Sportliche Persönlichkeiten fordern nationale Untersuchung nach Bondi-Angriff
Aufruf aus dem Sport
Mehr als 60 aktive und ehemalige australische Spitzensportler haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie eine Commonwealth Royal Commission zu Antisemitismus und zu den Umständen des Bondi-Angriffs fordern, wie ABC News berichtete. Die Berichterstattung stammt von den Journalisten Shannon Corvo, Andi Yu und Paulina Vidal.
Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem Nova Peris, Jess Fox, Ian Thorpe, Lleyton Hewitt, Sam Newman, Isaac Heeney, Dawn Fraser und Sally Pearson, Vertreter verschiedener Sportarten und Generationen.
In dem Schreiben betonen die Sportler, dass nur eine bundesweit geführte Untersuchung in der Lage sei, die Hintergründe der Tat umfassend zu beleuchten und die Gefahren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die öffentliche Sicherheit angemessen zu bewerten.
Druck auf politische Verantwortungsträger
Premierminister Anthony Albanese hat bislang eine bundesweite Untersuchung abgelehnt und stattdessen eine Untersuchung auf Ebene der Bundesstaaten unterstützt. Der offene Brief fordert ihn ausdrücklich auf, diese Haltung zu überdenken.
Lesen Sie auch: Tottenham trauert um eine klublegende
Zugleich sprechen die Unterzeichner den Familien der 15 Todesopfer ihr Beileid aus, darunter auch „die zehnjährige Matilda, deren Lächeln wir nie vergessen werden“.
Der Brief stellt fest, dass der Angriff vom 14. Dezember auf eine Phase von mehr als zwei Jahren zunehmenden Extremismus, Einschüchterung und unkontrollierter Radikalisierung in Australien folgte.
Forderung nach nationaler Verantwortung
„Wir rufen den Premierminister und die australische Bundesregierung dazu auf, entschlossene nationale Führung zu zeigen und Extremismus und Terrorismus in all ihren Formen ohne Zögern entgegenzutreten“, heißt es in dem Schreiben.
Zudem wird auf eine aus Sicht der Unterzeichner beispiellose Welle von Belästigung, Einschüchterung und Gewalt gegen die jüdische Gemeinschaft in Australien seit dem 7. Oktober 2023 hingewiesen.
Lesen Sie auch: Finalist der Australian Open bestätigt überraschenden Rückzug vor dem Turnier 2026
„Dies ist eine nationale Krise und sie erfordert eine nationale Antwort“, so der Brief weiter.
Stimmen aus Bondi
Bei einer Pressekonferenz vor dem Bondi Pavilion erklärte die frühere Hockeyspielerin Nova Peris, eine Royal Commission sei notwendig, um ähnliche Tragödien künftig zu verhindern.
„Wenn wir jetzt keine ehrliche, gründliche und furchtlose Untersuchung einleiten, riskieren wir, erneut Beerdigungen untersuchen zu müssen“, sagte sie.
Auch die frühere Olympiasiegerin Dawn Fraser wandte sich an die jüdische Gemeinschaft und erklärte, man habe sie im Stich gelassen. In ihren 88 Lebensjahren habe sie „noch nie so viel Hass und Spaltung“ in Australien erlebt.
Lesen Sie auch: Ex-Premier-League-Schiedsrichter erwartet Urteil wegen Missbrauchsabbildung
Gesellschaftliche Tragweite
Der frühere AFL-Spieler Gerard Healy sagte, der offene Brief sei aus Gesprächen führender Sportpersönlichkeiten entstanden, die eine bundesweite Untersuchung für unverzichtbar hielten.
„Wenn man sich in einer so großen Krise einfach zurückhält, muss man sich fragen, ob man nicht bewusst wegschaut“, sagte Healy.
Dass sich prominente Sportler öffentlich äußern, unterstreicht nach Ansicht vieler Beobachter die gesellschaftliche Tragweite des Bondi-Angriffs, während Australien weiterhin Opfer und Ersthelfer bei öffentlichen Gedenkveranstaltungen und Sportereignissen ehrt.
Quellen: ABC News
Lesen Sie auch: Die 10 Fußballwettbewerbe mit dem höchsten Preisgeld
Lesen Sie auch: Die Könige Europas: Champions-League-Giganten nach Siegen gereiht
