Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 brachte unzählige unvergessliche Momente hervor, doch nur wenige sind so berüchtigt geworden wie Portugals Achtelfinalbegegnung mit den Niederlanden. Das hart umkämpfte Duell ging als „Schlacht von Nürnberg“ in die Geschichte ein, nachdem es zu einem der undiszipliniertesten Spiele eskaliert war, das je auf der größten Fußballbühne zu sehen war. Wie GIVEMESPORT hervorhebt, stellte das Spiel damals einen WM-Rekord für Gelbe Karten auf und sah vier Platzverweise.
Portugal setzte sich letztendlich mit 1:0 durch, Maniche erzielte in der 23. Minute das entscheidende Tor. Das Ergebnis wurde jedoch von der unaufhörlichen Flut von Fouls und Konfrontationen überschattet. Der russische Schiedsrichter Valentin Iwanow zeigte während des Spiels unglaubliche 16 Gelbe Karten, ein Rekord für ein WM-Spiel, der Bestand hatte, bis 18 Spieler bei Argentiniens Viertelfinalsieg über die Niederlande bei der Weltmeisterschaft 2022 verwarnt wurden. Noch bemerkenswerter war, dass vier Rote Karten gezeigt wurden, was den brutalen Ruf des Spiels weiter festigte.
Ein Spiel gerät außer Kontrolle
Die erste Halbzeit gab den Ton für die hitzige Begegnung vor. Portugals Costinha war der erste, der nach zwei Gelben Karten vom Platz gestellt wurde. Der Niederländer Khalid Boulahrouz war ebenfalls eine zentrale Figur in der eskalierenden Spannung; seine erste Attacke zwang Portugals Starstürmer Cristiano Ronaldo verletzungsbedingt zum Ausscheiden. Boulahrouz wurde später in der 63. Minute wegen eines zweiten verwarnungswürdigen Vergehens vom Platz gestellt.
Inmitten des Tumults verloren selbst erfahrene Veteranen die Fassung. Portugals Kapitän Luis Figo verpasste Mark van Bommel während eines Gerangels an der Seitenlinie einen umstrittenen Kopfstoß. Trotz der klaren Aggression erhielt Figo nur eine Gelbe Karte, eine Entscheidung, die erhebliche Kritik hervorrief. Die Platzverweise gingen weiter, als Portugals Deco nach zwei Gelben Karten vom Platz gestellt wurde, und in der Nachspielzeit erhielt Giovanni van Bronckhorst von den Niederlanden seine Rote Karte für einen Ellbogenschlag gegen Figo.
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Blatters schnelle Verurteilung und späteres Bedauern
Die Schiedsrichterleistung von Valentin Iwanow geriet nach dem Spiel unter intensive Beobachtung. Der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter äußerte sich besonders lautstark missbilligend. „Ich bin der Meinung, dass der Schiedsrichter nicht auf dem gleichen Niveau wie die Teilnehmer, die Spieler, war“, sagte Blatter dem portugiesischen Fernsehsender SIC. „Ich denke, es hätte eine Gelbe Karte für den Schiedsrichter geben können.“
Die Folgen waren schnell spürbar. Sowohl Iwanow als auch der englische Schiedsrichter Graham Poll wurden nach dem Achtelfinale aus dem Turnier genommen, wobei Blatter erklärte: „Die FIFA ist es sich selbst schuldig, in ihrem eigenen Vorzeigewettbewerb die besten Schiedsrichter einzusetzen.“ Blatter drückte jedoch später sein Bedauern über seine öffentliche Kritik aus. „Ich möchte nur sagen, dass ich bedauere, was passiert ist. Ich bedauere, was ich über seine Handlungen im Spiel zwischen Portugal und den Niederlanden gesagt habe“, sagte er später Reportern, wie GiveMeSport berichtete.
Trotz der Kontroverse zog Portugal ins Viertelfinale ein, besiegte England im Elfmeterschießen, bevor es im Halbfinale mit 0:1 gegen Frankreich verlor. Sie belegten schließlich den vierten Platz nach einer 1:3-Niederlage gegen Deutschland im Spiel um Platz drei. Die Schlacht von Nürnberg bleibt jedoch eine deutliche Erinnerung an ein WM-Spiel, bei dem Disziplin und nicht der Fußball im Mittelpunkt stand.
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