Könnte Arsenals Saison zu einem historischen Vierfachsieg führen?
Die Saison des FC Arsenal ist an einem Punkt angelangt, an dem Fortschritte nicht mehr allein an Versprechungen gemessen werden. Während sich das Titelrennen in der Premier League zuspitzt und in Europa die K.-o.-Phase begonnen hat, bietet der Einzug in das Finale des Carabao Cups etwas Greifbares: die Chance, Schwung in Titel umzumünzen.
Der 4:2-Gesamtsieg gegen Chelsea bedeutete mehr als nur die Qualifikation für ein Endspiel in Wembley. Er beseitigte eine hartnäckige psychologische Hürde, die das Team von Mikel Arteta seit Jahren begleitet hatte.
Eine Hürde im Halbfinale endlich genommen
Wie BBC Sport berichtet, war Arsenal seit dem FA-Cup-Sieg 2020 in vier aufeinanderfolgenden Halbfinals ausgeschieden und hatte in diesem Zeitraum nicht einmal ein einziges Spiel gewonnen. Diese Serie endete am Dienstagabend im Emirates Stadium, wo ein kontrolliertes, wenn auch unspektakuläres Rückspiel ausreichte, um den Finaleinzug perfekt zu machen.
Die Partie bot nur wenige Torchancen, beide Mannschaften brachten lediglich zwei Schüsse auf das Tor. Arsenal wirkte jedoch kaum je verunsichert. Das späte Tor von Kai Havertz sorgte dafür, dass keine Spannung mehr aufkam, und bestätigte den neunten Einzug des Klubs in ein Finale des Ligapokals.
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Im Endspiel trifft Arsenal am 22. März in Wembley auf Manchester City oder Newcastle.
Artetas langfristiger Aufbau zeigt erste Früchte
Arteta stellte diesen Moment als Ergebnis von Geduld dar und nicht als plötzlichen Durchbruch. Gegenüber BBC Radio 5 Live erklärte er, die Atmosphäre im Stadion habe widergespiegelt, wie viel dieser Anlass sowohl den Spielern als auch den Fans bedeute.
„Es herrschte eine besondere Atmosphäre in unserem Stadion. Das macht einen enormen Unterschied“, sagte er. „Wir haben einige Jahre darauf gewartet, in diese Position zu kommen, und wir werden es ganz sicher genießen.“
Auch wenn Arsenals übergeordnete Ziele über nationale Pokalwettbewerbe hinausgehen, unterstreicht der erneute Finaleinzug, wie weit sich die Mannschaft seit den frühen Jahren des Umbruchs unter Arteta entwickelt hat.
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Vom Beinahe-Team zum echten Titelanwärter?
Der frühere Arsenal-Verteidiger Matt Upson ist der Ansicht, dass die Bedeutung weniger in der Leistung als in ihrer Symbolik liegt. Gegenüber BBC Radio 5 Live betonte er, der Aufstieg des Klubs sei bewusst und planvoll erfolgt, und schrieb Arteta das Verdienst zu, eine stärkere kollektive Identität und Kultur geschaffen zu haben.
Dieser Kontext ist entscheidend. In den vergangenen Spielzeiten gab es für Arsenal Titelkämpfe und tiefe Läufe in verschiedenen Wettbewerben, jedoch ohne Trophäen als Bestätigung. Das Ende der Halbfinal-Durststrecke nimmt ein Argument aus der Diskussion, das zunehmend genutzt wurde, um zu hinterfragen, ob diese Mannschaft liefern kann, wenn es am meisten zählt.
Mittelfeldspieler Declan Rice räumte diese Frustration ein und erklärte, man sei in den vergangenen Jahren „sehr nah dran gewesen, aber nicht gut genug“ – eine Lücke, die das Team nun entschlossen schließen wolle.
Schwung in einer entscheidenden Phase der Saison
Arsenal liegt weiterhin mit sechs Punkten Vorsprung an der Spitze der Premier League und ist noch in mehreren Wettbewerben vertreten. Verteidiger William Saliba sagte, die Mannschaft glaube, sowohl über die nötige Breite als auch über die Führungsqualitäten zu verfügen, um in allen Wettbewerben konkurrenzfähig zu sein.
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Experte Jamie Redknapp deutete im Gespräch mit Sky Sports an, dass der Zeitpunkt dieses Erfolgs von Bedeutung sein könnte. Das Ergebnis könne Arsenal erlauben, in den entscheidenden Monaten mit größerer Freiheit zu spielen.
Ob dieser Pokallauf zu weiteren Titeln führt, bleibt offen. Doch mit einem bereits erreichten Finale und weiteren Chancen in Reichweite hat sich Arsenal die Möglichkeit geschaffen, die Erzählung über Artetas Amtszeit neu zu gestalten – nicht mehr als eine, die vom Potenzial geprägt ist, sondern von der Umsetzung.
Quellen: BBC Sport, BBC Radio 5 Live, Sky Sports
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