Uli Hoeneß hat entschieden, dass die lauteste Stimme in Sachen Lennart Karl seine eigene sein soll. Der Ehrenpräsident und Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern kündigt an, den 18-Jährigen zu einem, wie er es nennt, „ernsten Gespräch“ zu bitten, einem Gespräch über Erwartungen, Demut und den Wirbel, der sich zuletzt um den Flügelspieler angesammelt hat.
„Ich plane, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen. Er ist weit davon entfernt, ein Superstar zu sein; junge Spieler brauchen Demut“, sagte Hoeneß der Welt am Sonntag in Aussagen, die von mehreren deutschen Medien aufgegriffen wurden.
Vergangene Saison sprachen die Zahlen für Karl ganz von allein. Der Teenager beendete die Saison 2025/26 mit neun Toren und acht Assists. Im Oktober 2025 wurde er mit 17 Jahren und 242 Tagen zum jüngsten Champions-League-Torschützen der Bayern-Geschichte.
Die Saison 2026/27 sieht bislang ganz anders aus. Eine Oberschenkelzerrung vor der WM hielt Karl vom Turnier fern, und seit seiner Rückkehr steht er bei einem Tor und einem Assist in 267 Minuten über neun Pflichtspiele hinweg.
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Der Olise-Vergleich
Seine schärfsten Worte hob sich Hoeneß für die Vergleiche auf, die sich in diesem Herbst an Karl geheftet haben, wobei Teamkollege Michael Olise als üblicher Bezugspunkt dient.
„Vergleiche mit Olise tun ihm offensichtlich keinen Gefallen; zwischen beiden liegen Welten“, sagte Hoeneß.
Eberls sanftere Linie
Nicht jeder an der Säbener Straße wollte das Mikrofon eingeschaltet sehen. Sportdirektor Max Eberl lieferte in Aussagen, über die Get German Football News berichtet, eine ganz andere Lesart und ordnete das Formtief eher in einen vorhersehbaren Verlauf ein als in ein Problem, das lautstark angeprangert werden müsste.
„Was mit Lenny passiert, ist ein völlig normaler Prozess für einen jungen Spieler. Wir unterstützen ihn und sind überzeugt, dass er dieses Niveau wieder erreichen wird. Aber er hatte die Verletzung, er hat die WM verpasst, und das wirkt sich natürlich auf einen Spieler aus“, sagte Eberl.
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Die Akte abseits des Platzes
Die Debatte in der Kabine dreht sich nicht nur um Einsatzminuten und Abschlussqualität. Im Bayern-Insider-Podcast berichteten die BILD-Journalisten Christian Falk und Heiko Niedderer, dass einige Verantwortliche im Verein unzufrieden sind mit Karls öffentlichem Auftreten und von ihm erwarten, seinen Fokus stärker auf den Fußball zu richten. In derselben Berichterstattung wird intern Tom Bischof als Vorbild dafür genannt, was Bayern von einem aufstrebenden Teenager erwartet.
Ein separater Bericht von BulliNews zitiert die Einschätzung der BILD, dass sich die Vereinsführung besonders daran stößt, wie häufig Karl sein Privatleben in den sozialen Medien teilt, einschließlich Szenen mit seiner Freundin, der 22-jährigen Influencerin Zoe Käppele.
Interesse aus der Premier League
Karls Formtief hat das Interesse aus dem Ausland nicht gebremst. Das deutsche Portal Fussball Europa berichtet, dass Arsenal, Liverpool und Manchester United allesamt seine Lage beim FC Bayern verfolgen. Vorerst führt der nächste Weg des Teenagers in einen Raum mit Hoeneß.
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