Kimi Antonelli wurde nach seinem Sieg beim Grand Prix von China gesagt, er sei „untypisch für einen Italiener“
Kimi Antonellis erster Sieg in der Formel 1 in China hat nicht nur einen Meilenstein in seiner Karriere markiert, sondern in Italien auch eine neue Debatte über seine langfristige Zukunft entfacht und darüber, ob diese ihn eines Tages zu Ferrari führen könnte.
Der 19-jährige Mercedes-Pilot zeigte in Shanghai eine abgeklärte und souveräne Leistung und verwandelte seine Pole-Position in einen Sieg, obwohl er beim Start kurzzeitig die Führung an Lewis Hamilton verlor. Bereits in der zweiten Runde eroberte er die Spitze zurück und baute anschließend kontinuierlich seinen Vorsprung aus, während sich hinter ihm die Konkurrenz Kämpfe lieferte.
Antonelli überquerte die Ziellinie schließlich mit einem Vorsprung von 5,5 Sekunden auf seinen Teamkollegen George Russell. Abgesehen von einem späten Verbremser in der Schlussphase war seine Fahrt weitgehend kontrolliert und fehlerfrei ein weiterer Beleg für seine rasante Entwicklung auf höchstem Niveau.
Der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der das Team während seiner dominanten Ära Anfang der 2000er Jahre leitete, zeigte sich von der Leistung besonders beeindruckt. Gegenüber dem Corriere della Sera lobte er Antonellis Ruhe und Rennmanagement.
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„Sein Sieg hat mich bewegt“, sagte Montezemolo. „Er hat Reife und Gelassenheit gezeigt Eigenschaften, die man bei einem Italiener und insbesondere in seinem Alter nicht unbedingt erwartet.“
Montezemolo merkte zudem mit gewisser Frustration an, dass Antonelli derzeit für Mercedes fährt und nicht für Ferrari. Es sei „ein wenig ärgerlich“, ein solches italienisches Talent in einem anderen Team zu sehen.
Antonelli gehört seit Jahren zum Nachwuchsprogramm von Mercedes und rückte nach Hamiltons Wechsel zu Ferrari vor der Saison 2025 in ein Stammcockpit auf.
Sein Aufstieg hat zwangsläufig die Diskussion über das Fehlen italienischer Fahrer bei Ferrari neu entfacht. Das Team hatte seit Michele Alboreto im Jahr 1988 keinen italienischen Stammfahrer mehr. Kurzzeitige Einsätze von Luca Badoer und Giancarlo Fisichella gab es 2009, als Felipe Massa verletzungsbedingt ausfiel.
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Vorerst hat Antonelli jedoch klargestellt, dass sein Fokus auf seinem aktuellen Team liegt. In einem Interview mit Sky Sports F1 im Dezember 2025 räumte er zwar die Faszination von Ferrari ein, betonte jedoch zugleich seine Verbundenheit mit Mercedes.
„Ferrari ist ein unglaubliches Team mit enormer globaler Strahlkraft, daher wäre es natürlich großartig, für Ferrari zu fahren“, sagte er. „Aber ich bin sehr glücklich dort, wo ich bin, und das Ziel ist es, mit Mercedes Weltmeister zu werden.“
Ob ihn diese Ambition weiterhin in Silber hält oder ihn irgendwann doch zu Rot führt, bleibt offen doch seine Leistung in China hat dafür gesorgt, dass die Diskussion gerade erst beginnt.
Quellen: Corriere della Sera, Sky Sports F1
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