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Betrugsvorwürfe erschüttern frühere Weltmeisterin Agnieszka R.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Agnieszka R. beim Bezirksgericht Warschau Śródmieście eingereicht. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, sie habe wiederholt kleinere Geldbeträge aufgenommen und diese nicht zurückgezahlt.

Laut dem Bericht des o2.pl Journalisten Karol Osiński wurde die Anklageschrift Ende Januar beim Gericht eingereicht. Insgesamt sollen 14 Geschädigte betroffen sein. Nach Angaben der Ermittler beläuft sich der Gesamtschaden auf 102.350 Złoty. Die Vorwürfe beschreiben demnach ein wiederkehrendes Muster kurzfristiger Darlehen ohne Rückzahlung.

Agnieszka R. war in den 1990er und frühen 2000er Jahren eine bekannte Größe im polnischen Kampfsport. Im Kickboxen gewann sie Medaillen bei Europa und Weltmeisterschaften, später sicherte sie sich einen Weltmeistertitel im Profiboxen. In den vergangenen Jahren geriet jedoch vor allem ihre gesundheitliche Situation in den Fokus der Öffentlichkeit.

Spendenaktion und öffentliche Unterstützung

Anfang 2025 wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um die medizinische Behandlung von Agnieszka R. zu finanzieren. Nach Angaben von przewodnikzdrowie.pl kamen über die Plattform Zrzutka.pl rund 500.000 PLN zusammen. Die Mittel sollten unter anderem Behandlungen wegen Rückenproblemen, Depressionen nach dem Tod ihres Partners sowie weiterer schwerer Erkrankungen ermöglichen.

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Organisiert wurde die Sammlung von Bartosz Oleszczuk vom Verein Obudź w Sobie Potencjał. Gegenüber o2.pl erklärte Oleszczuk, er habe selbst keine umfangreiche finanzielle Unterstützung geleistet, abgesehen von kleineren Beträgen in den vergangenen Jahren. Zum laufenden Verfahren wollte er sich nicht weiter äußern.

Rathaus Kołobrzeg grenzt sich von Vorwürfen ab

Agnieszka R., die in Kołobrzeg geboren und aufgewachsen ist, stand während ihrer gesundheitlichen Krise in Kontakt mit der Stadtverwaltung. Wie o2.pl berichtet, tauschte sie sich dabei auch mit Anna Mieczkowska, der Bürgermeisterin von Kołobrzeg, aus.

Der Sprecher der Bürgermeisterin, Michał Kujaczyński, sagte o2.pl, dass die Stadt die Spendenaktion weder organisiert noch offiziell unterstützt habe. Die Bürgermeisterin beteilige sich zwar regelmäßig an Wohltätigkeitsveranstaltungen, werde jedoch ihr privates Konto nicht überprüfen, um die genaue Höhe einer möglichen Spende festzustellen. Mit den strafrechtlichen Vorwürfen habe die Stadt nichts zu tun, betonte Kujaczyński.

Juristische Auseinandersetzungen werfen weitere Fragen auf

Öffentlich geäußert hat sich zudem die Anwältin Anna Szydłowska, die Agnieszka R. früher rechtlich vertreten hatte. Sie bezeichnete ihren eigenen Fall als bittere Erfahrung und erklärte, sie habe entstandene Anwaltskosten nicht erstattet bekommen. Aus ihrer Sicht wäre eine vollständige Rückzahlung aller Schulden einschließlich Zinsen eine angemessene Lösung.

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Nun wird das Bezirksgericht Warschau Śródmieście prüfen, ob die geschilderten Vorgänge den Straftatbestand des Betrugs nach polnischem Recht erfüllen.

Quellen: o2.pl

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