Guadalajara, eine der mexikanischen Gastgeberstädte für die bevorstehende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, kämpft mit einem erheblichen Anstieg der öffentlichen Wahrnehmung von Unsicherheit, nur knapp zwei Monate vor dem Anpfiff des globalen Turniers. Eine aktuelle nationale Umfrage zur öffentlichen Sicherheit zeigt, dass 90,2 % der Einwohner Guadalajaras die Situation in ihrer Gegend nun als unsicher empfinden, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 79,2 %, die im Dezember 2025 verzeichnet wurden.
Das Nationale Institut für Statistik und Geografie (Inegi), das die Umfrage am Freitag veröffentlichte, beschrieb den Anstieg der Unsicherheitswahrnehmung in Guadalajara als „statistisch signifikanten Unterschied“. Diese wachsende Besorgnis wird größtenteils einer Welle der Gewalt zugeschrieben, die auf eine föderale Operation im Februar 2026 folgte, die auf Nemesio Oseguera Cervantes, weithin bekannt als „El Mencho“, abzielte.
Tod des Kartellführers löst Chaos aus
El Mencho, der berüchtigte Anführer des Jalisco-Kartells der neuen Generation (CJNG), wurde während der Operation schwer verwundet und starb anschließend auf dem Weg ins Krankenhaus. Sein Tod löste weitreichendes Chaos und Gewalt in verschiedenen Teilen des Bundesstaates Jalisco aus, darunter Guadalajara, Zapopan und das beliebte Touristenziel Puerto Vallarta. Die US-Drogenvollzugsbehörde betrachtet das CJNG als eine der „mächtigsten und rücksichtslosesten kriminellen Organisationen“ in Mexiko und wurde von den USA während der zweiten Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Donald Trump als terroristische Organisation eingestuft.
Mit 90,2 % seiner Einwohner, die sich unsicher fühlen, rangiert Guadalajara nun als zweitunsicherste Stadt Mexikos, nur übertroffen von Irapuato (92,1 %) in Guanajuato, einem Bundesstaat, der das nationale Register der gewaltsamen Todesfälle im Jahr 2026 mit 413 Opfern vorsätzlicher Tötungsdelikte und fünf Femiziden anführt.
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Umfassendere Sicherheitslage
Die düstere Realität der Sicherheitsherausforderungen in der Region wurde durch die Entdeckung geheimer Krematorien auf einer Ranch in Jalisco im März 2025 unterstrichen. Aktivisten, darunter die „Warrior Searchers of Jalisco“, beschrieben den Ort als „Vernichtungslager“, wo eingeäscherte Skelettreste, persönliche Gegenstände und Namenslisten gefunden wurden, so CNN. Die Generalstaatsanwaltschaft von Jalisco stellte fest, dass Kartelle zusätzliche Überreste in einem unterirdischen Raum unter einer Ziegelplatte versteckt hatten, eine „Methode, die von der kriminellen Gruppe zuvor nicht angewendet wurde“. Am 22. März 2026 wurden große Banner mit Suchflugblättern vermisster Personen vor dem Regierungspalast von Jalisco ausgelegt, was die anhaltende Krise der Verschwundenen verdeutlicht.
Während die Sicherheitsbedenken in Guadalajara stark angestiegen sind, zeigen andere mexikanische WM-Gastgeberstädte unterschiedliche Trends. In Mexiko-Stadt sank die Unsicherheitswahrnehmung im Bezirk Coyoacán von 47,2 % im Dezember 2025 auf 44 % im April 2026, obwohl der Bezirk Tlalpan einen leichten Anstieg verzeichnete. Monterrey, der dritte mexikanische WM-Austragungsort, erlebte einen Rückgang der Unsicherheitswahrnehmung von 67,4 % im Dezember 2025 auf 59,7 % im April 2026, wobei auch Guadalupe, wo sich das Monterrey-Stadion befindet, einen Rückgang meldete.
Diese jüngste ENSU-Umfrage ist die letzte vor der Weltmeisterschaft 2026, wobei die nächste Ausgabe nach Abschluss des Turniers veröffentlicht werden soll. Die Ergebnisse stellen eine erhebliche Herausforderung für Organisatoren und Behörden dar, da sie sich darauf vorbereiten, ein globales Publikum in Jalisco willkommen zu heißen.
Quellen: edition.cnn.com, cnnespanol.cnn.com, www.cnn.com
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