Ein außergewöhnlicher Streit um zwei frühere NBA-Spieler hat offenbar zu einer Entscheidung geführt. Eine offizielle Begründung fehlt jedoch weiterhin.
Mehrere Ligaquellen berichten, dass Enes Kanter Freedom und Royce White nicht für den WNBA Draft 2027 zugelassen werden. Die WNBA hatte diese Entscheidung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels nicht öffentlich verkündet.
Eine Entscheidung ohne öffentliches Urteil
Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte The Associated Press, dass beide früheren NBA-Spieler nicht teilnahmeberechtigt seien.
Wegen der sensiblen Situation blieb die Quelle anonym. Eine Begründung für die angebliche Entscheidung wurde nicht genannt.
Lesen Sie auch: Allen Robinson: „Nichts als Dankbarkeit“
AP betonte außerdem, dass Kanter Freedom und White ihre Teilnahme am kommenden Draft angekündigt hätten, die WNBA aber noch keine öffentliche Stellungnahme zu ihren Fällen abgegeben habe.
Auch ESPN erhielt diese Information von mehreren Personen aus dem Umfeld der Liga. Kurzfristige Änderungen der Regeln seien ebenfalls nicht zu erwarten.
Die gemeldete Antwort fällt damit eindeutig aus. Wie die WNBA zu dieser Position gelangt ist, bleibt ohne eine formelle Erklärung der Liga deutlich weniger klar.
Kanter Freedom widerspricht
Kanter Freedom weist die Darstellung zurück, dass der Fall bereits endgültig entschieden sei.
Lesen Sie auch: Portlands Albtraum kommt früh
„Ich habe bisher nichts von den Verantwortlichen der WNBA gehört. Fake News!“, sagte er der New York Post.
Seine Antwort widerlegt die anonymen Quellen nicht zwangsläufig. Sie zeigt vielmehr den Unterschied zwischen einer internen Haltung der Liga und einer Entscheidung, die den Beteiligten offiziell mitgeteilt wurde.
Kanter Freedom spielte elf Jahre in der NBA und stand unter anderem bei Utah, Oklahoma City, New York und Boston unter Vertrag.
White kam lediglich in drei NBA-Partien zum Einsatz und begann später eine politische Karriere. Beide erklärten, sich zum Zweck der Draft-Teilnahme als Frauen zu identifizieren, und präsentierten den Schritt als Herausforderung der WNBA-Regeln.
Lesen Sie auch: Mourinhos erste große Entscheidung
Ein Satz steht im Mittelpunkt
Der neue Tarifvertrag der WNBA legt fest, dass nur Spielerinnen, die Frauen sind, in der Liga antreten dürfen.
Eine ausführlichere öffentlich zugängliche Definition zu Geschlechtsidentität oder dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht enthält das Dokument nicht. Eine bekannte Transgender-Frau hat bislang nie in der WNBA gespielt.
Kanter Freedom und White verweisen genau auf diese fehlende Präzisierung. Daraus ergibt sich jedoch nicht automatisch, dass eine Selbstidentifikation für die Teilnahme am Draft genügt.
Die WNBA hatte zuvor erklärt, es gebe keine unmittelbaren Fälle, die eine Entscheidung erforderten. In einer von The Guardian veröffentlichten Stellungnahme verurteilte sie zudem Versuche, das Thema zur Ausgrenzung oder Herabwürdigung anderer zu benutzen.
Lesen Sie auch: Juventus befürchtet das Schlimmste
Commissioner Cathy Engelbert kündigte weitere Gespräche mit den Teams und der Spielergewerkschaft an. Fairer Wettbewerb und die Integrität des Sports seien dabei zentrale Faktoren.
Der Konflikt erreicht den Spielfeldrand
Die Berichte erschienen einen Tag, nachdem Kanter Freedom beim Spiel zwischen Chicago Sky und Indiana Fever am 23. August aus der Halle geführt worden war.
Er saß an der Grundlinie und trug ein Shirt, das eine Frau als erwachsenen weiblichen Menschen definierte. Während einer Auszeit näherte sich Sky-Guard Natasha Cloud, woraufhin ein verbaler Streit entstand.
Das Sicherheitspersonal trennte beide und führte Kanter Freedom aus der Arena. Laut dem ESPN-Bericht über den Vorfall bekräftigte Cloud anschließend ihre Unterstützung für Transgender-Personen.
Lesen Sie auch: „Für mich ist der Markt geschlossen": Mourinho beendet Real Madrids Transfersommer
Ein zukünftiges Hallenverbot hatte die WNBA nicht verkündet. Der betreffende Draft soll ohnehin erst im April 2027 stattfinden.
Die Liga besitzt daher genügend Zeit für eine formelle Erklärung. Bis dahin erscheint das Ergebnis zwar deutlich, seine offizielle Grundlage bleibt jedoch offen.



