Gianluca Prestianni reagiert auf Vorwürfe rassistischer Beleidigungen durch Vinicius Jr
Der 1:0-Sieg von Real Madrid gegen Benfica im Hinspiel der Play-off-Runde der K.-o.-Phase der Champions League wurde am Dienstagabend unterbrochen, nachdem Vinicius Jr. mutmaßliche rassistische Beleidigungen gemeldet hatte, was zu einer vorübergehenden Spielunterbrechung im Estádio da Luz führte.
In dem ausverkauften Stadion von Lissabon stieg die Spannung, und die Partie wurde in der zweiten Halbzeit für etwa zehn Minuten unterbrochen, als Vinicius auf den französischen Schiedsrichter François Letexier zuging. Der brasilianische Stürmer erklärte, dass Benficas Gianluca Prestianni eine rassistische Bemerkung gemacht habe, während er seinen Mund mit seinem Trikot bedeckte.
Letexier reagierte, indem er das Antirassismus-Zeichen der UEFA mit gekreuzten Armen zeigte – das im europäischen Fußballprotokoll gegen Diskriminierung vorgesehene Signal. Die Spieler wurden vom Platz geführt, während die Offiziellen die Situation klärten; Verwirrung und Buhrufe hallten durch das Stadion.
Vinicius-Treffer entscheidet das Hinspiel
Vor der Unterbrechung war die Begegnung ausgeglichen verlaufen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit erzielte Vinicius in der 50. Minute die Führung, als er von links nach innen zog und einen kraftvollen Schuss an Torhüter Anatoliy Trubin vorbei ins Netz setzte.
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Das Tor erwies sich letztlich als entscheidend und verschaffte Madrid eine knappe Ausgangsposition für das Rückspiel in der kommenden Woche. Die Jubelgeste des Brasilianers schien jedoch die Stimmung auf den Rängen weiter anzuheizen und bereitete den Boden für die kurz darauf folgende Konfrontation.
Nach der Wiederaufnahme des Spiels blieb Prestianni bis zur 81. Minute auf dem Platz, ehe ihn Benficas Trainer José Mourinho auswechselte. Mourinho wurde später nach zwei Gelben Karten in einer hitzigen Schlussphase vom Platz gestellt.
Deutliche Reaktionen nach dem Schlusspfiff
Im Anschluss veröffentlichte Vinicius in den sozialen Medien eine kurze, aber deutliche Botschaft: „Rassisten sind vor allem Feiglinge.“
Auch Kylian Mbappé verurteilte die mutmaßlichen Beleidigungen. Laut beIN Sports sagte der französische Nationalspieler:
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„Was ich gesehen habe, ist sehr klar: Die Nummer 25 hat Vini fünfmal gesagt, dass er ein Affe sei. Jeder kann seine Meinung haben, aber ein solches Verhalten ist inakzeptabel. Es ist wunderbar, in der Champions League zu spielen, aber dieses Bild ist schrecklich für den Weltfußball.
„Ich habe ihn einen Rassisten genannt, weil ich denke, dass er einer ist. Er hat versucht, sich hinter seinem Trikot zu verstecken, aber sein Gesicht lügt nicht. So jemand ist kein professioneller Kollege. Ein junger Spieler darf auf einem Fußballplatz nicht die Freiheit haben, so etwas zu sagen. Das ist ein großes Problem, und wir werden sehen, was passiert.“
Mourinho deutete später an, dass Vinicius’ Jubel die Atmosphäre im Stadion möglicherweise zusätzlich angeheizt habe, betonte jedoch, er wolle nach Anhörung unterschiedlicher Darstellungen „unabhängig“ bleiben. Seine Aussagen stießen bei Beobachtern auf Kritik, die meinten, der Fokus müsse auf der Anschuldigung selbst liegen.
Prestianni weist Vorwürfe zurück
Prestianni wies die Anschuldigungen in einer am frühen Mittwoch auf Instagram veröffentlichten Erklärung zurück. Laut beIN Sports schrieb er:
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„Ich möchte klarstellen, dass ich Vinícius Jr. zu keinem Zeitpunkt rassistisch beleidigt habe; er hat leider missverstanden, was er gehört zu haben glaubte. Ich bin niemals irgendjemandem gegenüber rassistisch gewesen.“
Er fügte hinzu: „Und ich bedaure die Drohungen, die ich von Spielern von Real Madrid erhalten habe.“
Bis Mittwochmorgen hatte die UEFA keine disziplinarischen Maßnahmen angekündigt.
Das Rückspiel ist für nächste Woche angesetzt; dabei geht es um einen Platz im Achtelfinale der Champions League.
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Quellen: beIN Sports, TNT Sports
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