Laut The Guardian hat die wachsende Verletzungskrise der NBA die Bedenken hinsichtlich des anspruchsvollen Spielplans der Liga und der physischen Belastung sowohl der regulären Saison als auch der Playoffs verstärkt. Die Publikation hob hervor, wie jüngste Postseason-Serien mehrere Titelanwärter stark dezimiert haben, wobei Stars und wichtige Rollenspieler erhebliche Verletzungen erlitten.
Ein Playoff-Spießrutenlauf fordert seinen Tribut
Die jüngsten Playoff-Serien waren besonders brutal, wobei mehrere Teams ihre Kader dezimiert sahen. Das Aufeinandertreffen zwischen den Minnesota Timberwolves und den Denver Nuggets beispielsweise hinterließ beide Teams angeschlagen. Timberwolves-Coach Chris Finch beklagte die physische Belastung und erklärte: „Bevor die Serie begann, dachte ich, der wahre Gewinner dieser Serie würde San Antonio sein, weil sich beide Teams gegenseitig viele Spieler wegnehmen würden, und das taten sie auch. Ich bin mir also nicht sicher, was uns noch bleibt, bevor wir dorthin fahren.“
Unter den Ausfällen aus dieser und anderen Serien waren:
- Donte DiVincenzo (Minnesota Timberwolves) erlitt einen Achillessehnenriss.
- Anthony Edwards (Minnesota Timberwolves) überdehnte sein Knie.
- Ayo Dosunmu (Minnesota Timberwolves) laborierte an einer Wadenverletzung.
- Aaron Gordon (Denver Nuggets) fiel wegen Wadenproblemen aus.
- Peyton Watson (Denver Nuggets) zog sich eine Oberschenkelzerrung zu.
- Jayson Tatum (Boston Celtics) feierte ein rekordverdächtig schnelles Comeback nach einem Achillessehnenriss, nur um sich erneut am Bein zu verletzen, was ihn für ein entscheidendes Spiel 7 ausschloss.
- Luka Dončić (Los Angeles Lakers) fällt bis auf Weiteres verletzungsbedingt aus und bestritt zudem vier von sechs Spielen gegen die Houston Rockets ohne Austin Reaves.
- Kevin Durant (Houston Rockets) verpasste bis auf ein Spiel die gesamte Lakers-Serie aufgrund eines schlechten Knies und einer Knochenprellung im Knöchel, obwohl er 78 von 82 Spielen der regulären Saison bestritten hatte.
- Jalen Williams (Oklahoma City Thunder) spielt Berichten zufolge ohne seinen zweitbesten Spieler aufgrund einer gefühlt zehnten Oberschenkelverletzung.
- Nikola Jokić (Denver Nuggets) überdehnte ebenfalls sein Knie.
Der unerbittliche Kampf der Saison
Auch die reguläre Saison hat sich als unerbittlicher Spießrutenlauf erwiesen. Selbst die vielversprechendsten Talente und MVP-Kandidaten der Liga blieben nicht verschont. Victor Wembanyama von den San Antonio Spurs erlitt in Spiel 2 nach einem Sturz eine Gehirnerschütterung und verpasste ein Spiel. Die New York Times (Athletic) berichtete, dass Wembanyama den Vorfall als „seltsam“ empfand und „sich wünschte, er hätte null Spiele“ verletzungsbedingt verpasst.
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Weitere bedeutende Verletzungen in der regulären Saison sind:
- Luka Dončićs Oberschenkelprobleme, die ihn mitten in einer der heißesten Phasen seiner Karriere im Stich ließen.
- Cade Cunninghams Lungenkollaps im März.
- Shai Gilgeous-Alexander, der im Februar wegen einer Bauchmuskelzerrung ausfiel.
- Fred VanVleet (Houston Rockets), der die gesamte Saison wegen eines Kreuzbandrisses ausfiel.
Sowohl Dončić als auch Cunningham mussten trotz ihrer MVP-würdigen Leistungen Ausnahmegenehmigungen für die 65-Spiele-Regel der Liga beantragen, ein Beleg dafür, wie weit verbreitet Verletzungen geworden sind. Im krassen Gegensatz dazu gehört der 41-jährige LeBron James zu den relativ unverletzten Spielern, eine seltene Ausnahme in einer Liga, in der körperliche Zusammenbrüche immer häufiger werden.
Das schiere Ausmaß der Verletzungen beeinträchtigt nicht nur das Wohlergehen der Spieler, sondern mindert auch das Zuschauererlebnis, da viele Top-Spiele ohne Schlüsselspieler stattfinden. Dieser Trend hat Forderungen an die NBA neu entfacht, ihren Spielplan zu überdenken, potenziell durch eine Verkürzung der regulären Saison auf 82 Spiele oder eine Rückkehr zu einem Best-of-Five-Format für die erste Playoff-Runde, wie es vor 2003 der Fall war, um die Gesundheit und Langlebigkeit ihrer Athleten zu erhalten.
Quellen: www.theguardian.com, www.nytimes.com
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