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Mörderischer Torwart vor Comeback im Pokal: Bruno Fernandes darf wieder spielen

Bruno Fernandes, 41, ist offiziell für den brasilianischen Pokal registriert worden, wie aus einem Bericht von O2 hervorgeht. Damit darf der ehemalige Torhüter von Atlético Mineiro und Flamengo für Vasco Da Gama AC im Erstrundenspiel der Copa Do Brasil gegen Velo Clube antreten. Die Partie soll in der Arena Da Floresta in Rio Branco stattfinden.

Seine Spielberechtigung wurde bestätigt, nachdem sein Name im BID Registrierungssystem des brasilianischen Fußballverbands, CBF, erschienen war. Dieses System dient der offiziellen Erfassung von Profiverträgen.

Fernandes war im Zusammenhang mit dem Verschwinden und Tod von Eliza Samudio im Jahr 2010 verurteilt worden. Sie hatte zuvor die rechtliche Anerkennung der Vaterschaft sowie Unterhaltszahlungen für den gemeinsamen Sohn gefordert. Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von 22 Jahren. Seit 2019 befindet sich Fernandes auf Bewährung.

Der Fall aus dem Jahr 2010

Der Kriminalfall erschütterte Brasilien und beeinflusst bis heute die öffentliche Wahrnehmung des Spielers. Laut O2 erklärten Staatsanwälte damals, Samudio sei unter einem Vorwand in das Haus eines Bekannten gelockt und anschließend entführt worden.

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Ermittler gingen davon aus, dass sie festgehalten und später getötet wurde. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde, kam das Gericht zu dem Schluss, dass Zeugenaussagen und Aussagen von Mitangeklagten ihren Tod eindeutig belegten. Fernandes wurde daraufhin schuldig gesprochen und verbüßte einen Teil seiner Strafe, bevor er auf Bewährung freikam.

Registrierung durch den CBF bestätigt

Mit dem Eintrag im BID System des CBF sind die formalen Voraussetzungen für einen Einsatz erfüllt. Trainer Eric Rodrigues erklärte laut O2, dass Fernandes in dieser Woche mit der Mannschaft trainiert habe und nach Abschluss aller Formalitäten in der Startelf stehen könne.

Ein Weiterkommen in der Copa Do Brasil ist für Vereine aus dem Bundesstaat Acre auch finanziell bedeutsam, da Preisgelder einen wichtigen Teil des Budgets ausmachen.

Neue Debatte über Resozialisierung im Profisport

Die Rückkehr des Torwarts hat in Brasilien erneut eine Diskussion über Resozialisierung und moralische Grenzen im Profisport ausgelöst. Wie O2 berichtet, verweisen Kritiker auf die Schwere der Tat, während andere betonen, dass Fernandes sich rechtlich im Rahmen seiner Bewährungsauflagen bewege und wieder arbeiten dürfe.

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Vasco Da Gama AC hat sich bislang nicht ausführlich zu der anhaltenden Kontroverse rund um die Registrierung des Spielers geäußert.

Quelle: O2

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