President Of Ukraine Volodymyr Zelensky Visits Poland President of Ukraine Volodymyr Zelensky and Prime Minister of Poland Mateusz Morawiecki during their meeting in Warsaw, Poland on April 5, 2023

Ukraine spricht über gemeinsame WM mit Polen, doch Warschau dementiert Gespräche

Die Ukraine hat öffentlich die Idee ins Spiel gebracht, gemeinsam mit Polen eine künftige FIFA-Weltmeisterschaft auszurichten. Doch Polens Sportministerium widerspricht nun und erklärt, dass zwischen beiden Ländern keine Gespräche über…

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Die Ukraine hat die Möglichkeit angesprochen, gemeinsam mit Polen eine künftige FIFA-Weltmeisterschaft auszurichten und damit möglicherweise die Partnerschaft wiederzubeleben, die bereits bei der Euro 2012 funktionierte. Laut dem ursprünglichen Bericht von Digi24 erklärte der ukrainische Sportminister Matvii Bidnyi, sein Land sei daran interessiert, eine gemeinsame Kandidatur mit dem Nachbarland zu prüfen. Die Geschichte hat inzwischen jedoch eine wichtige Wendung genommen, denn polnische Behörden bestreiten öffentlich, dass derzeit Gespräche stattfinden.

Die Klarstellung kam direkt vom polnischen Ministerium für Sport und Tourismus. Laut TVP World erklärte das Ministerium: „Das Ministerium für Sport und Tourismus führt keine Gespräche mit der ukrainischen Seite über die Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft.“ Die Aussage widerspricht deutlich dem Eindruck, Polen und die Ukraine würden bereits gemeinsam an einer zukünftigen Bewerbung arbeiten.

Polen widerspricht den Berichten über eine WM-Bewerbung

Die polnische Reaktion folgte auf Berichte, wonach die Ukraine Polen als möglichen Partner für eine Weltmeisterschaft in den 2040er-Jahren betrachte. Bidnyi hatte darauf hingewiesen, dass der lange Zeithorizont bedeute, dass solche Ambitionen frühzeitig geplant werden müssten. „Der nächste freie Termin für die Weltmeisterschaft liegt irgendwann in den 2040er-Jahren … deshalb müssen wir diese Perspektive bereits jetzt planen“, sagte er, wie TVP World berichtete.

Polens Dementi macht jedoch einen wichtigen Unterschied deutlich zwischen einer ukrainischen Zukunftsvision und einer tatsächlich gemeinsam entwickelten Bewerbung. Derzeit gibt es weder eine formelle Kandidatur noch ein gemeinsames Organisationskomitee oder eine bestätigte Vereinbarung zwischen den Regierungen beziehungsweise Fußballverbänden. Was zunächst wie der Beginn eines gemeinsamen Projekts wirkte, lässt sich daher treffender als ukrainische Idee beschreiben, der sich Polen bislang nicht offiziell angeschlossen hat.

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Auch die Ukraine hat inzwischen eine ähnliche Klarstellung veröffentlicht. In einer von TVP World zitierten Erklärung erklärte das ukrainische Ministerium für Jugend und Sport: „Die Ukraine führt keine offiziellen Verhandlungen oder Konsultationen mit Polen über eine gemeinsame Bewerbung für die FIFA-Weltmeisterschaft.“ Das Ministerium betonte, Bidnyi habe über die langfristigen Ambitionen der Ukraine gesprochen, nach dem Krieg wieder große internationale Sportveranstaltungen auszurichten, und nicht über ein bereits laufendes WM-Projekt.

Ukraine spricht von einer langfristigen Vision

Die ukrainischen Behörden machten gleichzeitig deutlich, dass das Land derzeit weitaus dringendere Prioritäten hat. Das Ministerium erklärte, der aktuelle Fokus liege auf „dem Sieg im Krieg und der Sicherheit seiner Bürger“, während die Ausrichtung eines großen Turniers erst nach der Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit relevant werden könne. Laut TVP World bezeichnete das Ministerium eine mögliche Weltmeisterschaft als „eine langfristige Vision, keinen operativen Plan“.

Diese Formulierung verändert die Einordnung des ursprünglichen Berichts erheblich. Ukrainische Funktionäre betrachten internationalen Sport eindeutig als möglichen Teil der Zukunft des Landes nach dem Krieg, doch es gibt keinen Hinweis darauf, dass derzeit Ressourcen in eine offizielle FIFA-Bewerbung fließen. Die Idee befindet sich weiterhin auf der Ebene einer langfristigen politischen und sportlichen Zielsetzung.

Laut TVP World hatte ein früherer Bericht behauptet, die Möglichkeit sei am Rande der Ukraine Recovery Conference in Gdańsk diskutiert worden, wobei sich der Bericht auf einen mit der polnischen Regierung vertrauten Beamten berief. Weder das polnische Sportministerium noch das ukrainische Ministerium für Jugend und Sport beschreiben diese Kontakte nun jedoch als formelle Verhandlungen über eine WM-Bewerbung. Damit bleibt ein deutlicher Unterschied zwischen informellen Gesprächen über zukünftige Möglichkeiten und einer tatsächlichen gemeinsamen Kandidatur.

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Die Euro 2012 bleibt das offensichtliche Vorbild

Das ukrainische Interesse an Polen ist angesichts der gemeinsamen Fußballgeschichte beider Länder kaum überraschend. Polen und die Ukraine richteten die Euro 2012 erfolgreich gemeinsam aus, wobei in acht Städten gespielt wurde, darunter Warschau, Kyiv, Gdańsk, Lviv, Donezk und Wrocław. Bidnyi verwies direkt auf dieses Turnier, als er über eine mögliche zukünftige Partnerschaft sprach: „Es wäre sehr logisch, diesen erfolgreichen Fall zu wiederholen.“

Für die Ukraine könnte die Ausrichtung eines weiteren großen Fußballturniers Teil eines viel umfassenderen Wiederaufbauprojekts werden. Stadien, Verkehrsnetze, Hotels und andere Infrastruktur würden erhebliche Investitionen benötigen, während eine Weltmeisterschaft möglicherweise internationale Aufmerksamkeit und privates Kapital anziehen könnte. Laut der jüngsten Wiederaufbaubewertung der Weltbank wurden die gesamten Wiederaufbau- und Erholungsbedürfnisse der Ukraine Ende 2025 für das kommende Jahrzehnt auf fast 588 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Fußball selbst zeigt das Ausmaß der Herausforderung. Die Donbas Arena, in der während der Euro 2012 fünf Spiele stattfanden, ist seit 2014 nicht mehr die Heimspielstätte von Shakhtar Donetsk und wurde während des Konflikts beschädigt. Wie TVP World beschrieb, würde jede zukünftige Beteiligung der Ukraine an einer Weltmeisterschaft daher von dauerhaftem Frieden und glaubwürdigen Sicherheitsgarantien abhängen.

Auch der Zeitplan ist ein erhebliches Hindernis

Unklar ist außerdem, wann Polen und die Ukraine realistisch überhaupt für die Ausrichtung infrage kommen könnten. Spanien, Portugal und Marokko werden die Weltmeisterschaft 2030 veranstalten, ergänzt durch Jubiläumsspiele in Argentinien, Paraguay und Uruguay, während Saudi-Arabien die Ausgabe 2034 zugesprochen wurde. Unter dem zuletzt angewandten Rotationsprinzip der FIFA wäre eine weitere europäische Bewerbung für 2038 daher schwierig.

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Das erklärt, warum Bidnyi allgemein von einem möglichen Turnier in den 2040er-Jahren sprach, anstatt 2038 als konkretes Ziel zu nennen. Sollte die FIFA weiterhin ein ähnliches Rotationsmodell anwenden, könnte 2042 realistischer für eine erneute Bewerbung eines UEFA-Mitglieds sein. Das formelle Bewerbungsverfahren für diese Turniere wurde jedoch noch nicht eröffnet, weshalb sich die endgültigen Regeln und die zugelassenen Konföderationen noch ändern können.

Eine auffällige Idee, aber noch keine Bewerbung

Die Situation lässt sich daher wesentlich genauer beschreiben als mit der Aussage, Polen und die Ukraine würden bereits gemeinsam eine Weltmeisterschaft vorbereiten. Die Ukraine hat öffentlich Interesse bekundet, ein solches Projekt eines Tages zu prüfen, während sowohl das polnische als auch das ukrainische Ministerium inzwischen erklärt haben, dass keine offiziellen Verhandlungen stattfinden. Polen hat sich dem Vorschlag nicht angeschlossen, und eine gemeinsame WM-Bewerbung existiert derzeit nicht.

Die Bedeutung der Idee liegt vielmehr in dem langfristigen Bild, das die Ukraine für ihre Zukunft entwirft. Eine Neuauflage der Partnerschaft mit Polen von 2012 könnte eines Tages Teil einer größeren Geschichte über Wiederaufbau und Stabilität werden, bei der internationaler Sport als Symbol für die Zeit nach dem Krieg dient. Im Moment liegt die Initiative jedoch hauptsächlich auf ukrainischer Seite, während Warschaus Botschaft eindeutig ist: Gespräche über eine gemeinsame Weltmeisterschaft finden derzeit nicht statt.

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