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McLaren schöpft in Suzuka neue Hoffnung, obwohl Oscar Piastri das zweite Training anführt

Laut einem Bericht von F1 Oversteer Autor Kyle Archer nahm McLaren den Freitag beim Japan Grand Prix mit gemischten, aber insgesamt ermutigenden Eindrücken mit. Oscar Piastri setzte im zweiten Freien Training mit einer Runde in 1:30,133 Minuten die Bestzeit und lag damit knapp vor Mercedes Rookie Andrea Kimi Antonelli, während George Russell auf Rang drei folgte.

Lando Norris wurde Vierter, obwohl sein Training schon früh durch ein Hydraulikproblem beeinträchtigt wurde und er dadurch einen großen Teil der ersten Hälfte der Session in der Garage verbringen musste. Am Ende kam Norris nur auf 17 Runden, während Piastri 29 Umläufe absolvierte, dennoch lag der Brite nur 0,516 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.

Genau dieser Aspekt rückte bei der Analyse stärker in den Mittelpunkt als das nackte Klassement. Laut Sky Sports F1 sah Karun Chandhok vor allem in Norris’ früher Pace auf den Medium Reifen ein positives Zeichen für McLaren.

Während Piastri später auf Softs die Bestzeit setzte, sprach für Chandhok vieles dafür, dass Norris mit seinem Lauf auf der härteren Mischung einen Hinweis darauf gab, dass McLaren den MCL40 allmählich besser versteht. Das machte die Session aus Sicht des Teams interessanter, als es das Ergebnis auf den ersten Blick vermuten lässt.

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Ermutigende Signale für McLaren

Bei Sky Sports F1 sagte Chandhok in deutscher Übersetzung: „Lando ist auf einem Satz Mediums auf Rang sechs gefahren. Das ist ermutigend. McLaren wird daraus viel Positives mitnehmen.“

Weiter sagte er: „Dass Piastri vorne liegt, nachdem alle ihre Versuche auf den Softs absolviert haben, ist ebenfalls bemerkenswert. Natürlich wissen wir nicht, ob Mercedes noch etwas zurückhält oder nicht. Aber insgesamt wirkt McLaren an diesem Wochenende überzeugender als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in dieser Saison.“

Diese Einschätzung ist vor allem deshalb relevant, weil McLarens Saisonstart bislang eher von Problemen als von Fortschritten geprägt war. Laut dem Bericht von F1 Oversteer hat Mercedes die Saison 2026 bislang klar stärker begonnen, mit einem Sieg von George Russell in Australien, einem weiteren Erfolg im Sprint in Shanghai und dem Grand Prix Sieg von Andrea Kimi Antonelli in China.

McLaren dagegen hatte Mühe, aus seinem Potenzial konstante Ergebnisse zu machen, und wurde immer wieder von technischen Schwierigkeiten gebremst. Norris’ fünfter Platz in Australien ist laut dem Bericht bislang das einzige Grand Prix Ergebnis des Teams in dieser Saison, was erklärt, warum selbst ein unvollständiges, aber konkurrenzfähiges Training in Suzuka intern als Fortschritt gewertet werden dürfte.

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Schon im ersten Training hatte sich angedeutet, dass McLaren in Japan etwas besser sortiert auftreten könnte. Russell führte auch dort das Feld an, Norris war jedoch als Dritter der schnellere der beiden McLaren Fahrer, direkt vor Piastri auf Rang vier.

Zusammengenommen ergaben die beiden Sessions ein Bild, das dem Team zumindest Anlass gibt, vorsichtig optimistisch in den weiteren Verlauf des Wochenendes zu gehen. Noch ist die tatsächliche Kräfteverteilung nicht eindeutig, vor allem mit Blick auf das Qualifying, doch McLaren wirkte am Freitag deutlich näher an der Spitze als noch bei den vorherigen Rennen.

Warum Suzuka McLaren neuen Mut machen könnte

Laut F1 Oversteer lagen einige der McLaren Probleme in dieser Saison in technischen Eigenheiten des Pakets, die auf bestimmten Strecken stärker ins Gewicht fielen. Dem Bericht zufolge arbeitet das Getriebe des Teams bei der Energierückgewinnung weniger effizient als die Mercedes Lösung, außerdem erzeugt der MCL40 in bestimmten Situationen weniger Abtrieb, was vor allem in China zu Grip Problemen führte. Hinzu kamen Batterieprobleme, die beim China Grand Prix in einem doppelten Nichtstart endeten und den schwachen Saisonbeginn zusätzlich verschärften.

Suzuka könnte für McLaren nun ein etwas anderes Bild liefern. Die ersten Eindrücke vom Freitag deuten zumindest darauf hin, dass diese Strecke dem Auto eher entgegenkommt oder seine Schwächen weniger stark freilegt als zuletzt. Das bedeutet noch nicht automatisch, dass McLaren Mercedes an diesem Wochenende ernsthaft von der Spitzenposition verdrängen wird.

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Dennoch wirkte der Auftritt in Japan substanzieller als alles, was das Team in dieser Saison bisher gezeigt hat. Piastri sorgte mit seiner Bestzeit für die Schlagzeile, aber Norris könnte mit seiner Pace trotz der unterbrochenen Session den wichtigeren Hinweis darauf geliefert haben, dass McLaren in Suzuka tatsächlich einen Schritt nach vorn gemacht hat.

Quellen: F1 Oversteer, Kyle Archer, Sky Sports F1

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