Geoff Maynard, langjähriger Kolumnist beim Daily Express, argumentierte in seiner Kolumne am Tag nach dem Spiel, dass die Demütigung in der Lombardei das Werk der Spieler war, nicht des Mannes auf der Trainerbank, und dass das eigentliche Versagen eine Etage höher sitzt.
„Die Leistung, die seine Spieler bei der Demütigung in Como abgeliefert haben, war ein Witz“, schrieb Maynard.
„Carrick hat nicht die Mittel bekommen, um die Top-Spieler zu holen, die seine Mannschaft dringend braucht.“
Er verwies konkret auf den Sommer, als United vor einer 120-Millionen-Pfund-Forderung für Nottingham-Forest-Mittelfeldspieler Elliot Anderson zurückschreckte, der im Juli schließlich einem Wechsel zu Manchester City zustimmte.
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„Der Kerl ist ein Mittelfeld-Monster vom Schlage eines Roy Keane, wie es jedes Spitzenteam braucht“, schrieb Maynard. Die Sommer-Zugänge Carlos Baleba, Youri Tielemans und Andrey Santos seien „ordentlich“, hätten diese Lücke aber nicht geschlossen.
Im Angriff, so Maynard, zeige sich dasselbe Muster. Benjamin Sesko sei der einzige echte Stürmer, während Bruno Fernandes, Matheus Cunha und Bryan Mbeumo als Stürmer eingesetzt würden, die sie nicht sind.
„Egal welche Taktik man spielt, wenn man nicht zurückläuft“
Innerhalb der Mannschaft bröckelt die Disziplin bereits. Comos Nico Paz erzielte bereits in den ersten zwei Minuten den Führungstreffer und gab den Ton für einen 4:1-Sieg vor, und nach dem Schlusspfiff stellte Fernandes, der in der 67. Minute ausgewechselt worden war, die taktische Ausrichtung öffentlich bei Sky Sports infrage.
„Es war eine Entscheidung des Trainerstabs, nicht Mann gegen Mann zu pressen und manchmal Räume dahinter zu lassen.“
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Carricks Antwort schonte seinen Kapitän nicht.
„In der zweiten Halbzeit haben wir halb Mann gegen Mann gepresst und daraus am Ende ein Gegentor kassiert. Egal welche Taktik man spielt, wenn man nicht zurückläuft, wird man nicht gewinnen.“
Der Schlagabtausch brachte Jamie Carragher binnen Stunden gegen Fernandes auf. Der Sky-Experte bezeichnete die öffentliche Kritik bei CBS Sports als „eine Schande“ und wies darauf hin, dass Fernandes in der vergangenen Saison unter Carrick zum Spieler des Jahres bei United gewählt worden sei und die Auszeichnung ohne ihn nicht geholt hätte.
„Wir haben gesagt, Lisandro Martinez sei völlig daneben gewesen, als er die Vereinsführung öffentlich kritisiert hat. Dass Bruno Fernandes dasselbe tut, ist eine Schande“, sagte Carragher.
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Die stille Position der Vereinsführung
Lisandro Martinez‘ Wortmeldung kam in der Vorwoche nach einer 0:2-Niederlage gegen Atlético Madrid, als der Verteidiger seinen Frust gegen die Vereinsführung statt gegen den Trainer richtete und öffentlich sagte, der Kader sei nicht stark genug, um auf höchstem Niveau mitzuhalten. Viele Fans stimmen ihm zu, berichtet Sky Sports.
Die Vereinsführung sieht das anders. Sie ist überzeugt, der Kader sei stärker als jener, mit dem Carrick in der vergangenen Saison den dritten Platz in der Premier League erreichte, und dass die aktuelle Krise, die inzwischen sieben Pflichtspiele ohne Sieg umfasst, ein Problem sei, das der Trainer selbst lösen müsse.
Carrick wird am Sonntag beim Heimspiel gegen Bournemouth an der Seitenlinie stehen, über diese Partie hinaus ist noch keine Entscheidung gefallen. Anpfiff in Old Trafford ist um 14:00 Uhr Ortszeit.
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