Weniger als drei Jahre nach dem Gewinn der Europa Conference League-Trophäe in Prag findet sich West Ham United nach einem 14-jährigen Verbleib aus der Premier League abgestiegen.
Der 2:1-Sieg des Vereins gegen Fiorentina im kontinentalen Finale fühlt sich nun wie eine ferne Erinnerung an, während die Hammers mit einer harten finanziellen Realität und einer ungewissen Zukunft in der Championship konfrontiert sind.
Der Abstieg wurde nach dem letzten Spieltag bestätigt, an dem West Ham Leeds besiegen und hoffen musste, dass Everton Tottenham schlägt, um den Verbleib in der höchsten Spielklasse zu sichern.
Stunden nachdem ihr Schicksal besiegelt war, veröffentlichte der Verein eine Erklärung, in der er die Enttäuschung einräumte. „Letztendlich haben wir diese Unterstützung nicht zurückgezahlt. Die einfache Wahrheit ist, dass wir nicht gut genug waren. Wir müssen uns nun den Konsequenzen dieses Scheiterns mit Ehrlichkeit, Transparenz und der Entschlossenheit stellen, zu reparieren, neu auszurichten und wiederaufzubauen“, hieß es in der Erklärung des Vereins, die die unmittelbare Notwendigkeit der Selbstreflexion unterstreicht.
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Finanzielle Folgen und neue EFL-Regeln
Die finanziellen Auswirkungen des Abstiegs sind gravierend. Die jüngsten Bilanzen von West Ham, bis zum 31. Mai 2025, wiesen einen erheblichen Verlust von 104 Millionen Pfund aus, und der Verein wird voraussichtlich in diesem Jahr einen weiteren erheblichen Verlust erleiden.
Vereinsquellen schätzen einen Gesamtumsatzrückgang zwischen 50 % und 60 % aufgrund des Wechsels in die zweite Liga. Dies geschieht trotz einer geringfügigen Einsparung, wobei der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan eine Reduzierung der Stadionmiete für das London Stadium um 2,5 Millionen Pfund schätzt.
Die Bilanzen des Vereins hatten dieses Risiko zuvor hervorgehoben: „Das Hauptgeschäftsrisiko der Gruppe bleibt der Abstieg des Männerfußballvereins mit den daraus resultierenden schwerwiegenden finanziellen Folgen. [Im Falle eines Abstiegs] wären signifikantere mildernde Maßnahmen erforderlich, wie weitere Spielerabgänge zur Generierung von Transfererlösen und Gehaltseinsparungen.“
Zusätzlich zum finanziellen Druck wird die English Football League (EFL) für die Saison 2026/27 Kaderkostenregeln einführen, die Vereine auf 85 % ihrer Einnahmen begrenzen. Der Fußballfinanzblogger Swiss Ramble schätzte West Hams Kaderkostenquote für die Saison 2024/25 auf 90 %, was darauf hindeutet, dass erhebliche Anpassungen erforderlich sein werden, um zukünftige Vorschriften einzuhalten.
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Angestrebte Trainer-Stabilität inmitten des Wandels
Vorsitzender David Sullivan, der 38,8 % der Anteile am Verein hält, hat Erfahrung darin, den sofortigen Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse zu meistern, was ihm zweimal mit Birmingham (2007, 2009) und einmal mit West Ham (2012) gelang. Seine frühere Strategie bestand darin, nach dem Abstieg an Trainern wie Steve Bruce und Alex McLeish bei Birmingham festzuhalten und Sam Allardyce zu verpflichten, um West Ham 2012 über die Play-offs zurückzuführen.
Die aktuelle Präferenz des Vereins ist Stabilität. Nuno Espirito Santo, der im September, als er Graham Potter ersetzte, einen Dreijahresvertrag unterschrieb, wird voraussichtlich bleiben. Nuno kann auch eine Erfolgsbilanz in der Championship vorweisen, nachdem er die Wolves 2018 aus der Liga geführt hat. Nach dem letzten Spiel reflektierte Nuno über die unmittelbaren Folgen: „Keiner von uns hatte eine Minute Zeit, über unsere individuelle Zukunft nachzudenken, es ging nur darum, positiv zu bleiben, weiterzumachen und sich auf das Team zu konzentrieren. Was die Zukunft betrifft, müssen wir zuerst diesen schlechten Moment überwinden.“
Spielerverträge und Transferstrategie auf dem Prüfstand
Laut BBC Sports steht der Spielerkader vor erheblichen Veränderungen. Die meisten Spieler müssen voraussichtlich erhebliche Gehaltskürzungen von bis zu 50 % hinnehmen, bedingt durch vertragliche Klauseln, die durch den Abstieg ausgelöst werden. Kapitän Jarrod Bowen, der vier Monate nach dem europäischen Triumph einen Siebenjahresvertrag unterschrieb, hat sich öffentlich zum Verein bekannt.
Gegenüber Sky Sports erklärte Bowen: „Ich stehe hier unter Vertrag. Es wird Gerüchte, Gerede und Unsinn geben, aber letztendlich sehe ich es so, dass dieser Verein zurück in die Premier League gehört. Dort, wo er hingehört.“
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Nur drei Spieler aus der Startelf, die Fiorentina besiegte, sind noch im Verein: Bowen, Tomas Soucek und Alphonse Areola. Die jüngsten Transferaktivitäten, insbesondere seit dem Verkauf von Declan Rice für 105 Millionen Pfund an Arsenal, haben Kritik hervorgerufen. Zu den hochkarätigen Neuverpflichtungen gehören:
- Mateus Fernandes, im vergangenen August für 40 Millionen Pfund gekauft, wird nun mit Paris St-Germain und Manchester United in Verbindung gebracht.
- El Hadji Malick Diouf, ein senegalesischer Verteidiger, der im Juli für 19 Millionen Pfund von Slavia Prag kam.
- Max Kilman, 2024 für 40 Millionen Pfund von den Wolves mit einem Siebenjahresvertrag verpflichtet, hat aber seit Ende Januar nicht mehr gespielt.
- Der deutsche Stürmer Niclas Füllkrug, der 2024 im Alter von 31 Jahren einen Vierjahresvertrag unterschrieb, erzielte in 29 Einsätzen nur drei Tore, bevor er im Januar leihweise zum AC Mailand wechselte.
Zusätzlich hat James Ward-Prowse, im August 2023 verpflichtet, noch ein Jahr Vertrag und wechselte im Januar leihweise zu Burnley. Axel Diasi, Adama Traore und Callum Wilson sind alle diesen Sommer vertragslos, was den Bedarf an einer umfassenden Kaderüberholung weiter unterstreicht, während sich West Ham auf das Leben in der Championship vorbereitet.
Quellen: www.bbc.com
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