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Ferrari trennt sich nach schwieriger Saison von Hamiltons Renningenieur

Eine leise Entscheidung mit großer Wirkung

Ferraris Schritt, die Renningenieur Struktur von Lewis Hamilton zu verändern, kam ohne großes Aufsehen, hat jedoch weitreichende Bedeutung. Laut ESPN bestätigte das Team in der vergangenen Woche, dass Riccardo Adami innerhalb des Unternehmens auf eine andere Position versetzt wurde, nachdem die Saison 2025 schwierig verlaufen war.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der sich Hamilton auf sein zweites Jahr bei Ferrari vorbereitet und zugleich auf die neue technische Ära der Formel 1 ab 2026 blickt. Im Fahrerlager gilt dieser Moment als entscheidend für Fahrer und Team.

Brundle stellt den Zeitpunkt infrage

Martin Brundle ist der Ansicht, dass Ferrari früher hätte handeln müssen. In einem Gespräch bei Sky Sports F1 erklärte der frühere Formel 1 Fahrer, dass die Spannungen zwischen Hamilton und seinem Renningenieur bereits während der gesamten Saison erkennbar gewesen seien.

„Ich bin überrascht, dass es nicht schon etwas früher passiert ist, wenn man all die Dinge betrachtet, die im letzten Jahr vorgefallen sind“, sagte Brundle.

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Nach Einschätzung von Brundle lieferten die Funkgespräche während der Rennen deutliche Hinweise, auch wenn Ferrari bemüht war, interne Probleme nicht öffentlich werden zu lassen.

Warum Kommunikation für Hamilton entscheidend ist

Hamilton wechselte 2025 nach mehr als einem Jahrzehnt bei Mercedes zu Ferrari, wo Stabilität und Vertrauen an der Boxenmauer ein zentraler Bestandteil seines Erfolgs waren. Brundle betonte, dass ein Fahrer mit Hamiltons Erfahrung darauf angewiesen ist, präzise verstanden zu werden.

„Lewis braucht ein Team, das zumindest versteht, was er meint, wenn er im Auto spricht, was all das bedeutet und wie man interpretiert, was er hinter dem Lenkrad wirklich braucht“, sagte er.

Im Verlauf der Saison deuteten mehrere Funknachrichten auf Missverständnisse und Frustration auf beiden Seiten hin. Für Brundle waren diese Momente Ausdruck tiefer liegender Probleme.

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„Wenn man sich nur den Funk anhört und die Leistung betrachtet, auch wenn man versucht hat, das über die Saison hinweg zu kaschieren, musste sich etwas ändern.“

Ferrari setzt auf einen Neuanfang für 2026

Ferrari hat bislang nicht bekannt gegeben, wer Adami als Renningenieur von Hamilton ersetzen wird. Laut ESPN soll Hamilton kommende Woche bei einem privaten Vorsaisontest in Barcelona erstmals den Ferrari für die Saison 2026 fahren.

Die offizielle Präsentation des Autos ist für Freitag geplant. Danach folgen zwei dreitägige Testfahrten in Bahrain, bevor die Saison am 8. März mit dem Großen Preis von Australien beginnt.

Eine Partnerschaft unter Druck nach einem schwierigen ersten Jahr

Hamilton beendete seine erste Saison bei Ferrari auf dem sechsten Platz der Fahrerwertung. Es war das erste Mal in seiner Formel 1 Karriere, dass er kein einziges Podium erreichte. Dieses Ergebnis verstärkte die Diskussion darüber, wie schnell sich das Team auf seine Anforderungen einstellen konnte.

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Mit Blick auf die bevorstehende neue Reglement Ära wird Ferraris Entscheidung, den Renningenieur zu wechseln, als mehr als nur eine personelle Maßnahme gesehen. Sie gilt als klares Signal, dass der Erfolg ab 2026 ebenso stark von Kommunikation und Vertrauen abhängen wird wie von reiner Fahrzeugleistung.

Quellen: ESPN, Sky Sports F1

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