Romario

Romario: Der „freche Kleine“, der die Welt eroberte

Romarios Karriere, geprägt von kühnem Talent und unerschütterlichem Selbstvertrauen, führte ihn aus den Favelas Rios zum Weltruhm im Fußball.

·

Read in:

Von der verarmten Favela Jacarezinho in Rio de Janeiro bis an die Spitze des Weltfußballs war Romarios Karriere ein Zeugnis von rohem Talent, unerschütterlichem Selbstvertrauen und einer Persönlichkeit, die so kühn war wie seine Torbilanz. Wie von GOAL detailliert beschrieben, verkörperte der brasilianische Stürmer, der berühmt erklärte, er würde 1.000 Karrieretore erzielen – eine Zahl, die er nach eigenen Angaben erreicht hat – eine einzigartige Mischung aus Arroganz und Genie.

„Als ich geboren wurde, sah Gott mich an und sagte: ‚Er ist der Mann‘“, erklärte Romario einmal, eine Aussage, die seine Herangehensweise an das Spiel und das Leben prägte. Mit bescheidenen 1,65 m Körpergröße überwand er Asthma in der Kindheit und fand Trost sowie ein Heilmittel für seine Atemprobleme auf dem Fußballplatz. Seine Profikarriere begann Anfang 1985 bei Vasco da Gama, wo er aufgrund seines frühreifen Selbstvertrauens schnell den Spitznamen „Baixinho marrento“ (frecher kleiner Kerl) erhielt. Er führte 1986 die Torschützenliste der Campeonato Carioca an und verhalf Vasco 1988 zu zwei aufeinanderfolgenden Staatsmeisterschaften.

Olympischer Auftritt und Ruf aus Europa

Romarios Durchbruch auf der internationalen Bühne kam bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Er war der Toptorschütze des Turniers mit sieben Toren, darunter ein Doppelpack gegen Nigeria, ein Hattrick gegen Australien und ein entscheidender Ausgleichstreffer gegen Westdeutschland im Halbfinale, gefolgt von einem verwandelten Elfmeter im Elfmeterschießen. Brasilien gewann letztendlich die Silbermedaille, aber Romarios Leistungen hatten die Aufmerksamkeit der europäischen Elite geweckt. Sowohl Barcelona als auch Real Madrid zeigten Interesse, doch es war Europapokalsieger PSV Eindhoven, der sich seine Unterschrift sicherte.

Sein Übergang zum niederländischen Fußball war nicht ohne Herausforderungen. Laut GOAL beschrieb Romario selbst seine Zeit in den Niederlanden als „verdammt hart“, während sein extravaganter Lebensstil oft mit der Disziplin kollidierte, die von einem europäischen Verein erwartet wurde. Sir Bobby Robson, der ihn später bei der PSV trainierte, fasste diese Dualität in seiner Autobiografie zusammen: „An manchen Morgen war er im Training phänomenal. An anderen Tagen sah man ihn an und wusste, dass er seine Energie und seine Beine zu Hause oder in einem Nachtclub gelassen hatte.“

Lesen Sie auch: Bradley Barcolas 123-Millionen-Pfund-Wechsel zu Liverpool: Der kometenhafte Aufstieg der 'Heuschrecke'

Doch sein Talent war unbestreitbar. In seiner ersten Saison erzielte er 25 Tore in 33 Spielen und verhalf der PSV zum nationalen Double aus Eredivisie und KNVB-Pokal. Er war in seiner zweiten Saison auch gemeinsam Toptorschütze im Europapokal und gewann unter Robson zum dritten Mal die Eredivisie-Torschützenkanone.

Barcelona und die Weltmeisterkrone

Im Sommer 1993 wechselte Romario nach Barcelona, wo seine Brillanz unter Johan Cruyff erst richtig aufblühte. Er schlug sofort ein und erzielte bei seinem La Liga-Debüt gegen Real Sociedad einen Hattrick. In dieser Saison erzielte er fünf Hattricks in der Liga, darunter einen denkwürdigen Dreierpack bei Barcelonas 5:0-Sieg gegen Real Madrid. Er wurde mit 30 Toren in 33 Spielen Torschützenkönig der La Liga und führte den Verein zum Titel.

Seine Karriere erreichte 1994 ihren Höhepunkt, zunächst mit einer dramatischen Rückkehr in die brasilianische Nationalmannschaft für ein entscheidendes WM-Qualifikationsspiel gegen Uruguay. Romario antwortete mit beiden Toren beim 2:0-Sieg und sicherte Brasilien damit die Teilnahme am Turnier.

Bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA war er der unangefochtene Star, erzielte fünf Tore, darunter entscheidende Treffer gegen Russland, Kamerun, Schweden und die Niederlande. Brasilien triumphierte im Finale gegen Italien im Elfmeterschießen, wobei Romario seinen Elfmeter verwandelte. Seine elektrisierenden Leistungen brachten ihm den Goldenen Ball ein und festigten sein Vermächtnis als globaler Superstar, bevor er nach dem Turnier mit Flamengo nach Brasilien zurückkehrte.

Lesen Sie auch: Tottenhams 300-Millionen-Pfund-Sommerausgaben befreien den Klub nicht vom Premier-League-Tabellenende

Lesen Sie auch: Alexander Isaks erstes Tor kann Liverpools 125-Millionen-Pfund-Problem nicht verdecken

Related Stories