Fußball

Der Anruf, der Thierry Henrys Karriere veränderte

Nach der historischen Saison 1998/99, in der Manchester United das Triple gewann, hatten Personalentscheidungen langfristige Auswirkungen. Einer dieser Momente, Jahre später erzählt, drehte sich um ein kurzes Gespräch, das die Geschichte der Premier League hätte verändern können.

Im Mittelpunkt stand Thierry Henry, damals ein Stürmer auf der Suche nach Orientierung nach einer durchwachsenen Zeit bei Juventus – und eine Nachricht, die Sir Alex Ferguson genau zum falschen Zeitpunkt erreichte.

Henrys Aufstieg bei Arsenal

Henry wechselte im Sommer 1999 für 11 Millionen Pfund von Juventus zu Arsenal. Unter Arsène Wenger wurde er rasch zum Mittelstürmer umfunktioniert und prägte fortan die moderne Ära des Vereins.

In acht Spielzeiten im Norden Londons erzielte Henry 228 Tore und gab 104 Vorlagen in 377 Einsätzen – er wurde Arsenals Rekordtorschütze. Er gewann mit dem Klub zwei Premier-League-Titel und drei FA Cups und gilt weithin als der größte Spieler in der Vereinsgeschichte.

Lesen Sie auch: Infantinos Witz entfacht neue Kritik an WM Ticketpreisen

Dieser Erfolg hätte jedoch beinahe in einem anderen Trikot stattgefunden.

Eine Nachricht aus dem Spielertunnel

Ned Kelly, der als Sicherheitsmann für Eric Cantona und David Beckham arbeitete, berichtete, dass Henry vor seinem Wechsel zu Arsenal großes Interesse an einem Transfer zu Manchester United hatte. Kelly erzählte diese Geschichte in einem Interview mit beIN Sports im Jahr 2020.

Er sagte, er habe kurz nach einem Spiel einen Anruf von Eric Cantonas älterem Bruder Jean-Marie erhalten:
„Im Tunnel nach dem Spiel klingelt mein Telefon. Jean-Marie, Erics älterer Bruder, sagt: ‚Ned, sag Alex [Ferguson], dass Thierry Henry zum Klub kommen will‘“, erinnerte sich Kelly.

Kelly betonte, die Botschaft sei eindeutig gewesen: Henry wollte damals am liebsten zu United.
„Das war, bevor er zu Arsenal ging – sein erster Wunsch war Manchester United“, fügte er hinzu.

Lesen Sie auch: Auf der Bank, aber nicht außen vor: Carrick's erste Bewährungsprobe mit Sesko

Fergusons Reaktion

Kelly sagte, er habe die Nachricht direkt an Ferguson weitergeleitet.

„Ich gehe also zum Boss und sage: ‚Boss, ich hatte gerade Jean-Marie Cantona am Telefon, er sagt, Henry will zum Klub kommen.‘“

Doch laut Kelly winkte Ferguson sofort ab.

„Er [Ferguson] sagt: ‚Auf keinen Fall, der ist doch ständig verdammt nochmal verletzt.‘ Dann ging er zu Arsenal – der Rest ist Geschichte.“

Lesen Sie auch: Dana White blockiert Francis Ngannous UFC Rückkehr für Trump beworbenes White House Event

Damals galt Henry noch als talentierter, aber inkonstanter Stürmer, der sich in Italien nicht durchsetzen konnte. Fergusons Zweifel an Henrys Fitness und Zuverlässigkeit spiegelten dieses Bild wider – auch wenn sich diese Einschätzung später als falsch erwies.

Die Folgen

Statt Henry zu verpflichten, holte United den Verteidiger Mikaël Silvestre von Inter sowie die Torhüter Massimo Taibi von Venedig und Mark Bosnich von Aston Villa. Keiner der drei hinterließ einen bleibenden Eindruck in Old Trafford.

Trotz dieser Fehlgriffe führte Ferguson United in der Saison 1999/2000 erneut zur Meisterschaft in der Premier League.

Henry wiederum sollte United immer wieder bestrafen: In 23 Spielen gegen sie erzielte er sechs Tore und bereitete acht weitere vor. Später stand er im Team des FC Barcelona, das 2009 United im Champions-League-Finale mit 2:0 besiegte.

Lesen Sie auch: Alpine enthüllt 2026er Formel-1-Auto auf hoher See

Mehr als zwei Jahrzehnte später gilt dieses kurze Gespräch im Spielertunnel als einer der bemerkenswertesten „Was wäre wenn“-Momente der Ferguson-Ära.

Quellen: beIN Sports (Interview von 2020)

Lesen Sie auch: Frankreich und Deutschland entscheiden über Boykott der WM 2026

Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.