Haarziehen „wird nicht toleriert“ Berufung von United scheitert
Die englischen Fußballbehörden haben ihre Haltung zum Verhalten der Spieler bekräftigt, nachdem sie eine Berufung von Manchester United gegen den jüngsten Platzverweis von Lisandro Martínez zurückgewiesen haben.
Laut einer schriftlichen Entscheidung der Football Association (FA) kam ein unabhängiges Disziplinargremium zu dem Schluss, dass das Ziehen an den Haaren eines Gegenspielers als strafbares Verhalten zu werten ist, selbst wenn es ein geringeres Verletzungsrisiko birgt als andere Formen groben Foulspiels.
Der Fall geht auf die 1:2-Niederlage von United gegen Leeds zurück, bei der der 28-jährige Martínez des Feldes verwiesen wurde, weil er den Stürmer Dominic Calvert-Lewin abseits des Spielgeschehens an den Haaren zog. Schiedsrichter Paul Tierney hatte den Vorfall zunächst nicht bemerkt, zeigte jedoch nach Ansicht der Bilder am Spielfeldrand – auf Hinweis des Videoassistenten (VAR) – die rote Karte.
United legte sowohl gegen den Platzverweis als auch gegen die automatische Sperre von drei Spielen Einspruch ein. Das Gremium kam jedoch zu dem Ergebnis, dass die Entscheidung nicht den erforderlichen Maßstab erfüllt, um aufgehoben zu werden. Wie im FA-Bericht dargelegt, waren sich die Mitglieder der Kommission einig, dass die Entscheidung des Schiedsrichters nicht als eindeutiger Fehler angesehen werden könne.
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Das Gremium verwies zudem auf die Reaktion von Calvert-Lewin als unterstützenden Beleg und erklärte, er habe offenbar „ein gewisses Maß an Krafteinwirkung auf seine Haare/Kopfhaut verspürt“.
Obwohl anerkannt wurde, dass andere Formen groben Foulspiels ein größeres körperliches Risiko darstellen können, betonte das Gremium die Notwendigkeit einer konsequenten Regelauslegung. Es fügte hinzu, dass das Dulden solcher Handlungen einen unerwünschten Präzedenzfall im Spiel schaffen könnte.
Der Trainer von Manchester United, Michael Carrick, hatte die Entscheidung zuvor kritisiert und sie als „eine der schlechtesten“ bezeichnet, die er je gesehen habe. Er argumentierte, Martínez sei „aus dem Gleichgewicht geraten und im Gerangel gewesen“ und betonte, der Kontakt sei „kein Ziehen, kein Zerren, nicht aggressiv“ gewesen. Das Gremium widersprach letztlich und entschied, dass der Platzverweis gerechtfertigt und nach den Richtlinien der FA nicht übermäßig gewesen sei.
Infolgedessen hat Martínez bereits den jüngsten Sieg von United gegen Chelsea verpasst und wird auch in den kommenden Spielen gegen Brentford und Liverpool fehlen.
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Obwohl das Ziehen an den Haaren in den Spielregeln nicht ausdrücklich aufgeführt ist, wird es in der Regel als grobes Foulspiel eingestuft, da es nicht Teil eines legitimen Versuchs ist, den Ball zu spielen. Die FA betonte, dass nur „wirklich außergewöhnliche“ Umstände eine Aufhebung solcher Entscheidungen rechtfertigen.
Die Entscheidung steht im Einklang mit früheren Fällen. Anfang dieses Jahres scheiterte Everton mit einer Berufung gegen eine rote Karte für Michael Keane nach einem ähnlichen Vorfall mit dem Wolverhampton-Stürmer Tolu Arokodare.
Die Entscheidung dürfte als weitere Orientierung dafür dienen, wie Schiedsrichter und Gremien künftig mit vergleichbaren Situationen umgehen.
Quellen: BBC, FA-Bericht
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