Jede individuelle Auszeichnung bei den vergangenen fünf Weltmeisterschaften, vom Goldenen Ball bis zum Goldenen Handschuh, ging an einen Spieler mit einem Vertrag bei einem europäischen Klub, wie aus einer Analyse von FIFPRO Europe hervorgeht, die am 14. September veröffentlicht wurde.
Der Bericht beziffert diese Dominanz in Geldwerten. Europäische Klubs beschäftigten 856 der Spieler beim Turnier 2026 und stellten damit Kader im Wert von rund 16,9 Milliarden Euro (19,8 Milliarden Dollar) frei, was 94 Prozent des gesamten Spielerwerts der WM entspricht.
Von diesen 856 Spielern besitzen 451 einen Pass eines Landes außerhalb Europas. Nicht-europäische Nationalspieler erwirtschafteten 33 Prozent des gesamten Spielerwerts des Turniers, während sie für europäische Arbeitgeber spielten. Mit diesem Muster argumentiert FIFPRO Europe, dass der europäische Klubfußball als globales Eingangstor des Fußballs fungiert.
Der Reichtum ist zudem konzentriert. Zwanzig abstellende Arbeitgeber, allesamt europäisch, machten rund 60 Prozent des gesamten Spielerwerts des Turniers aus.
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Der verworfene 20-Milliarden-Dollar-Plan
Die Analyse kommt Wochen, nachdem die FIFA ihren Vorschlag „FIFA Forward Enterprise“ zurückgezogen hat, einen Plan zur Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft, die neben der eigenen Mehrheitsbeteiligung der FIFA private Investoren ins Boot geholt hätte. Gianni Infantino zog das 20-Milliarden-Dollar-Projekt innerhalb von 72 Stunden nach seiner Vorstellung am 29. Juli zurück, nach formellem Widerstand von UEFA, CONCACAF, dem Asiatischen Fußballverband, Profiligen und FIFPRO.
Das Urteil von FIFPRO Europe zu dieser Episode fällt kompromisslos aus.
„FFE war ein Versuch, die Kernwettbewerbe des Sports in einen investierbaren, handelbaren und unterbewerteten finanziellen Vermögenswert für privates Kapital umzuwandeln“, erklärte die Gewerkschaft.
Unabhängige Überprüfung und Sitze für die Stakeholder
Der Bericht fordert eine unabhängige Überprüfung der exekutiven Entscheidungsfindung des FIFA-Rates, die verhindern soll, dass tiefgreifende Änderungen von einem einzelnen Amt ohne breitere Konsultation vorangetrieben werden. Er verlangt zudem, dass die FIFA Spieler, Klubs und Ligen neben den 211 nationalen Mitgliedsverbänden formell in die Governance einbindet.
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FIFPRO argumentiert, die Zahlen zur Mittelverteilung deuteten in dieselbe Richtung. Der Anteil der WM-Einnahmen, der als Preisgeld ausgeschüttet wird, ist von 10,5 Prozent im Jahr 2006 auf 7,7 Prozent im Jahr 2026 gesunken, obwohl die Turniereinnahmen deutlich gewachsen sind.
„Die Spieler erhalten nur einen Bruchteil dieser Rendite, während die teilnehmenden Verbände darauf angewiesen sind, weil es die einzige leistungsabhängige Einnahmequelle der FIFA ist“, erklärte die Gewerkschaft.
„Jeder künftige Vorschlag zur Aufstockung der Solidaritätsmittel sollte gemeinsam entwickelt werden, über eine vertrauenswürdige Governance und nicht einseitig vorangetrieben.“
Infantinos Kandidatur für die Wiederwahl
Die Forderung nach einer Reform kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Infantino eine vierte Amtszeit als FIFA-Präsident anstrebt. Er kündigte seine erneute Kandidatur beim 76. FIFA-Kongress am 30. April in Vancouver an, und sowohl die UEFA als auch die CONCACAF haben seine Amtsführung seither öffentlich kritisiert.
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Die Konföderationen entscheiden allerdings nicht über den Ausgang. Jeder der 211 Mitgliedsverbände der FIFA gibt seine eigene Stimme ab, eine Stimme pro Verband, und bislang hat kein Gegenkandidat offiziell seine Kandidatur erklärt. Die Nominierungen für das Präsidentenamt sollen am 18. November enden, vor der Abstimmung beim FIFA-Kongress im kommenden Jahr.
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