Fußball

Mourinhos Zukunft wieder im Fokus nach Benfica-Drama in Lissabon

José Mourinho hat einen Großteil seiner Karriere damit verbracht zu betonen, dass ihn Spekulationen über seinen nächsten Job kaum interessieren. Am Mittwochabend in Lissabon jedoch sorgten die Ereignisse auf dem Platz dafür, dass genau diese Fragen erneut aufkamen.

Benficas außergewöhnlicher Champions-League-Sieg gegen Real Madrid bedeutete nicht nur den Einzug in die K.o.-Runde, sondern unterstrich auch Mourinhos anhaltende Relevanz an der Spitze des europäischen Fußballs – und warum einige der einflussreichsten Entscheidungsträger des Sports ihn weiterhin genau beobachten.

Ein chaotisches Ende und ein kalkuliertes Risiko

Der entscheidende Moment kam tief in der Nachspielzeit. Benfica führte zwar mit 3:2, stand aber dennoch kurz vor dem Aus. Mourinho traf eine mutige Entscheidung und erlaubte Torwart Anatoliy Trubin, bei einem späten Freistoß mit nach vorne zu gehen.

Diese Maßnahme zahlte sich auf unvergessliche Weise aus. Trubin stieg im Strafraum am höchsten und köpfte den Ball in der 98. Minute ins Tor – Szenen ungläubigen Staunens spielten sich im Estádio da Luz ab, als Benfica den Einzug in die nächste Runde perfekt machte.

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„Unser Torwart Trubin, zwei Meter groß, ging mit nach vorne und erzielte ein fantastisches, ein historisches Tor“, sagte Mourinho anschließend. „Es fühlte sich an, als würde das Stadion einstürzen. Unglaublich.“

Statt sich auf Taktik zu konzentrieren, wurde dieser Moment schnell zu einem Symbol – ein weiterer Beweis für Mourinhos Ruf, auf den größten Bühnen Europas dramatische Entscheidungen zu treffen.

Das Interesse aus Madrid ist nie weit entfernt

Bereits vor dem Anpfiff kursierten Spekulationen über Mourinhos Zukunft. Alfredo Relaño vom spanischen Radiosender COPE berichtete, dass Real-Madrid-Präsident Florentino Pérez Mourinho als seinen Favoriten betrachte, sollte es zu einem Trainerwechsel kommen.

Laut COPE ist Pérez’ langfristiges Ziel, Mourinho ein zweites Mal ins Bernabéu zurückzuholen. Mourinho trainierte Real Madrid bereits von 2010 bis 2013 und gewann in dieser Zeit unter anderem die spanische Meisterschaft und die Copa del Rey.

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Mourinho hat seine Zuneigung zum Klub nie verborgen. In einem Interview mit beIN Sports im Jahr 2019 sagte er:
„Zurück zu einem Klub, bei dem ich schon einmal war? Wenn ich denke, dass es der richtige Klub ist, mit der richtigen Struktur und den richtigen Ambitionen, habe ich damit überhaupt kein Problem. Es ist ein Zeichen des Stolzes, wenn ein Verein, für den man früher gearbeitet hat, einen zurückhaben will.“

Öffentlich bemüht sich Mourinho jedoch, die Gerüchte zu relativieren. Vor dem Spiel am Mittwoch wies er die Spekulationen schroff zurück:
„Zählt bei Seifenopern nicht auf mich“, sagte er. „Es gibt viele gute Seifenopern, aber sie dauern zu lange.“

Mehrere Optionen zeichnen sich ab

Nach Benficas erfolgreicher Qualifikation intensivierten sich die Diskussionen erneut. Die spanische Zeitung AS berichtete, Mourinho könnte bald vor mehreren bedeutenden Optionen stehen.

Demnach besteht in Portugal die Hoffnung, dass er eine zweite Saison bei Benfica bleibt. AS fügte jedoch hinzu, dass sich zwei prestigeträchtige Möglichkeiten auftun könnten – abhängig von Entwicklungen an anderer Stelle.

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„In Portugal hofft man, dass er ein weiteres Jahr bei Benfica bleibt. Aber allen ist klar, dass Mourinho sehr wahrscheinlich zwei große Chancen haben wird“, so der Bericht. „Eine bei Roberto Martínez’ portugiesischer Nationalmannschaft, falls sie die Weltmeisterschaft nicht gewinnen. Die andere wäre ein mögliches Comeback bei Real Madrid.“

Vorerst konzentriert sich Mourinho auf die unmittelbare Aufgabe, Benfica durch die nächsten Runden des wichtigsten europäischen Wettbewerbs zu führen. Doch Nächte wie die am Mittwoch – geprägt von Risiko, Spektakel und Ergebnis – zeigen, warum Diskussionen über seine Zukunft selten lange verstummen.

Quellen: COPE, AS, beIN Sports

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.