F1-Besitzer in den Epstein-Akten genannt
Eine neu veröffentlichte Sammlung von Dokumenten im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sorgt in mehreren Branchen für Aufmerksamkeit, auch im Profisport. Das Material, das vom U.S. Department of Justice veröffentlicht wurde, umfasst mehr als drei Millionen Datensätze, darunter E-Mails, Versandbelege und Notizen aus Epsteins Netzwerk.
In den Akten werden mehrere bekannte Persönlichkeiten aus der Sportwelt erwähnt. In vielen Fällen erscheinen die Namen lediglich in Korrespondenzen oder Dokumenten, ohne dass ein direkter Austausch mit Epstein nachgewiesen wird.
Laut Front Office Sports-Journalistin Margaret Fleming enthalten die Unterlagen unter anderem Hinweise auf den kanadischen Milliardär Lawrence Stroll, den Besitzer des Aston Martin Formula One Teams, sowie auf weitere einflussreiche Persönlichkeiten aus der Sportbranche.
Was die neu veröffentlichten Epstein-Akten zeigen
Die Dokumente sind Teil eines umfangreichen Archivs im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein und seine langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell. Epstein starb 2019 in einem Gefängnis in New York, während er auf seinen Prozess wegen bundesstaatlicher Anklagen wegen Sexhandels wartete.
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Laut der Berichterstattung von Margaret Fleming in Front Office Sports enthalten die neu veröffentlichten Dateien E-Mails, organisatorische Notizen und Reiseunterlagen, in denen Personen aus Finanzwelt, Politik und Unterhaltung erwähnt werden.
Die bloße Erwähnung eines Namens in den Dokumenten bedeutet nicht zwangsläufig, dass die betreffende Person in Fehlverhalten verwickelt war. In vielen Fällen tauchen Personen lediglich in organisatorischen Aufzeichnungen oder indirekten Erwähnungen auf.
Lawrence Stroll taucht in mehreren Dokumenten auf
Ein Beispiel aus den Unterlagen ist ein FedEx-Versandbeleg aus dem Januar 2002. Laut Front Office Sports zeigt das Dokument, dass Epstein ein rund vier Pfund schweres Paket für etwa 50 Dollar an Lawrence Stroll verschickte.
Einen Monat später schrieb Strolls damalige Ehefrau Claire Anne Stroll eine Nachricht auf Französisch an Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell. Darin erinnerte sie an einen gemeinsamen Aufenthalt auf einer Karibikinsel und bedankte sich bei Maxwell dafür, ein Foto von Lawrence Stroll und ihrer Tochter Chloe gemacht zu haben.
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Chloe Stroll ist heute mit dem olympischen Snowboarder Scotty James verheiratet, während der Sohn des Paares, Lance Stroll, in der Formula One für das Team Aston Martin fährt, das seinem Vater gehört.
Eine weitere E-Mail aus dem Jahr 2003, die in den Dokumenten erwähnt und von Front Office Sports berichtet wurde, beschreibt ein Abendessen, an dem Lawrence Stroll teilnehmen sollte. In der Nachricht schrieb Maxwell, dass bei der Veranstaltung „fünf Models als Serviermädchen“ anwesend sein würden.
Hinweise auf Flugzeuggeschäfte und späteren Kontakt
Weitere Dokumente deuten auf gelegentliche organisatorische Kontakte zwischen Epstein und dem Umfeld von Stroll hin.
Laut Front Office Sports zeigt eine Nachricht aus dem Jahr 2014, dass Epstein seinen Piloten fragte, ob Lawrence Stroll möglicherweise ein Flugzeug verkaufen wolle, über das die beiden zuvor gesprochen hatten.
Spätere Korrespondenz deutet darauf hin, dass der Kontakt zwischen den beiden möglicherweise im Laufe der Zeit abnahm. In einer Notiz aus dem Jahr 2018 schrieb Epstein, dass er Stroll „seit sehr langer Zeit nicht gesehen“ habe.
Weitere Sportpersönlichkeiten in den Dokumenten erwähnt
Das Archiv enthält auch Hinweise auf andere prominente Persönlichkeiten aus dem Umfeld großer Sportorganisationen.
Laut Front Office Sports erscheint der New York Giants-Mitbesitzer Steve Tisch in Korrespondenzen, in denen Epstein offenbar versuchte, ihn mit Frauen in Kontakt zu bringen. Tisch hat eingeräumt, Epstein gekannt zu haben, bestreitet jedoch jegliches Fehlverhalten.
Die Dokumente erwähnen außerdem Casey Wasserman, den Vorsitzenden des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Laut der Berichterstattung von Margaret Fleming bei Front Office Sports tauschte Wasserman Nachrichten mit Ghislaine Maxwell aus und erklärte später, er habe keine Beziehung zu Epstein gehabt.
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Maxwell verbüßt derzeit eine 20-jährige Haftstrafe wegen ihrer Rolle beim Menschenhandel und Missbrauch minderjähriger Mädchen im Zusammenhang mit Epstein.
Warum Sportfiguren in den Dokumenten auftauchen
Für Leser außerhalb der Sportwelt zeigt die Erwähnung von Team-Eigentümern und Sportmanagern in den Akten, wie stark der Besitz großer Sportteams mit globalen Wirtschaftsnetzwerken verbunden ist.
Viele Eigentümer professioneller Sportteams sind Milliardäre mit weitreichenden Kontakten in Finanzwelt, Technologie und Unterhaltung. Laut Front Office Sports führt diese Überschneidung dazu, dass hochrangige Sportmanager häufig in denselben sozialen und geschäftlichen Kreisen auftreten wie Politiker, Investoren und Prominente.
Die neu veröffentlichten Dokumente verdeutlichen daher vor allem die enorme Reichweite von Epsteins sozialem Netzwerk, das sich über zahlreiche Branchen erstreckte.
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Journalisten und Forscher werden die Millionen von Dokumenten voraussichtlich weiterhin auswerten, während nach und nach weitere Details aus dem Archiv bekannt werden.
Quellen: Front Office Sports
