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Chaos unter den Scheinwerfern in Rabat: AFCON-Finale gerät außer Kontrolle

Ein von Spannung geprägtes Finale vor dem Anpfiff

Lange bevor die Mannschaften das Spielfeld im Prince-Moulay-Abdellah-Stadion betraten, war die Atmosphäre rund um das Finale bereits angespannt. Nach Berichten der CAF-Kommunikation und regionaler Sportmedien hatte sich der senegalesische Fußballverband formell über mehrere Aspekte der Turnierorganisation beschwert.

Dabei ging es um die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Mannschaftshotel, den Zugang zu geeigneten Trainingseinrichtungen und die Verteilung von Eintrittskarten für senegalesische Fans. Die marokkanischen Organisatoren wiesen die Vorwürfe zurück, aber der Streit verlieh einer Veranstaltung, die den afrikanischen Fußball von seiner besten Seite zeigen sollte, einen zusätzlichen Reiz.

Ein vorsichtiges Spiel mit wenigen klaren Möglichkeiten

Das Finale selbst begann verhalten, und beide Mannschaften scheuten das Risiko. Die größte Chance hatte Senegal vor der Halbzeit, als Iliman Ndiaye auf das Tor zulief, aber vom marokkanischen Torwart Yassine Bounou mit einer Glanzparade gestoppt wurde.

Nach der Pause kam Marokko besser ins Spiel. Ayoub El Kaabi vergab die beste Gelegenheit, als er nach einer gut platzierten Hereingabe von Bilal El Khannouss aus kurzer Distanz nicht verwandeln konnte. Mit zunehmender Dauer der zweiten Halbzeit nahm die Intensität im Stadion deutlich zu.

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Eine späte Entscheidung, die eine Kontroverse auslöste

In der 92. Minute schien das Spiel zu kippen. Der Senegal glaubte, nach einem Eckstoß ein Tor erzielt zu haben, als Ismaila Sarr einen Abpraller im Strafraum verwertete. Doch Schiedsrichter Jean Jacques Ndala hatte bereits zuvor ein Foulspiel gepfiffen.

Da der Pfiff ertönte, bevor der Ball die Linie überquerte, konnte der VAR nicht eingreifen. Die Fernsehübertragungen zeigten später, dass der Kontakt minimal war, was zu wütenden Reaktionen auf der Bank und bei den Spielern des Senegal führte.

Protest unterbricht das Spiel und strapaziert die Geduld

Wenige Augenblicke später gab der Schiedsrichter Marokko nach einer längeren VAR-Überprüfung am anderen Ende des Spielfelds einen Elfmeter. Diese Entscheidung löste einen noch nie dagewesenen Protest aus. Die senegalesischen Spieler verließen auf Anweisung von Cheftrainer Pape Thiaw das Spielfeld und weigerten sich, unter den aus ihrer Sicht unfairen Umständen weiterzuspielen.

Das Spiel wurde für etwa vierzehn Minuten unterbrochen. Lokalen Journalisten zufolge, die im Stadion anwesend waren, kam es auf den Tribünen und im Pressebereich zu Unruhen, die das Sicherheitspersonal zwangen, einzugreifen. Erst nach anhaltenden Gesprächen, angeführt von Kapitän Sadio Mané, stimmte der Senegal zu, auf das Spielfeld zurückzukehren.

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Ein verschossener Elfmeter und eine Verschiebung des Momentums

Als das Spiel fortgesetzt wurde, trat der marokkanische Mittelfeldspieler Brahim Díaz an, um den Elfmeter zu schießen. Bei seinem Versuch, den Ball in die Mitte zu schießen, scheiterte er an Torhüter Edouard Mendy, der auf seiner Linie blieb und den Ball abfing.

Der Fehlschuss enttäuschte das Heimpublikum und schien das Spiel in der Verlängerung wieder zugunsten des Senegals zu drehen.

Ein entscheidender Schlag inmitten der Erschöpfung

Der Durchbruch gelang in der Nachspielzeit. Pape Gueye eroberte den Ball im Mittelfeld, wich dem Druck aus und ließ Bounou mit einem Distanzschuss von der Strafraumgrenze keine Chance.

Marokko warf in den Schlussminuten alles nach vorne, und Nayef Aguerd traf in letzter Sekunde die Latte, doch der Senegal hielt stand und sicherte sich mit einem 1:0-Sieg den zweiten AFCON-Titel.

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Ein Finale, das Fragen offen lässt

Auch nach dem Schlusspfiff gab es noch Ärger. Der Weltfußballverband CAF kündigte an, dass er das vorübergehende Ausscheiden Senegals, die Anwendung des VAR-Protokolls und die gemeldeten Sicherheitsmängel am Spielort überprüfen werde.

Nach Angaben von CAF-Offiziellen, die von regionalen Sendern zitiert wurden, werden Disziplinarmaßnahmen und offizielle Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt erwartet. Der Senegal reist mit dem Pokal ab, aber die Ereignisse in Rabat haben einen langen Schatten auf das Turnier geworfen und werfen allgemeinere Fragen über die Standards der Schiedsrichter, die Sicherheit der Spiele und die Führung auf höchster Ebene des afrikanischen Fußballs auf.

Quellen: CAF, regionale Medienberichte

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