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Warum die Abwehr von Chelsea immer noch nicht stabil ist

Chelseas anhaltende Suche nach einem Innenverteidiger ist nicht durch einen Mangel an Personal bedingt. Sie wird durch Zweifel angetrieben. Trotz einer beträchtlichen Anzahl an Verteidigern im Kader fehlt dem Klub weiterhin die Klarheit, wem man wann und in welcher Rolle vertrauen kann.

Diese Unsicherheit hat erneut Chelseas Transferstrategie in diesem Winter geprägt selbst nach Jahren hoher Investitionen auf dieser Position.

Investitionen ohne Stabilität

Seit der Übernahme durch Todd Boehly und Clearlake Capital im Jahr 2022 hat Chelsea eine der höchsten Summen der Premier League in die Innenverteidigung investiert. Der Ertrag dieser Investitionen ist jedoch uneinheitlich.

Levi Colwill fällt voraussichtlich länger aus, während Jorrel Hato einen Großteil der Saison außerhalb seiner angestammten Position agiert hat. Tosin Adarabioyo wird aufgrund einer Oberschenkelverletzung mehrere Wochen fehlen ein Rückschlag, den Cheftrainer Liam Rosenior bestätigt hat. Axel Disasi ist kürzlich wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, wird intern jedoch nicht als langfristige Lösung gesehen, und Chelsea wäre offen für einen Verkauf.

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Das Ergebnis ist eine Defensive, die auf dem Papier gut besetzt scheint, sich aber in der Praxis als wenig verlässlich erweist ein Unterschied, der Chelseas Fortschritt immer wieder untergräbt.

Ein vertrautes Rekrutierungsprofil

Laut BBC hat sich Chelsea erneut dem französischen Markt zugewandt der Verteidiger von Rennes, Jeremy Jacquet, gilt als bevorzugte Option. Der 20-Jährige entspricht einem Profil, das der Klub seit Längerem priorisiert: ein Innenverteidiger, der sich im Mittelfeldraum wohlfühlt, Angriffe initiieren kann und gleichzeitig mit seiner Körpergröße von 1,91 m physische Präsenz bietet.

Rennes ist zögerlich, während der laufenden Saison zu verhandeln, doch Chelseas Interesse ist nicht rein reaktiv. Ähnliche Kriterien lagen bereits dem Interesse an Dean Huijsen im vergangenen Sommer zugrunde, bevor Bournemouth den Verteidiger an Real Madrid verkaufte. Nachdem dieser Transfer scheiterte, tat sich Chelsea schwer, eine Alternative zu finden, die denselben technischen Anforderungen gerecht wurde.

Diskussionen innerhalb und außerhalb des Klubs

Nicht alle sind überzeugt, dass eine weitere Verpflichtung die richtige Lösung ist. Einige Kritiker argumentieren, dass Chelsea bereits über genügend Roh-Talent verfüge auch wenn Spieler wie Benoît Badiashile, Disasi und Adarabioyo sich noch nicht auf höchstem Niveau etablieren konnten. Hato hat sich nach einem schwierigen Start verbessert, während die Karriere von Wesley Fofana bei Chelsea weiterhin mehr von Verletzungen als von Form geprägt ist.

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Auch die Entwicklungswege junger Spieler sorgen für Diskussionen. Josh Acheampong gilt als vielversprechend, und sowohl Mamadou Sarr als auch Aaron Anselmino sammeln wertvolle Spielpraxis auf Leihbasis bei Straßburg bzw. Borussia Dortmund.

Rosenior lobte Sarr nach dessen Erfolg beim Afrika-Cup mit dem Senegal für sein Potenzial, wollte jedoch keine Aussagen über dessen Zukunft treffen und betonte seinen Respekt gegenüber Straßburg und dessen Trainerstab.

Warum Guehi nie eine realistische Option war

Der 20-Millionen-Pfund-Transfer von Marc Guehi zu Manchester City warf zwangsläufig Fragen auf. Laut BBC Sport verdeckte die genannte Ablösesumme ein deutlich größeres finanzielles Gesamtpaket: City handelte frühzeitig und bot ihm quasi einen Vertrag wie für einen vertragslosen Spieler mit erheblichen Bonuszahlungen, Agentengebühren und einem Gehalt von rund 300.000 Pfund pro Woche.

Für Chelsea hätte ein entsprechendes Angebot sofortige Probleme verursacht. Guehi wäre zum bestbezahlten Spieler des Klubs geworden, was die Dynamik in der Kabine und die geplanten Vertragsgespräche mit Moisés Caicedo, Enzo Fernández und Colwill erschwert hätte. Zudem gab es stilistische Bedenken intern betrachteten einige Guehi als zu ähnlich zu Colwill, um die Kosten zu rechtfertigen.

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Finanzielle Realität setzt Grenzen

Chelseas übergeordnete Strategie wird weiterhin von finanziellen Zwängen bestimmt. Obwohl die Gehaltskosten des Klubs zu den höchsten der Liga zählen, wurden sie bewusst gesenkt. Die UEFA-Kostenkontrollen bleiben ein zentraler Faktor. Die begrenzten Einnahmemöglichkeiten der Stamford Bridge und das Fehlen eines Trikotsponsors verschärfen die finanzielle Lage zusätzlich, was die Abhängigkeit vom Transfergeschäft erhöht.

Die Qualifikation für die Champions League ist nach wie vor der deutlichste Weg, diesen Druck zu verringern. Solange Chelsea dieses Niveau nicht wieder erreicht, werden die defensiven Fragen wahrscheinlich bestehen bleiben nicht, weil es an Optionen mangelt, sondern weil weiterhin nach Sicherheit gesucht wird.

Quellen: BBC Sport

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.