In einem Szenario, das noch vor wenigen Wochen unvorstellbar gewesen wäre, stehen die Fans von Tottenham Hotspur vor einem Wochenende tiefgreifender emotionaler Konflikte. Da ihr Verein in einen verzweifelten Abstiegskampf in der Premier League verwickelt ist, erwägen viele Spurs-Anhänger das Undenkbare: ihren erbitterten Nord-Londoner Rivalen Arsenal anzufeuern.
Die ungewöhnliche Zwangslage resultiert aus einer kritischen Konstellation von Spielpaarungen. Tottenham belegt derzeit mit 37 Punkten den 17. Platz in der Premier League, nur einen Punkt vor dem auf Platz 18 liegenden West Ham United, der den letzten Abstiegsplatz einnimmt. Diesen Sonntag um 16:30 Uhr BST empfängt Arsenal, der Tabellenführer, West Ham in einem Londoner Derby. Eine Niederlage von West Ham würde die Hoffnungen der Spurs auf den Klassenerhalt erheblich stärken und Tottenham möglicherweise ein Vier-Punkte-Polster verschaffen, sollten sie ihr eigenes Spiel gewinnen, so BBC Sport.
Eine prekäre Lage in der Premier League
Tottenhams eigenes entscheidendes Spiel findet am Montag um 20:00 Uhr BST statt, wenn sie Leeds United empfangen. Sollten sowohl Arsenal als auch die Spurs aus ihren jeweiligen Begegnungen siegreich hervorgehen, läge West Ham vier Punkte hinter dem rettenden Ufer, mit nur noch zwei verbleibenden Spielen in ihrer Saison. Die Einsätze sind unbestreitbar hoch, und die Gefahr des Abstiegs in die Championship schwebt über den Lilywhites.
Die Situation wird durch Arsenals Streben nach dem Premier-League-Titel zusätzlich erschwert. BBC Sport berichtet, dass, falls Manchester City am Samstag Brentford besiegt, ein Sieg von Arsenal gegen West Ham bedeuten würde, dass die Gunners maximal fünf Punkte aus ihren letzten beiden Spielen benötigen, um die Meisterschaft zu sichern.
Lesen Sie auch: Barcelonas Aufstellung für El Clásico enthüllt: Viele Stars fehlen
Emotionale Akrobatik für die Treuen
Für Spurs-Fans ist der Gedanke, Arsenal aktiv zu unterstützen, eine bittere Pille, angesichts der erbitterten Rivalität zwischen den beiden Vereinen. „Einer meiner Spurs-Kumpels sagte, sie würden Arsenal anfeuern. Ich dachte nur: ‚Was redest du da überhaupt!‘“, bemerkte Tottenham-Fan Ali Speechly gegenüber Women of the Lane, zitiert von BBC Sport.
Doch die Schwere der Abstiegsgefahr scheint für einige die traditionellen Loyalitäten zu überlagern. Bardi vom The Extra Inch Spurs Podcast erklärte die schwierige Wahl, vor der die Anhänger stehen: „Im Moment muss der Klassenerhalt an erster Stelle stehen. Das ist unsere Priorität. Die Sicherheit ist wichtiger als Geplänkel, aber ihr werdet mich nicht weinen sehen, wenn sie 5:5 unentschieden spielen und Jarrod Bowen in der Nachspielzeit zweimal trifft.“
Speechly beschrieb das ungewöhnliche Dilemma ebenfalls als „emotionale Akrobatik“, wobei die Anhänger zwischen Rivalität und der Hoffnung auf den Klassenerhalt hin- und hergerissen sind. Laut BBC Sport hatten viele Fans den Abstieg bereits als unvermeidlich akzeptiert, bevor der jüngste Optimismus unter Roberto De Zerbi die Überzeugung neu entfachte, dass die Spurs den Abstieg vermeiden könnten.
Tottenhams jüngste Form hat wenig dazu beigetragen, die Nerven zu beruhigen. Der Verein hat seit seinem letzten Premier-League-Heimsieg zwei Trainerwechsel vorgenommen, und seit dem 2:0-Sieg gegen Brentford am 6. Dezember haben die Spurs im Tottenham Hotspur Stadium nur drei von möglichen 27 Punkten geholt. Ihre verbleibenden Spiele nach Leeds umfassen eine Auswärtsreise zu Chelsea am 17. Mai und ein Heimspiel am letzten Spieltag gegen Everton am 24. Mai, was ein angespanntes Saisonende garantiert.
Lesen Sie auch: Real Madrid entscheidet sich nach Trainingsvorfall gegen Verkauf von Valverde und Tchouameni
Quellen: www.bbc.com, www.theextrainch.co.uk
Lesen Sie auch: Toto Wolff schlägt neuen „Mega-Motor“ für die Formel 1 vor



