Rory McIlroys Masters, Millionenpreis könnte durch Steuern deutlich schrumpfen
Laut dem Daily Mirror Bericht von Tom Victor und Jake Bayliss erhielt McIlroy das höchste Preisgeld des Turniers, nachdem er Scottie Scheffler im Augusta National mit einem Schlag Vorsprung geschlagen hatte. In Berichten über die Auszahlungen nach dem Finale am Sonntag wurde die Siegprämie des Champions ebenfalls mit 4,5 Millionen Dollar, umgerechnet rund 3,36 Millionen Pfund, angegeben. Damit verteidigte McIlroy erfolgreich seinen Masters Titel und baute seine Bilanz auf sechs Major Siege aus.
Was zwischenzeitlich wie ein vergleichsweise klarer Erfolg aussah, wurde am Ende deutlich enger. McIlroy hatte sich nach 36 Löchern einen Vorsprung von sechs Schlägen erarbeitet, ehe seine Verfolger im Verlauf des Wochenendes wieder näher herankamen. In der Schlussrunde behielt er dennoch die Kontrolle und brachte den Sieg ins Ziel. Danach richtete sich ein Teil der Aufmerksamkeit schnell nicht mehr nur auf das Green Jacket, sondern auch auf die Frage, wie viel vom Siegercheck nach Steuern tatsächlich übrig bleibt.
Warum das Preisgeld aus Augusta nicht vollständig bei ihm bleiben dürfte
Die Steuerfrage ist deutlich komplizierter, als die nackte Gewinnsumme zunächst vermuten lässt. Im Mirror Artikel erklärte Jon Elphick, Managing Tax Partner bei Band, dass die Berechnung vor allem davon abhängt, in welchem Land ein Sportler steuerlich ansässig ist und wo die Einkünfte erzielt wurden. Da das Masters im US Bundesstaat Georgia ausgetragen wird, fällt auf das Preisgeld zunächst eine Steuerpflicht in den Vereinigten Staaten an.
Die Steuersätze des IRS reichen weiterhin bis zu 37 Prozent auf Bundesebene, dazu kommt in Georgia ein staatlicher Einkommensteuersatz von 4,99 Prozent. Rechnet man mit diesen Spitzensätzen, ergibt sich aus der im Mirror genannten Einschätzung eine mögliche Steuerlast in den USA von etwas mehr als 1,51 Millionen Dollar auf das Preisgeld von 4,5 Millionen Dollar. Das zeigt recht deutlich, wie groß der Unterschied zwischen dem offiziell verkündeten Siegercheck und dem Betrag sein kann, der am Ende tatsächlich beim Gewinner ankommt.
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Warum McIlroys Wohnsitz steuerlich den Unterschied machen könnte
An diesem Punkt wird es noch einmal komplizierter. Wie im Mirror Bericht ausgeführt wird, könnte ein Spieler, der steuerlich im Vereinigten Königreich ansässig ist, grundsätzlich auch dort Einkommensteuer auf dieselben Gewinne schulden. Allerdings sehen die britischen Regeln zur Vermeidung doppelter Besteuerung eine Anrechnung bereits im Ausland gezahlter Steuern vor, und der zusätzliche Spitzensteuersatz im Vereinigten Königreich liegt weiterhin bei 45 Prozent. Nach dieser Rechnung könnte ein in Großbritannien steuerpflichtiger Sieger trotz der bereits in den USA gezahlten Abgaben noch eine zusätzliche Summe an HMRC schulden.
McIlroy würde damit zwar weiterhin einen enormen Betrag mit nach Hause nehmen, aber eben nicht die volle Summe, die unmittelbar nach dem Turnierende genannt wird. Im Moment dürfte für ihn allerdings etwas anderes im Vordergrund stehen. Entscheidend ist zunächst der sportliche Erfolg, ein zweiter Masters Sieg in Serie, ein weiterer besonderer Moment in Augusta und ein Triumph, den er auch unter zunehmendem Druck am Sonntag verteidigt hat. Das Preisgeld bleibt wichtig, doch in Erinnerung wird vor allem der Sieg bleiben.
Quellen: Daily Mirror, IRS, GOV.UK
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