Didier Deschamps

Deschamps denkt nicht an Rücktritt, Frankreich leitet neue Ära ein

Didier Deschamps verlässt die französische Nationalmannschaft nach 14 Jahren, doch der Weltmeistertrainer will seine Karriere fortsetzen. Während Frankreich seinen Nachfolger präsentiert, prüft der 57-Jährige Angebote von Vereinen und Nationalteams.

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Didier Deschamps’ historische Amtszeit als französischer Nationaltrainer ist beendet. Seine Karriere auf der Trainerbank soll es jedoch noch lange nicht sein.

Der französische Fußballverband wird am Dienstag um 11.00 Uhr in Paris den neuen Nationaltrainer vorstellen. Zuvor kommt das Exekutivkomitee zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen.

Der Verband hat den Namen des neuen Trainers in seiner offiziellen Mitteilung nicht genannt. Zinedine Zidane gilt jedoch als klarer Favorit auf die Nachfolge von Deschamps.

Laut der offiziellen Ankündigung des französischen Fußballverbandes wird FFF-Präsident Philippe Diallo den neuen Trainer unmittelbar nach der Sitzung präsentieren. Die Pressekonferenz soll auch über die offiziellen Kanäle des Verbandes übertragen werden.

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Für Frankreich beginnt damit ein neues Kapitel. Deschamps selbst denkt allerdings nicht daran, sich aus dem Fußball zurückzuziehen.

Deschamps weist Rücktrittsgedanken zurück

Deschamps ist erstmals seit seinem Amtsantritt im Sommer 2012 ohne feste Aufgabe.

Trotzdem hat der 57-Jährige deutlich gemacht, dass das Ende seiner Zeit bei Frankreich nicht das Ende seiner Trainerkarriere bedeutet.

„Reden Sie mit mir nicht über den Ruhestand“, sagte Deschamps im Gespräch mit Le Figaro, wie AS in einem Bericht über seine Zukunft schrieb.

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Deschamps erklärte, dass er weiterhin den Druck und das Adrenalin des Spitzensports brauche. Er wolle sich zunächst eine Pause nehmen, bevor er über sein nächstes Projekt entscheide.

„Ich schließe keine Tür“, sagte er.

Damit hat sich seine Haltung offenbar verändert. Während seiner langen Amtszeit bei Frankreich hatte Deschamps nur selten den Eindruck vermittelt, dass er sich die Arbeit mit einer anderen Nationalmannschaft vorstellen könne.

Nun will er sowohl Angebote von Vereinen als auch von Verbänden prüfen.

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Ein Rekord neben Joachim Löw

Für deutsche Leser ist Deschamps’ Bilanz auch deshalb bemerkenswert, weil sie eng mit der Ära von Joachim Löw vergleichbar ist.

Deschamps betreute Frankreich in 185 Spielen. Er gewann 120 davon, spielte 35-mal unentschieden und verlor 30 Begegnungen.

Frankreich wurde unter ihm 2018 Weltmeister, erreichte die Endspiele der Europameisterschaft 2016 und der Weltmeisterschaft 2022 und gewann 2021 die Nations League.

Auch bei den Weltmeisterschaften 2018, 2022 und 2026 erreichte Frankreich jeweils mindestens das Halbfinale.

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Nach der statistischen Bilanz des französischen Fußballverbandes hat unter den europäischen Nationaltrainern lediglich Joachim Löw mehr Spiele und Siege mit derselben Auswahl gesammelt.

Deschamps wurde zudem zum ersten Trainer, der mit einer Mannschaft drei Weltmeisterschafts-Halbfinals in Folge erreichte.

Spanien und Italien gelten als attraktive Ziele

Sollte Deschamps in den Vereinsfußball zurückkehren, bevorzugt er nach eigenen Angaben einen Job in Frankreich, Italien oder Spanien.

Konkrete Verhandlungen mit einem Klub sind bislang nicht bekannt. Viele europäische Spitzenmannschaften haben ihre Trainerpositionen zudem bereits vor Beginn der Saison besetzt.

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Seine Aussage zeigt daher vor allem, welche Märkte er grundsätzlich interessant findet.

Deschamps trainierte vor seiner Zeit bei Frankreich bereits Monaco, Juventus und Marseille. Mit Monaco erreichte er 2004 das Champions-League-Finale. Juventus führte er nach dem Zwangsabstieg zurück in die Serie A, während er mit Marseille sechs Titel gewann.

Sein letzter Job im Vereinsfußball endete 2012.

Saudi-Arabien bleibt eine mögliche Option

Auch ein Wechsel außerhalb Europas ist nicht ausgeschlossen.

Deschamps soll Saudi-Arabien als mögliches Ziel betrachten, entweder bei einem Spitzenklub oder in einer neuen Rolle als Nationaltrainer.

Während seiner Zeit bei Frankreich lehnte er bereits lukrative Angebote aus dem Ausland ab. Damals wollte er seinen Vertrag mit der französischen Auswahl erfüllen.

Aktuell ist kein konkretes Angebot aus Saudi-Arabien bestätigt. Trotzdem dürfte Deschamps aufgrund seiner Erfolge zu den attraktivsten verfügbaren Trainern auf dem internationalen Markt gehören.

Er verlässt Frankreich nicht nach einem sportlichen Zusammenbruch, sondern nach einem weiteren WM-Halbfinale.

Kein gemeinsamer Abschied mit dem Nachfolger

Die Präsentation am Dienstag soll sich vollständig auf den neuen Nationaltrainer konzentrieren.

Der Verband hatte offenbar über eine größere Abschiedszeremonie für Deschamps nachgedacht. Der scheidende Trainer entschied sich jedoch gegen einen öffentlichen Auftritt und bedankte sich stattdessen in einer privaten Nachricht bei den Mitarbeitern des Verbandes.

Wie Europe 1 vor der geplanten Übergabe berichtete, wird Deschamps voraussichtlich nicht gemeinsam mit seinem Nachfolger auf der Bühne stehen.

Das muss nicht zwangsläufig als Zeichen eines persönlichen Konflikts mit Zidane verstanden werden.

Beide wurden 1998 gemeinsam Weltmeister. Deschamps vermied es jedoch bis zuletzt, seinen erwarteten Nachfolger öffentlich beim Namen zu nennen, bevor der Verband die Entscheidung offiziell verkündet hatte.

Der Druck wurde zu groß

Deschamps hatte bereits vor der Weltmeisterschaft erklärt, dass das Turnier sein letztes als französischer Nationaltrainer sein werde.

Nach seinem Abschied sagte er, dass die öffentliche und mediale Atmosphäre rund um seine Position einen wichtigen Einfluss auf diese Entscheidung gehabt habe.

Er bezeichnete das Umfeld als „so erdrückend“, dass ein Rückzug letztlich auch im Interesse der Mannschaft gewesen sei.

Nach Le Parisiens Bericht über sein Abschiedsinterview entspannte sich die Situation erst, nachdem Deschamps sein Ausscheiden offiziell angekündigt hatte.

Die Kritik hatte sich über Jahre an seiner defensiven Spielweise, seinen Nominierungen und der langen Wartezeit Zidanes entzündet.

Selbst ein weiteres WM-Halbfinale konnte diese Debatte nicht beenden.

Emotionaler Abschied des Trainerstabs

Auch Deschamps’ engste Mitarbeiter haben sich inzwischen verabschiedet.

In einem gemeinsamen Brief beschrieben sie, wie schwer es sei, nach 14 Jahren Lebewohl zu sagen. Sie dankten Deschamps für sein Vertrauen und die gemeinsamen Erlebnisse.

Wie La Dépêche in ihrem Bericht über den Abschiedsbrief schrieb, erklärte der Trainerstab, dass die entstandene Verbindung ein Leben lang bleiben werde.

Mehrere Mitglieder des bisherigen Teams werden den Verband voraussichtlich ebenfalls verlassen.

Damit endet nicht nur die Amtszeit eines Trainers. Frankreich baut seine sportliche Führung grundlegend neu auf.

Frankreich blickt nach vorn, Deschamps wartet

In Paris richtet sich nun alles auf den neuen Trainer, seinen Stab und die ersten Entscheidungen der Zeit nach Deschamps.

Der ehemalige Kapitän Frankreichs muss dagegen keine schnelle Entscheidung treffen.

Er kann abwarten, Angebote vergleichen und entscheiden, ob seine Zukunft bei einem europäischen Klub, einer anderen Nationalmannschaft oder außerhalb Europas liegt.

Frankreichs Zukunft liegt nicht länger in seinen Händen.

Über seine eigene will Deschamps weiterhin selbst bestimmen.

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