Das Format der Champions League steht in der Kritik europäischer Vereine
Mehrere europäische Klubs fordern die UEFA auf, ein zentrales Element des neuen Formats der Champions League zu überprüfen, da zunehmend die Sorge besteht, dass das aktuelle System den englischen Teams einen unbeabsichtigten Vorteil verschaffen könnte.
Laut einem Bericht von BBC Sport konzentriert sich das Problem auf die sogenannte „Länderschutzregel“, die verhindert, dass Mannschaften aus derselben nationalen Liga in der Ligaphase mit acht Spielen aufeinandertreffen.
Obwohl diese Regel bei der Einführung des überarbeiteten Formats für die Saison 2024/25 beibehalten wurde, sind einige Klubs inzwischen der Ansicht, dass ihre Wirkung durch die Stärke und die Anzahl der beteiligten Premier-League-Teams verzerrt wird.
Die Bedenken hängen insbesondere mit dem Setzsystem zusammen. Da drei englische Mannschaften in Topf 1 gesetzt waren, mussten beim Losverfahren Einschränkungen vorgenommen werden, um direkte Duelle zwischen ihnen zu vermeiden. Infolgedessen berichten einige nicht-englische Klubs, dass sich ihr Kreis potenzieller Gegner verengt habe und in vielen Fällen anspruchsvoller geworden sei.
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Ein in den Diskussionen häufig genanntes Beispiel betrifft Paris Saint-Germain und den FC Barcelona. Beide Klubs wurden letztlich Newcastle United aus Topf 4 zugelost. Ohne die Länderschutzregel hätten sie auch auf niedriger eingestufte Gegner wie Kairat Almaty oder Pafos treffen können. Klubverantwortliche argumentieren, dass solche Konstellationen zeigen, wie das System unbeabsichtigt das sportliche Gleichgewicht verzerren kann.
Allgemeiner betrachtet mussten mehrere Spitzenklubs darunter Bayern München, Inter Mailand und Real Madrid in der Ligaphase mehrfach gegen Teams aus der Premier League antreten. Angesichts der finanziellen Stärke und der großen Kaderbreite englischer Klubs sind einige Vereine der Meinung, dass dies den Weg in die nächste Runde im Vergleich zu einer offeneren Auslosung erschwert.
Allerdings gibt es keinen klaren Konsens darüber, wie sich das Problem lösen lässt.
Einige Klubs befürworten, den Länderschutz in der Ligaphase vollständig abzuschaffen. Dadurch könnten auch Mannschaften aus demselben Land aufeinandertreffen was möglicherweise schon früh im Wettbewerb zu hochkarätigen Duellen wie Real Madrid gegen Barcelona führen würde.
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Andere sprechen sich für den gegenteiligen Ansatz aus. Sie argumentieren, dass der Länderschutz stattdessen auf die frühen K.-o.-Runden ausgeweitet werden sollte. Diese Sichtweise gewann an Unterstützung, nachdem PSG in aufeinanderfolgenden K.-o.-Duellen auf die französischen Klubs Monaco und Brest traf ein Szenario, das bei strengeren Schutzregeln nicht möglich gewesen wäre.
Derzeit hat die UEFA keine kurzfristigen Regeländerungen angekündigt. Angesichts der Erwartung, dass die Premier League in der kommenden Saison mindestens fünf Teilnehmer stellen wird und wahrscheinlich erneut mehrere Teams unter den gesetzten Mannschaften sein werden dürfte die Debatte jedoch weiter anhalten.
Grundsätzlich spiegelt die Diskussion eine größere Frage im europäischen Fußball wider: wie sich sportliche Fairness mit der wachsenden Dominanz der finanziell stärksten Ligen in Einklang bringen lässt.
Quellen: BBC Sport, UEFA
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