Sport

Texas stempelt muslimisches Jugendturnier als Sicherheitsproblem

Eine Schulbuchung wird kurzfristig gestoppt

Ein muslimischer Jugendsportwettbewerb, der für den 9. und 10. Mai geplant war, darf eine öffentliche Highschool in Nordtexas nicht nutzen, nachdem staatliche Stellen Einwände erhoben hatten, die nichts mit dem Sportereignis selbst zu tun hatten.

Die Islamic Games wollten ihre Wettbewerbe an der Colleyville Heritage High School austragen, die zum Grapevine, Colleyville Independent School District gehört. Später zog der Schulbezirk seine Genehmigung zurück.

Laut der Fort Worth Star, Telegram erklärten Abgeordnete des Bundesstaates und lokale politische Amtsträger in sozialen Medien, die Sponsoren der Veranstaltung stünden in Verbindung mit dem Council on American Islamic Relations. Kurz darauf wurde die Anmietung abgesagt.

Vertreter des Schulbezirks teilten der Zeitung mit, sie seien aufgrund von Landesrecht daran gehindert, Verträge abzuschließen, die CAIR betreffen, nachdem Gouverneur Greg Abbott die Organisation als ausländische Terrorgruppe eingestuft hatte.

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Der politische Hintergrund der Entscheidung

Die Absage erfolgte vor dem Hintergrund einer breiteren politischen Entwicklung. In den vergangenen Jahren haben Abbott und der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton mehrere Maßnahmen verfolgt, die nach Ansicht von Kritikern den Zugang muslimischer Gruppen zu öffentlichen Räumen einschränken.

Laut Baptist News Global gehört dazu auch der Widerstand gegen EPIC City, ein geplantes gemischt genutztes Entwicklungsprojekt in Nordtexas, das von muslimischen Investoren unterstützt wird. Staatliche Stellen stellten solche Vorhaben als Sicherheitsrisiken dar, ohne dass strafrechtliche Feststellungen vorlagen.

Die Einstufung von CAIR als Terrororganisation wird derzeit vor Gericht angefochten. Dennoch erklärten Verantwortliche des Schulbezirks laut Fort Worth Star, Telegram, sie folgten weiterhin den Vorgaben des Bundesstaates, solange das Verfahren nicht abgeschlossen sei.

Darüber hinaus verlangt das texanische Recht von Staatsbediensteten und Auftragnehmern, darunter Beschäftigte öffentlicher Universitäten, eine Erklärung, dass sie den Staat Israel nicht öffentlich boykottieren.

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Fragen zu Bürgerrechten und Gleichbehandlung

Bundesrecht verpflichtet öffentliche Schulbezirke in der Regel dazu, ihre Einrichtungen religiös neutral und ohne Diskriminierung zur Verfügung zu stellen. Auf dieser Grundlage nutzen häufig Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften Schulgebäude.

Bürgerrechtsorganisationen argumentieren, dass die CAIR Einstufung eine indirekte Umgehung dieser Vorgaben ermögliche und muslimische Organisationen faktisch ausschließe. Laut Baptist News Global sagen Kritiker, die Regelung verschiebe religiöse Diskriminierung in den Bereich formaler Sicherheitsentscheidungen.

CAIR erklärt auf seiner Website, man lehne „alle Formen hasserfüllter Ausgrenzung ab, insbesondere anti, Schwarzer Rassismus, Islamfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, anti, palästinensischer Rassismus und Antisemitismus“. Die Organisation bezeichnet sich zudem als „eine unabhängige amerikanische Institution“, die keine Verbindung zu ausländischen Regierungen oder politischen Bewegungen habe.

Die Idee hinter den Islamic Games

Die Islamic Games wurden 1989 im Stadtteil Queens in New York gegründet und haben sich seither zu einer wandernden Sportveranstaltung in den USA und Kanada entwickelt.

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Nach Angaben der Organisatoren gehören Fußball, Basketball, Volleyball, Cricket, Leichtathletik und Bogenschießen zum Programm. Im vergangenen Jahr nahmen nach Angaben der Organisation rund 8.000 Athletinnen und Athleten aus 750 Teams teil.

Die Veranstalter betonen, dass die Wettbewerbe allen offenstehen, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion.

Trotz dieser Ausrichtung kritisierten republikanische Politiker auf lokaler und Landesebene die geplante Veranstaltung in Colleyville öffentlich und stellten unbelegte Behauptungen über angebliche Terrorverbindungen auf.

Ein Fall mit Signalwirkung

Rechtsexperten und Vertreter von Religionsgemeinschaften warnen, dass der Fall über ein einzelnes Sportturnier hinaus Bedeutung haben könnte. Laut Baptist News Global zeigen Beobachter, wie umstrittene Terrorismusbezeichnungen selbst ohne rechtskräftige Urteile den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen beeinflussen können.

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Für die beteiligten Familien und Jugendlichen habe sich der Fokus damit von sportlichem Wettbewerb hin zu grundlegenden Fragen von Religionsfreiheit, Gleichbehandlung und staatlicher Macht verlagert.

Quellen: Baptist News Global, Fort Worth Star, Telegram

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