Sport

Soldat nimmt Olympionikin die Wohnung weg im brisanten Wohnungsstreit

Die russische Leichtathletin Darja Kliszyna hat ihre Wohnung in ihrer Heimatstadt Twer verloren, nachdem Behörden die Immobilie einem Soldaten zugeteilt haben. Über den Fall berichtete zuerst das polnische Portal o2. Die Entscheidung hat in Russland eine Debatte über staatliche Förderprogramme für Spitzensportler ausgelöst.

Wie es zu dem Streit kam

Nach Angaben von o2 erhielt Darja Kliszyna die Wohnung im Jahr 2011 im Rahmen eines staatlichen Förderprogramms für erfolgreiche Athletinnen und Athleten. Dem Bericht zufolge war vorgesehen, dass die Immobilie in ihr dauerhaftes Eigentum übergeht, sobald bestimmte sportliche Bedingungen erfüllt sind, etwa die Teilnahme an Olympischen Spielen oder ein Medaillengewinn bei bedeutenden internationalen Wettbewerben.

Kliszyna erklärte, sie habe sich damals beraten lassen und sei davon ausgegangen, alle Voraussetzungen für die endgültige Übertragung erfüllt zu haben.

Behörden verwiesen jedoch laut o2 darauf, dass sie sportlich nicht mehr in Russland aktiv sei. Die Athletin trainiert bereits seit 2013 in den Vereinigten Staaten und hat große Teile ihrer Karriere im Ausland aufgebaut.

Lesen Sie auch: Schock im Elfmeterschießen: Japan verbietet Unentschieden, da jedes unentschiedene Spiel ins Elfmeterschießen geht

Reaktionen aus Moskau

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Aussagen der Duma Abgeordneten Swetlana Schurowa. Wie o2 berichtet, verteidigte Schurowa die geltenden Regeln und brachte ins Spiel, dass möglicherweise Verpflichtungen nicht erfüllt worden seien. Sie erwähnte unter anderem offene Nebenkosten, Steuern oder formale Fragen im Zusammenhang mit der Wohnung.

Konkrete Belege für diese Vermutungen wurden bislang nicht öffentlich gemacht. Unklar bleibt, auf welcher rechtlichen Grundlage die Wohnung endgültig neu vergeben wurde.

Kliszyna äußert sich

Darja Kliszyna kritisierte die Entscheidung scharf. Laut o2 sagte sie, der Schritt sei plötzlich und ohne ihr Wissen erfolgt. Sie werde nun als obdachlos bezeichnet und verfüge über keine Aufenthaltserlaubnis, was die persönliche Belastung zusätzlich verschärfe.

Kliszyna vertrat Russland bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio De Janeiro und belegte dort im Weitsprung den neunten Platz. Im Laufe ihrer Karriere startete sie bei zahlreichen internationalen Wettbewerben, während sie überwiegend außerhalb Russlands trainierte.

Lesen Sie auch: Barca sieht Blockbuster, Laporta deutet großen Sommer-Einkauf an

Debatte über staatliche Sportförderung

Der Fall hat eine breitere Diskussion darüber ausgelöst, wie staatliche Wohnungsprogramme für Spitzensportler verwaltet werden, insbesondere wenn diese dauerhaft im Ausland leben oder trainieren. Zugleich wirft er Fragen nach Transparenz und Verlässlichkeit solcher Förderzusagen auf.

Ob Darja Kliszyna juristisch gegen die Entscheidung vorgehen wird, ist derzeit offen.

Quellen: o2

Lesen Sie auch: Hamilton überholt seine Rivalen in einem dramatischen Testmoment

Lesen Sie auch: Fabregas äußert sich nach Vorfall an der Seitenlinie, Allegri nach Unentschieden in Mailand des Feldes verwiesen