Kein Titelverteidiger, kein klarer Favorit: Die NHL-Playoffs versprechen ein völlig offenes Rennen
Die NHL-Playoffs beginnen in dieser Woche ohne einen klaren Favoriten – eine Seltenheit, geprägt von Verletzungen, späten Saisonaufschwüngen und dem Fehlen mehrerer jüngerer Titelanwärter.
Laut CBC werden die Florida Panthers, der amtierende Meister, nach einer von Verletzungen geprägten Saison nicht Teil des Playoff-Feldes sein. Ihr Fehlen ist Teil eines umfassenderen Wandels, der das Teilnehmerfeld geöffnet hat: Mehrere etablierte Teams fehlen, während andere nach Jahren der Abstinenz zurückkehren.
Diese Unbeständigkeit hat zu dem geführt, was Spieler und Trainer als eine der unberechenbarsten Playoff-Rennen der jüngeren Vergangenheit beschreiben.
„Jedes Team in den Playoffs kann gewinnen“, sagte der Verteidiger der Dallas Stars, Tyler Myers. „Jede Serie ist eine harte Serie. Das ist es, was die NHL-Playoffs so besonders macht.“
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Sabres und Penguins führen das Comeback an
Zu den bemerkenswertesten Rückkehrern gehört Buffalo, das trotz eines schwierigen Starts eine 14-jährige Playoff-Dürre beendete. Nach anfänglichen Problemen fanden die Sabres in der zweiten Saisonhälfte zu Konstanz und gehören laut CBC seit der Olympiapause zu den stärksten Teams der Liga.
Cheftrainer Lindy Ruff beschrieb die Wende als Ergebnis kontinuierlicher Fortschritte und nicht als plötzlichen Durchbruch.
„Darauf haben wir vom ersten Tag an hingearbeitet“, sagte Ruff. „Man muss zurückblicken und feststellen, dass wir vieles richtig gemacht haben, um an diesen Punkt zu kommen.“
Pittsburgh hat einen anderen Weg zurück in die Playoffs genommen und legte unter dem neuen Cheftrainer Dan Muse in seiner ersten Saison einen starken Schlussspurt hin. Die erfahrenen Führungsspieler Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Kris Letang bleiben zentrale Figuren, doch die Rückkehr des Teams wurde auch von jüngeren Spielern getragen.
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„Viele Leute haben an uns gezweifelt“, sagte Verteidiger Ryan Shea. „Das hat uns nur zusätzlich motiviert.“
Colorado geht mit Erwartungen, aber ohne Garantien ins Rennen
Colorado startet mit der besten Bilanz der regulären Saison in die Playoffs, angeführt von Stars wie Nathan MacKinnon und Cale Makar. Dennoch zeigt die jüngere NHL-Geschichte, dass Dominanz in der regulären Saison selten direkt zu einem Titel führt.
Die Avalanche könnte bereits früh auf eine harte Prüfung stoßen – gegen Dallas oder Minnesota, beides Topteams der Liga.
„Selbstbewusst, auf jeden Fall“, sagte Kapitän Gabriel Landeskog. „Aber es wird ein langer, harter Weg.“
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Das Playoff-Format, das in den frühen Runden auf Duelle innerhalb der Division setzt, verschärft diese Herausforderung zusätzlich. Kommissar Gary Bettman hat die Struktur verteidigt, da sie von Beginn an intensive Serien hervorbringt.
„Wenn man als Fan Spannung sucht … dieses Format liefert sie“, sagte Bettman.
Ausgeglichenheit prägt das Teilnehmerfeld in diesem Jahr
In beiden Conferences hat das Fehlen eines dominanten Favoriten den Fokus auf Tiefe, Momentum und Gesundheit verschoben – Faktoren, die in den Playoffs oft entscheidend sind.
Insbesondere die Eastern Conference wirkt nach dem Aus der Panthers weit offen, während im Westen mehrere Teams realistische Chancen auf den Finaleinzug haben.
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Olympia-Stars jagen den nächsten Titel
Die diesjährigen Playoffs folgen zudem auf eine Olympiasaison und verleihen der Geschichte eine zusätzliche Dimension. Mehrere Spieler, die Gold gewonnen haben, können nun im selben Jahr auch den Stanley Cup anstreben, während andere nach Enttäuschungen auf Wiedergutmachung hoffen.
Connor McDavid, nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen im Stanley-Cup-Finale, führt eine Gruppe an, die nach Wiedergutmachung strebt. Crosby kehrt derweil in die Playoffs zurück, nachdem er aufgrund einer Verletzung olympisches Gold verpasst hatte.
„Das ist die beste Zeit des Jahres“, sagte Crosby. „Dafür spielt man.“
Ohne klaren Favoriten und mit zahlreichen sich überschneidenden Geschichten dürften die kommenden Wochen nicht nur das Talent, sondern auch Ausdauer und Anpassungsfähigkeit auf die Probe stellen – Eigenschaften, die oft darüber entscheiden, wer am Ende den Cup in die Höhe stemmt.
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Quellen: CBC News
