Neville ist fassungslos über die Entlassung bei Chelsea: „Die Eigentümer wissen nicht, was sie tun“
Chelseas Experiment mit langfristiger Planung ist rasch gescheitert: Liam Rosenior wurde etwas mehr als drei Monate nach seinem Amtsantritt entlassen, nachdem die Ergebnisse deutlich eingebrochen waren.
Der 41-Jährige, der im Januar mit einem Sechsjahresvertrag verpflichtet wurde, verlässt den Klub nach nur 107 Tagen im Amt. Sein Aus folgt auf eine 0:3-Niederlage, die Chelseas alarmierende Serie auf fünf aufeinanderfolgende Premier-League-Niederlagen ohne Torerfolg ausweitete – die schlechteste Phase seit mehr als einem Jahrhundert.
Trotz eines achten Tabellenplatzes und weiterhin bestehender Chancen auf die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb scheint der jüngste Einbruch die Vereinsführung zum Handeln gezwungen zu haben.
Eigentümerstrategie unter Kritik
Die Entscheidung hat die Kritik an der Eigentümergruppe von Chelsea, BlueCo, verschärft, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz ungewöhnlich langfristiger Verträge.
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Im Gespräch mit Sky Sports stellte der ehemalige Manchester-United-Verteidiger Gary Neville die Logik hinter dem Ansatz des Klubs infrage. Er bezeichnete die vergebenen Verträge über sechs und acht Jahre als „von Anfang an lächerlich“ und sagte, sie zeigten eine Eigentümergruppe, die „überfordert“ sei.
Neville fügte hinzu, dass Trainerwechsel zwar Teil des Fußballs seien, die Struktur rund um diese Entlassung jedoch tiefere Bedenken hinsichtlich Führung und langfristiger Planung aufwerfe.
Kostspielige Konsequenzen
Rosenior’s Abgang ist nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein finanzieller Rückschlag.
Laut mehreren britischen Medienberichten wird Chelsea voraussichtlich rund 24 Millionen Pfund an Abfindung zahlen – eine Summe, die die Risiken langfristiger Verträge unterstreicht. Zum Vergleich: Der Championship-Klub Sheffield Wednesday wird auf etwa 20 Millionen Pfund geschätzt.
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Wie der Daily Mirror berichtet, hat Chelsea in den vergangenen Jahren bereits rund 160 Millionen Pfund für Trainerwechsel ausgegeben, einschließlich Abfindungen für eine Reihe hochkarätiger Trainer und deren Trainerstäbe.
Wie geht es weiter?
Für den Rest der Saison übernimmt U21-Trainer Calum McFarlane interimsweise die Mannschaft. Er hatte bereits zuvor in dieser Spielzeit kurzzeitig das Team betreut und dabei ein Unentschieden gegen Manchester City sowie eine Niederlage gegen Fulham verantwortet.
Der Blick richtet sich bereits auf eine dauerhafte Nachfolgelösung. Laut BBC zählen Marco Silva (Fulham), Andoni Iraola (Bournemouth) und der frühere Borussia-Dortmund-Trainer Edin Terzić zu den Kandidaten.
Chelsea steht nun vor einer entscheidenden Phase. Mit einem bevorstehenden FA-Cup-Halbfinale und einer weiterhin möglichen Qualifikation für die Champions League muss sich der Klub nach einem weiteren abrupten Richtungswechsel schnell stabilisieren.
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Quellen: Sky Sports, BBC, Daily Mirror
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