Während das hektische Sommer-Transferfenster in ganz Europa schließt, herrscht die allgemeine Auffassung, dass der Spielerwechsel bis Januar zum Erliegen kommt. Die Realität der komplexen Regulierungslandschaft des Fußballs besagt jedoch, dass verschiedene Wege für Transfers und Registrierungen offen bleiben, geregelt durch die FIFA-Bestimmungen und spezifische Vorschriften der nationalen Verbände.
Während die meisten Ligen eine strikte Frist für die Verpflichtung von Spielern einhalten, bedeutet die globale Natur des Fußballs, dass nicht alle Transferfenster gleichzeitig schließen. So schließt das Fenster der Premier League typischerweise am 1. September, doch die Frist der Saudi Pro League kann sich Wochen darüber hinaus erstrecken, und die türkische Süper Lig läuft oft noch mehrere Tage länger. Diese Diskrepanz bedeutet, dass ein englischer Verein zwar nach seiner eigenen Frist keine Spieler mehr kaufen kann, aber weiterhin Spieler an Vereine in Ligen verkaufen kann, in denen das Fenster noch geöffnet ist.
Vertragslose Spieler und Vorverträge
Eine der häufigsten Möglichkeiten, wie Spieler außerhalb der offiziellen Transferfenster wechseln, ist als vertragslose Spieler. Die FIFA-Regularien zum Status und Transfer von Spielern erlauben es einem Profi, dessen Vertrag natürlich ausgelaufen oder im gegenseitigen Einvernehmen beendet wurde, jederzeit registriert zu werden. Eine entscheidende Einschränkung ist jedoch, dass der vorherige Vertrag des Spielers vor dem Ende der Registrierungsperiode des kaufenden Vereins ausgelaufen sein muss. Das bedeutet, dass ein Spieler, dessen Vertrag beispielsweise am 5. September endet, am 6. September nicht von einem Verein verpflichtet werden kann, dessen Transferfenster am 1. September geschlossen wurde. Nationale Verbände wenden diese Ausnahme für vertragslose Spieler ebenfalls mit unterschiedlicher Strenge an, und die meisten Ligen legen eine Obergrenze für die Anzahl der Registrierungen von vertragslosen Spielern fest, die ein Verein in einer einzigen Saison vornehmen kann.
Ein weiterer Mechanismus für zukünftige Wechsel sind Vorverträge, die oft weit außerhalb der traditionellen Transferfenster abgeschlossen werden. Gemäß Artikel 18 der FIFA-Regularien ist es einem Spieler, der sich in den letzten sechs Monaten seines bestehenden Vertrags befindet, freigestellt, einen Vorvertrag mit einem anderen Verein zu unterzeichnen. Diese Vereinbarung kann beispielsweise im Januar getroffen werden, wobei die offizielle Registrierung des Spielers beim neuen Verein erst erfolgt, wenn das nächste Transferfenster im Juli öffnet.
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Englische Ausnahmen und verletzungsbedingte Ausnahmeregelungen
Der englische Fußball hat seine eigenen spezifischen Bestimmungen für Aktivitäten nach der Deadline. „Deal Sheets“ ermöglichen es Vereinen der Premier League oder EFL, eine Verpflichtung nach der Deadline zu bestätigen, wenn eine Einigung zuvor erzielt wurde, und bieten etwa zwei zusätzliche Stunden, um die restlichen Unterlagen einzureichen. Darüber hinaus bleiben Notausleihen für Torhüter eine echte Möglichkeit für Verpflichtungen während der Saison. Ein EFL-Verein kann einen Torhüter für eine siebentägige Notausleihe, wöchentlich verlängerbar, verpflichten, wenn er keinen verfügbaren „professionellen Torhüter“ hat, definiert als einen, der fünf oder mehr Liga- oder Pokalspiele der ersten Mannschaft bestritten hat. Die Premier League hat eine gleichwertige Bestimmung für Torhüterkrisen, obwohl das umfassendere Notausleihsystem, das einst in der EFL üblich war, 2016 abgeschafft wurde.
Eine der vielleicht umstrittensten Ausnahmen ist die Ausnahmeregelung bei Langzeitverletzungen, die es einem Verein erlaubt, außerhalb des Transferfensters einen Ersatz zu verpflichten. Ein bemerkenswertes Beispiel ereignete sich im Februar 2020, als Barcelona Martín Braithwaite vom abstiegsbedrohten Leganés verpflichtete. Braithwaite hatte vor seinem Wechsel ins Camp Nou sechs Ligatore für Leganés erzielt. Dies war gemäß Artikel 124.3 der Regeln des spanischen Verbandes möglich, der es einem Verein mit einer medizinisch bestätigten Langzeitverletzung erlaubt, einen Ersatz zu verpflichten. Entscheidend ist, dass Leganés, da sie selbst keine qualifizierende Verletzung hatten, Braithwaite nicht ersetzen konnten, was ein erhebliches Ungleichgewicht in der Regel verdeutlicht.
Über Spielertransfers hinaus sind andere Wechsel von Transferfenstern völlig unberührt. Manager, Assistenztrainer, Sportdirektoren und Analysten können wechseln, wann immer ihre Vereine sich auf Konditionen einigen. Ähnlich verhält es sich mit den Registrierungen für Akademien und Stipendien, die nach separaten Kalendern erfolgen, und Nicht-Liga-Vereine können vertragslose Spieler wöchentlich registrieren. Probespieler können das ganze Jahr über trainieren und in Freundschaftsspielen eingesetzt werden, sind aber für Wettkampf-Spieltagskader nicht spielberechtigt.
Quellen: www.givemesport.com
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