über bloße Zuschauerzahlen hinausgehen. Sollten Last-Minute-Vereinbarungen getroffen werden, hätten die Sender nur minimale Zeit, ihre Berichterstattung zu bewerben, was sich potenziell auf die Gesamtzuschauerzahlen auswirken könnte. Noch kritischer ist die große Befürchtung, dass ein Mangel an offiziellen Übertragungsoptionen weit verbreitete Piraterie und illegales Streaming in Indien und China anheizen könnte, was FIFAs Bemühungen untergräbt, ihr Flaggschiff-Turnier zu monetarisieren.
Diese Situation steht im Gegensatz zu FIFAs erfolgreichen digitalen Partnerschaften, einschließlich lukrativer Deals mit TikTok und YouTube. YouTube ist insbesondere zu einem „bevorzugten Partner“ geworden, der Medienpartnern erlaubt, die ersten 10 Minuten jedes Spiels und ausgewählte komplette Spiele auf ihren Kanälen live zu streamen. Diese digitalen Wege können jedoch die fehlenden umfassenden linearen Übertragungsdeals in solch riesigen Märkten möglicherweise nicht vollständig kompensieren, insbesondere da weder Indien noch China sich für das Turnier 2026 qualifiziert haben, was bedeutet, dass das Interesse rein dem globalen Spektakel gilt.
Quellen: www.sportbible.com
Lesen Sie auch: Die englischen Fans glauben der Erklärung des RFU für das Scheitern bei den Six Nations nicht
Lesen Sie auch: Irans Fußballchef fordert US-Reisegarantien für die WM 2026 wegen IRGC-Bedenken



