Lamine Yamal

Der Teenager, der Deutschlands EM-Traum zerstörte, begrüßte Spaniens König wie einen Kumpel

Lamine Yamal bereitete 2024 gegen Deutschland das spanische Führungstor vor und half, das Sommermärchen des Gastgebers zu beenden. Zwei Jahre später kehrte er als Weltmeister nach Madrid zurück und verwandelte…

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Viele deutsche Fans erinnern sich an Lamine Yamal als den 16-Jährigen, der im EM-Viertelfinale von Stuttgart keine Angst vor Antonio Rüdiger, David Raum oder Manuel Neuer zeigte. Sein Pass auf Dani Olmo leitete Spaniens Führung ein und trug dazu bei, Deutschlands Heimturnier zu beenden.

Zwei Jahre später ist Yamal Weltmeister. Bei der offiziellen Ehrung im Zarzuela-Palast wirkte der inzwischen 19-Jährige genauso wenig beeindruckt wie damals auf dem Rasen in Stuttgart.

Während seine Mitspieler König Felipe VI überwiegend mit einem klassischen Händedruck begrüßten, entschied sich Yamal für einen lockeren Dap-Handschlag. Anschließend umarmten sich Spieler und Monarch, als würden sie sich aus einer Mannschaftskabine kennen.

Deutschland kennt seine unbekümmerte Seite

Yamals Einfluss auf das deutsche Heimturnier begann im Viertelfinale 2024. Der Barcelona-Spieler legte kurz nach der Pause für Olmo auf, bevor Mikel Merino Spanien in der 119. Minute zum 2:1-Sieg köpfte.

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Laut dem offiziellen Bericht des FC Barcelona über Yamals damaligen Rekord war es bereits seine dritte Vorlage des Turniers. Noch nie zuvor hatte ein Spieler unter 20 Jahren bei einer EM drei Tore vorbereitet.

Für Deutschland endete die Europameisterschaft damit in Stuttgart. Für Yamal ging der Aufstieg weiter, zunächst mit dem EM-Titel in Berlin und anschließend mit Spaniens zweitem Weltmeistertitel.

Die Leichtigkeit, mit der er damals gegen erfahrene deutsche Nationalspieler auftrat, war auch beim königlichen Empfang erkennbar. Der Rahmen hatte sich verändert, seine Körpersprache jedoch nicht.

Ein Handschlag veränderte die Stimmung

Wie Luis Linaza in La Razóns Bericht über die Szene beschrieb, hatten die vorherigen Spieler den König formell begrüßt. Yamal schlug dagegen zunächst locker ein und ging anschließend direkt in eine Umarmung über.

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Felipe nahm die Geste ohne Zögern an. Der König versuchte nicht, den 19-Jährigen in die formelle Abfolge zurückzuführen, sondern passte sich dessen Begrüßung an.

Der Körpersprache-Experte Javier Torregrosa erklärte, ein solcher Dap-Handschlag stamme aus der urbanen Kultur und sei vor allem unter jüngeren Generationen verbreitet. In der von El Comercio veröffentlichten Analyse deutete er die Geste als Ausdruck von Freundschaft und Nähe.

Es gibt keinen Beleg dafür, dass Yamal damit eine konkrete Vorschrift verletzte. Er durchbrach aber sichtbar die Förmlichkeit eines Termins, der bis zu diesem Augenblick nach einem klaren institutionellen Muster verlaufen war.

Vom Stuttgarter Viertelfinale zum Weltmeister

Spanien gewann das WM-Finale gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung. Die königliche Familie verfolgte die Partie im Stadion in New Jersey und nahm auch an der anschließenden Siegerehrung teil.

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Einen Tag später empfingen Felipe, Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor und Infantin Sofía die Mannschaft in Madrid. Der Verband überreichte dem König ein neues Trikot mit den beiden WM-Sternen.

Im offiziellen Bericht des spanischen Verbandes bezeichnete Felipe den Titel als „epischen Triumph“ einer Mannschaft, die bereits legendär sei. Er lobte Zusammenhalt, Mut und die Verbindung von Kopf und Herz.

„Ihr wart eine Mannschaft, solidarisch und großzügig, und ihr habt mit Haltung gewonnen“, sagte der König. „Diese beiden Sterne gehören für immer ganz Spanien.“

Yamal steht für eine neue Generation

Deutschland verfügt mit Jamal Musiala, Florian Wirtz und mehreren weiteren jungen Spielern über eine eigene Generation, die traditionelle Hierarchien zunehmend selbstverständlich behandelt. Yamal ist das spanische Extrembeispiel dieser Entwicklung.

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Er war schon als Teenager Stammspieler bei einem der größten Vereine der Welt. Nationaltrainer, erfahrene Mitspieler und Gegner behandelten ihn früh nicht wie ein Nachwuchstalent, sondern wie einen entscheidenden Leistungsträger.

Die Szene im Palast zeigte, dass dieser Status inzwischen über den Fußball hinausgeht. Yamal musste sich nicht sichtbar kleiner machen, um Anerkennung von der höchsten staatlichen Institution zu erhalten.

Felipe wiederum erkannte offenbar, dass ein steifer Handschlag weniger glaubwürdig gewirkt hätte als die spontane Begrüßung. Der König begegnete Yamal nicht nur als Staatsoberhaupt, sondern auch als Fan einer Mannschaft, die er am Vorabend hatte gewinnen sehen.

Der nächste große Gegner bleibt absehbar

Deutschland und Spanien werden sich in den kommenden Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit erneut auf der wichtigsten Bühne begegnen. Yamal wäre beim gemeinsam von Spanien, Portugal und Marokko ausgerichteten WM-Turnier 2030 erst 23 Jahre alt.

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Für deutsche Anhänger ist das keine beruhigende Aussicht. Der Spieler, der das Heimturnier 2024 entscheidend beeinflusste, hat inzwischen auch die Weltmeisterschaft gewonnen.

In Stuttgart behandelte er Deutschlands erfahrene Verteidiger ohne Ehrfurcht. In Madrid behandelte er den König auf ähnliche Weise, diesmal jedoch mit einem Lächeln und einer Umarmung.

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