Die Geschichte von Vozinhas Namen begann mit einer deutschen Finalniederlage. Sein Vater war von Jorge Valdano beeindruckt, der Argentinien 1986 in Mexiko zum Weltmeistertitel gegen die Bundesrepublik Deutschland verhalf.
Der neugeborene Sohn sollte deshalb Jorge Valdano heißen. Ein Beamter in Kap Verde lehnte den ausländischen Namen jedoch ab, woraufhin sich die Familie für Josimar entschied.
Nun steht der Torhüter erneut vor einer ungewöhnlichen Namensfrage. Beim chilenischen Rekordmeister Colo-Colo darf er seinen bekannten Spitznamen nach den geltenden Ligaregeln möglicherweise nicht auf dem Trikot verwenden.
Ein deutsches WM-Finale bestimmte seinen Vornamen
Wie FIFA in der deutschen Geschichte über Vozinhas Namen beschreibt, bewunderte sein Vater den argentinischen Angreifer Valdano bei der Weltmeisterschaft 1986. Valdano erzielte im Endspiel gegen die Bundesrepublik das zwischenzeitliche 2:0.
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Als der gewünschte Name nicht akzeptiert wurde, entschied sich die Familie für Josimar. Der brasilianische Rechtsverteidiger hatte beim selben Turnier mit spektakulären Toren gegen Nordirland und Polen für Aufsehen gesorgt.
Der vollständige Name des Torhüters lautet deshalb Josimar José Évora Dias. Unter diesem Namen kennt ihn jedoch kaum jemand außerhalb offizieller Dokumente.
Im Fußball wurde aus Josimar der Mann, den die ganze Welt als Vozinha kennenlernte. Ausgerechnet dieser Name könnte nun ebenfalls an einer behördlichen Vorschrift scheitern.
Chile verbietet Spitznamen auf den Trikots
Nach Artikel 36 der offiziellen Wettbewerbsbestimmungen der chilenischen ANFP müssen die Spieler ihren väterlichen oder mütterlichen Familiennamen auf dem Rücken tragen. Spitznamen, Beinamen und Künstlernamen sind ausdrücklich ausgeschlossen.
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Bei einem Verstoß drohen dem Spieler eine administrative Gelbe Karte und dem Klub eine Geldstrafe. Vozinha müsste deshalb voraussichtlich mit Évora, Dias oder Évora Dias auflaufen.
Colo-Colo könnte versuchen, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Ohne eine solche Entscheidung kann der Verein den Namen, mit dem er seinen prominenten Neuzugang bewirbt, nicht einfach für dessen offizielles Spieltrikot übernehmen.
Für den Klub ist das auch wirtschaftlich relevant. Ein Trikot mit Vozinha auf dem Rücken dürfte sich nach dessen WM-Auftritten leichter verkaufen lassen als eines mit einem Familiennamen, den viele neue Anhänger nicht mit ihm verbinden.
Warum alle ihn Vozinha nennen
Der Spitzname entstand während seiner Kindheit auf der kapverdischen Insel São Vicente. Vozinha wuchs bei seinen Großeltern auf, weil sein Vater Militärdienst leistete und seine Mutter lange arbeiten musste.
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Beim Straßenfußball trat er regelmäßig gegen ältere Jungen an. Wenn sie ihn umstießen und er sich nicht wehren konnte, lief er wütend zu seinen Großeltern zurück.
Seine Freunde machten sich darüber lustig und verbanden ihn mit seiner Großmutter. Aus dem portugiesischen Wort für Großmutter entwickelte sich schließlich Vozinha, sinngemäß die kleine Oma oder das Großmütterchen.
Als er später nach Angola wechselte, spielte dort bereits ein anderer Torhüter namens Josimar. Statt als Josimar II aufzutreten, entschied er sich endgültig für den Spitznamen seiner Kindheit.
Mit 40 Jahren in die Weltelf
Vor der Weltmeisterschaft war Vozinha außerhalb Afrikas und Portugals nur einem kleinen Publikum bekannt. Er hatte zuletzt für Chaves in der zweiten portugiesischen Liga gespielt und ging ohne neuen Klub in das Turnier.
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Im ersten WM-Spiel der kapverdischen Geschichte hielt er gegen Spanien sieben Schüsse. Der Außenseiter erreichte ein 0:0 gegen die Mannschaft, die später den Titel gewann.
Kap Verde überstand die Gruppenphase ungeschlagen und zwang Argentinien in der Runde der letzten 32 in die Verlängerung. Erst nach 120 Minuten endete der außergewöhnliche Lauf mit einer 2:3-Niederlage.
FIFA zufolge erhielt Vozinha bei der Abstimmung über die WM-Traumelf 39,6 Prozent der Stimmen für die Torhüterposition. Mit ihm wurden unter anderem Jude Bellingham, Lionel Messi, Kylian Mbappé und Dayot Upamecano gewählt.
Ein Vertrag auf den letzten Metern der Karriere
Colo-Colo reagierte auf die sportliche und mediale Entwicklung. Der chilenische Spitzenklub einigte sich mit dem Umfeld des Torhüters und erwartet ihn nun zur medizinischen Untersuchung.
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Laut dem jüngsten Bericht des chilenischen Senders Cooperativa soll Vozinha am 30. Juli in Santiago eintreffen. Erst nach den Untersuchungen und den letzten Formalitäten soll der Vertrag unterschrieben werden.
Der Wechsel bietet dem 40-Jährigen die Möglichkeit, seine Karriere bei einem der größten südamerikanischen Vereine fortzusetzen. Colo-Colo führt die chilenische Meisterschaft an und verpflichtete den Kapverdier sowohl wegen seiner Erfahrung als auch wegen seiner neuen globalen Bekanntheit.
Sportlich muss er sich seinen Platz weiterhin verdienen. Symbolisch hat er seine erste Aufgabe bereits erhalten, denn der bekannteste Name seiner Karriere benötigt nun die Zustimmung der Funktionäre.
Zum zweiten Mal entscheidet ein Amt über seinen Namen
Vozinhas Vater verlor 1986 den ersten Namensstreit. Der gewünschte Jorge Valdano wurde abgelehnt, und der Sohn erhielt stattdessen den Namen einer brasilianischen WM-Figur.
Der Spitzname Vozinha entstand später ohne Behörde, Vertrag oder Marketingabteilung. Er kam aus der Familie und begleitete den Torhüter durch Kap Verde, Angola, Moldau, Portugal, Zypern und die Slowakei.
Nun entscheidet erneut ein Regelwerk darüber, welcher Name sichtbar sein darf. Für einen Spieler, dessen gesamte Identität durch den Fußball geprägt wurde, könnte der Zeitpunkt kaum ironischer sein.



