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Platini’s Rache: Ehemaliger UEFA-Chef verklagt FIFA-Funktionäre nach Freispruch

Platini eröffnet den nächsten Kampf

Platini sagte in der RMC-Sendung L'After Foot, dass die Klage nur der erste Schritt in einer möglichen Reihe weiterer Maßnahmen sei. Er wolle gegen Personen vorgehen, die seiner Meinung nach seinem Ruf geschadet hätten, noch bevor ein Gericht überhaupt ein Urteil gefällt hatte.

Er wurde im August 2025 von Schweizer Gerichten endgültig freigesprochen, nachdem ein jahrelanger Rechtsstreit um eine Zahlung von 2 Millionen Schweizer Franken beendet worden war. Die Zahlung war 2011 vom damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter genehmigt worden.

Im Interview bei RMC sagte Platini:

"Dies ist der erste Schritt; es werden weitere folgen. Ich werde die Menschen, die mir Unrecht getan haben, nicht loslassen. Das ist in erster Linie ein medialer Ansatz. Das sind Menschen, die mich vieler Dinge beschuldigt haben, bevor es überhaupt eine offizielle Entscheidung gab. Und sie haben diese Anschuldigungen an Zeitungen weitergegeben, um mir zu schaden. Danach könnte eine weitere Zivilklage folgen; ich gebe nicht auf."

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Der Fall, der seine FIFA-Ambitionen zerstörte

Laut 20 Minutes richtet sich die Verleumdungsklage gegen öffentliche Aussagen, die vor etwa zehn Jahren von drei ehemaligen FIFA-Mitgliedern gemacht wurden. Ihre Namen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Der ursprüngliche Fall gegen Michel Platini und Sepp Blatter drehte sich um die Zahlung von 2 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2011.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft argumentierte, dass die Zahlung unrechtmäßig zum Nachteil der FIFA erfolgt sei. Platini und Blatter erklärten hingegen, dass es sich um eine verspätete Vergütung für Beratungsarbeit gehandelt habe, die auf einer mündlichen Vereinbarung beruhte.

Als der Fall im Jahr 2015 öffentlich wurde, zerstörte er faktisch Platinis Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten. Gleichzeitig ebnete die Entwicklung den Weg für Gianni Infantino, der zuvor eng mit Platini bei der UEFA zusammengearbeitet hatte und später selbst an die Spitze der FIFA aufstieg.

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Schatten der FIFA-Korruptionskrise 2015

Platinis Sturz erfolgte während der umfassenden FIFA-Korruptionskrise im Jahr 2015, als die Organisation von Verhaftungen, Ermittlungen und schweren Vorwürfen von Bestechung und Machtmissbrauch erschüttert wurde.

Auch wenn Platini nicht in denselben Korruptionsfällen beschuldigt wurde, die zu Anklagen gegen mehrere FIFA-Funktionäre führten, brachte die Kontroverse um die Zahlung von Sepp Blatter ihn in den Mittelpunkt der Krise, die die Führungsgremien des Weltfußballs erschütterte.

Im selben Jahr suspendierte die Ethikkommission der FIFA Platini vorläufig von allen Fußballaktivitäten, während der Fall untersucht wurde. Die Sanktion wurde später in ein mehrjähriges Verbot umgewandelt, das seine Hoffnungen beendete, damals die Führung der FIFA zu übernehmen.

Kritik an seiner Zeit bei der UEFA

Platinis Bilanz bei der UEFA bleibt einflussreich, aber umstritten. Als UEFA-Präsident von 2007 bis 2015 wurde er von einigen für Reformen und die stärkere politische Rolle des europäischen Fußballs gelobt.

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Gleichzeitig wurde seine Führung auch von Vereinen und Funktionären kritisiert. Einige warfen ihm vor, dass bestimmte Entscheidungen der UEFA während seiner Amtszeit, darunter Reformen der europäischen Wettbewerbe und die Verteilung von Einnahmen in Turnieren wie der Champions League, bestimmte Ligen oder Fußballstrukturen bevorzugt hätten.

Auch mehrere Governance-Entscheidungen während seiner UEFA-Präsidentschaft führten zu Debatten darüber, wie Macht im europäischen Fußball ausgeübt wurde.

Debatte um die Blatter-Zahlung

Auch nach seinem Freispruch hält die Debatte über die Zahlung von 2 Millionen Schweizer Franken durch Sepp Blatter an. Obwohl die Gerichte Platini freisprachen, blieb die Zahlung einer der politisch schädlichsten Momente seiner Karriere, da sie jahrelange Zweifel an Transparenz und internen Machtkämpfen innerhalb der FIFA nährte.

Der Unterschied zwischen juristischem Freispruch und dauerhaftem Reputationsschaden prägt weiterhin die Diskussion über seinen Sturz aus der Führung des Weltfußballs.

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Neue Kritik an Gianni Infantino

Platini nutzte das Interview bei RMC auch, um erneut Kritik am heutigen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zu äußern.

Platini sagte:

"Ich denke, er ist nicht gut in der Politik. Er ist ein guter Administrator. Er ist ein großer Fan von Menschen, die reich und mächtig sind. Er war schon immer so."

Das Interview deutet darauf hin, dass Platini seinen Freispruch nicht als Ende der Geschichte betrachtet, sondern als Beginn einer neuen juristischen und politischen Auseinandersetzung.

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Source: 20 Minutes